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Elternzeit 2017 Journal

Journal Montag, 24.7.2017

Erster Tag ohne Medizin. Ging. War nicht schön, aber ging. Jetzt trotzdem mit den Hühnern M ins Bett, um ein paar Mützen Schlaf zu holen.

M ist völlig zerstochen. Offenbar hat er genauso süßes Blut wie seine Mama und die Mücken fahren voll auf ihn ab. Ich krieg das in unserem Schlafzimmer gar nicht mit, aber offenbar müssen hier Nachts Myriaden Mücken einfallen und das arme Kind zerstechen. Das einzige Fenster ohne Fliegengitter geschlossen zu halten brachte leider nichts- zum einen wird die Luft dann arg schnell unschön, zum anderen sind die Viecher bereits drin.

M trägts mit Fassung, kann dadurch „Mückenstich“ nahezu perfekt aussprechen und wehrt sich, obwohl es juckt, vehement gegen den BiteAway-Stift.

Am Vormittag schnappte ich mir die Zwillinge zu einem kleinen Spaziergang. Google sagt, dass die Strecke exakt 4km lang ist und man dafür ungefähr 48 Minuten einplanen solle (scheint mir realistisch, bislang lieferte Google mir immer recht genaue Zeitangaben). Ich brauchte für die insgesamt 8km hin und zurück nahezu zweieinhalb Stunden und einige Pausen und lief die letzte halbe Stunde arg auf dem Zahnfleisch. Ich hasse es, so schlapp zu sein.

J ist seit vielen Wochen unausstehlich. Sobald wir uns nicht mit ihm beschäftigen, meckert er in einer Tour und steigert sich ins Heulen hinein. Jeden verdammten Tag wieder von früh Morgens bis Abends. Die einzigen Pausen sind seine Schlaf-Zeiten.
Jott glaubt, dass es daran liegt, dass er noch nicht den finalen Dreh raus hat wie er sich aufsetzen/ krabbeln kann, und er deshalb frustriert ist weil es nicht vorwärts geht. Ich hoffe inständig, dass sie Recht hat, und das J endlich mal auf den Trichter kommt wie zumindest eines von beiden funktioniert.

J ist eigentlich ein total goldiges Kerlchen. Lacht gern und viel, macht Faxen, vergöttert seinen großen Bruder und ist, wenn man ihn zu handhaben weiß (viel Nähe, wenig Trubel, ganz viel Struktur und Routine), recht umgänglich. Das Schlimme ist: All das wird- für mich- durch das Dauermeckern getrübt. Ich ertrage die ständige Mecker- und Motz-Geräuschkulisse und das übermäßige Beschäftigen mit ihm nicht mehr lange- auch, weil seine Geschwister darunter leiden.

Nach dem Mittagessen wollten wir eigentlich in den Heimattierpark auf dem Bierer Berg fahren und uns dort mit einer Freundin von Jott und ihrem Sohn treffen, der ungefähr im selben Alter wie M ist. Als wir jedoch dort ankamen, hatte es gerade zu regnen begonnen, und die diversen Wetter-Apps waren sich einig, dass es noch eine ganze Weile weiter regnen sollte (davor hatten sie allerdings auch gesagt, dass es erst am Abend regnen sollte…). Wir disponierten also um und fuhren direkt zu Jotts Freundin, wo die Zwillinge fleißig im Wechsel eine Spieldecke bespuckten und M und sein vier Wochen jüngerer Kumpel durch die Wohnung flitzten. Das war auch ganz schön und vor allem kompatibler zu meiner Erholung.

Comic: Carrying Stuff. Wir sind ja auch immer beladen wie die Packesel, wenn wir mit den Kindern rausgehen…

Ganz, ganz großartige Datenvisualisierung der Berliner Morgenpost: So tickt Berlin an Deiner Linie. Zu jeder Haltestelle von S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Bus und BVG-Fähren wurden Statistiken ausgewertet und grafisch dargestellt. Ich kann also beispielsweise gucken, wie das Mietgefälle entlang der S3 („meiner“ S-Bahn-Linie) ist, oder wie das Verhältnis zwischen alten und jungen Menschen ist, oder aber wo mehr „echte“ Berliner leben als Zugezogene (Spoiler: Ab Karlshorst dominieren die „echten“ Berliner).

Was schön war: Während der Autofahrt zum Bierer Berg schliefen alle drei Kinder. Diese Ruhe!

2 Antworten auf „Journal Montag, 24.7.2017“

Ich wünsch´ euch, dass bald (noch) mehr Entspannung in den Alltag reinkommt und J weniger meckert.
Gleichzeitig tut es gut, deine ungeschönten Gefühle dazu zu lesen. Ich kann langsam all die weichgezeichneten, gesülzten Berichte über die ach so tolle dauerhafte Nähe und das Glück von stundenlange Einschlafbegleiten (Z.B.) und anderen Freuden der Elternschaft in vielen Blogs nicht mehr ertragen. Manches ist zuviel und es ist normal und verständlich so.
Danke also.
Liebe Grüße aus Tempelhof.

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