[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]
5.47 Uhr klingelt mal wieder der Wecker, kurz nach Sechs stehe ich auf, mache mich im Zombiemodus fertig, lüfte die Wohnung, wische deutlich weniger Kondenswasser als gestern weg und esse im Anschluss mein Schwarzwälder Kirsch Proat. Das schmeckt überraschend gut und sättigt auch ungemein (wenn auch nur, weil Jott die doppelte Menge an Haferflocken genommen hat, wie ich später am Tag erfahren werde).
Gegen Viertel Acht fahre ich ins Büro, schlage dort Viertel Neun auf und freue mich, weil es nicht ganz so kalt wie gestern zu sein scheint. Ich benachrichtige zwei Kolleginnen, dass die Temperatur okay ist und sie kein Home Office machen müssen, und mache mich dann an die Arbeit. Ein neues Feature für eines unserer Projekte benötigt noch eine Ergänzung, außerdem bemerke ich beim Code Schreiben das ich gestern mehrere Schreibfehler eingebaut habe (Kunststück, mit den klammen Fingern Schlampig gearbeitet, meh) und der automatische Prozess zur Erstellung einer Vorschau im Browser nur so halb läuft.
Nachdem die Ergänzung fertig entwickelt ist und die Fehler behoben sind, ist es Zeit für das tägliche Meeting der Projektmanager in „meinem“ Projektverbund. Ich bin weiterhin eine Mischform aus Entwickler und Projektmanager und kann teilnehmen. Meine Teamleiterin ist, noch etwas angeschlagen, am Telefon zugeschaltet und wir besprechen zum einen den Schlachtplan von gestern und zum anderen das Tagesgeschehen.
Mittlerweile bin ich genug akklimatisiert um zu merken, das es eigentlich immer noch schweinekalt im Büro ist. Also die Jacke wieder an und den Bärenschal übergezogen. Aus meinem Fehler gestern habe ich gelernt und heute die gefütterten Schuhe an, die Füße sind also warm.
Um Zehn kommen die anderen Kollegen zum Daily Standup Meeting dazu. Jeder erzählt kurz, was er gestern gemacht hat und heute machen wird und ob es dabei Probleme gibt. Dann wird ein Termin für ein gemeinsames Abendessen gesucht. Dazu gingen in den letzten Wochen mehrere E-Mails mit dem Link zu einem Terminfindungsdoodle herum, außerdem wurde das Essen mehrfach im Daily Standup Meeting angesprochen. Zwei Kollegen haben es trotzdem nicht geschafft, ihre Terminoptionen einzutragen, was bei mir auf dezentes Unverständnis stößt. Sei’s drum.
Nach dem Daily mit dem gesamten Team setzen wir das tägliche Projektmanager-Meeting fort, klären noch ein paar offene Punkte und dann gehts zurück an die Arbeit. In den diversen Tools, die wir zur Organisation unserer Arbeit nutzen, haben sich in den letzten Wochen sehr viele Informationen angesammelt, die endlich mal geordnet und verarbeitet werden müssen. Das wird meine Aufgabe für den Rest des Tages sein. Auf gut deutsch: Tickets mit Fehlermeldungen oder Featurewünschen öffnen, den Bearbeitungsstatus prüfen und die Tickets entweder schließen oder aktualisieren. Mittendrin zickt eines der Tools herum. Ich liege unserem Admin seit Monaten in den Ohren deswegen, aber keiner der Lösungsversuche hatte bislang Erfolg. Heute kommen wir aber drauf, was es ist, und merken das wir dieses Problem nicht lösen können. Hrmpf.
Zwischendurch nasche ich ein, zwei sehr gut schmeckende Geburtstags-Cookies von einer Kollegin, telefoniere mit einem Kunden von uns zu einigen dieser Fehler- oder Featuretickets und bespreche mein weiteres Vorgehen mit einem der Projektmanager.
Tatsächlich macht das Zusammenführen der vielen Informationen und losen Enden sogar Spaß und ist relativ erfüllend. Als ich gegen 17:15 Uhr das Büro verlasse, bin ich mit dieser Aufgabe fast fertig und habe für den nächsten Arbeitstag eine ToDo-Liste mit den noch zu erledigenden Aufgaben angelegt.
Auf dem Heimweg freue ich mich über Babyfotos des schlafenden Herrn Schnuffke, die mir Jott per WhatsApp schickt.
Als ich gegen 18:15 Uhr in Köpenick ankomme, kaufe ich noch Handcreme für mich und laufe danach durch den stärker werdenden Schneefall (hurra!) nach Hause zu Jott und Herrn Schnuffke. Während Jott das Abendessen vorbereitet, prüfen Herr Schnuffke und ich wer mit der Hand am lautesten auf den Boden patschen kann und lachen uns dabei an. Ich gewinne, aber nur ganz knapp.
Gegen 19 Uhr bekommt Herr Schnuffke von mir seinen Milchbrei verfüttert, danach mache ich ihn bettfertig. Heute ist das Kind zum Glück sehr entspannt und locker und macht kein Theater wie gestern. Nachdem ich Herrn Schnuffke an Jott zum Stillen weitergegeben habe, bereite ich die von Jott begonnenen Overnight Oats für morgen fertig zu und danach eine heiße Zitrone vor.
Zwischendurch klingelt ein Nachbar, dessen vier Pakete bei uns abgegeben wurden. Weil er sie nicht in einem Rutsch nach oben in seine Wohnung tragen kann, helfe ich ihm und mache durchs Treppensteigen in den vierten Stock Abendsport.
Im Anschluss schaue bei Jott vorbei um zu sehen ob das Kind schon schläft. Macht es nicht, obwohl es merklich müde ist, sich die Augen reibt und dauernd gähnt. Dussliges Baby.
Wir besprechen, dass ich schon einmal esse, Herrn Schnuffke danach in die Trage setze und in den Schlaf schaukle. Ein guter Plan, der schon des Öfteren funktionierte. Auch heute schläft Herr Schnuffke relativ bald ein, und kurz vor 21 Uhr kann ich ihn aus der Trage in seinen Schlafsack umbetten. Dabei geht allerdings etwas schief, das Kind meckert und wird dabei wieder richtig wach. Also Schichtwechsel, Jott versucht erneut das Kind in den Schlaf zu stillen. Mittlerweile ist Herr Schnuffke deutlich über den Punkt und ziemlich gereizt. Ich auch. Eigentlich wollte ich gegen 20 Uhr am Rechner sein und für ein privates Projekt arbeiten, daraus wird wohl nichts mehr.
Um 21:30 Uhr gibt Jott auf, ich stecke Herrn Schnuffke noch einmal in die Trage. Leider auch diesmal ohne Erfolg. Nach einer weiteren Viertelstunde beschließt Jott, mit Herrn Schnuffke schlafen zu gehen, in der Hoffnung dass das Kind dabei einschläft.
Kurz vor 22 Uhr habe ich endlich Freizeit und möchte eigentlich sofort ins Bett. Geht aber nicht, das private Projekt muss endlich mal fertig werden. Also ab an den Rechner, den heutigen WMDEDGT-Eintrag geschrieben und dann eben an die Arbeit nur noch die Wohnung aufräumen wegen allgemeiner Matschigkeit.
Ach ja, heute kamen zwei neue Hygrometer für Küche und Bad. Jetzt ist die Wohnung vollumfänglich überwacht.







