[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]
Pünktlich zur einsetzenden Dämmerung wurde Herr Schnuffke wach, zog zu uns ins Elternbett um, machte dort ’ne ganze Weile Radau und zog noch einmal um, diesmal zusammen mit mir ins Wohnzimmer.
Dort verschliefen wir auf Grund des anderthalbstündigen Intermezzos der frühsten Morgenstunden um eine halbe Stunde und wurden von Jott um halb Acht geweckt. Den Aufbruch zur KiTa und die Verabschiedung von Jott, die die nächsten drei Tage Urlaub macht, schafften wir trotzdem pünktlich gegen zehn vor halb Neun.
Gegen halb Zehn übergab ich Herrn Schnuffke an die Betreuungskindergärtnerin. Diesmal liefen ein paar Tränen, so ganz wollte der kleine Spatz sich nicht lösen. Er ist wohl auf Grund der Erkrankung der letzten Woche doch noch etwas kuschelbedürftiger als sonst. Die Tränen waren aber schnell vorüber, als er auf dem Arm der Betreuungskindergärtnerin aus dem Fenster auf den Innenhof der KiTa gucken konnte, auf dem andere Kinder spielten.
Ich lief nach Kindsabgabe zum Gendarmenmarkt, setzte mich auf die Stufen des Französischen Doms in die Sonne und las im Feedreader und auf Twitter. Eine gute Stunde später wechselte ich zum Deutschen Dom, dessen Eingangstreppe im Schatten lag, und begann die Geo Epoche über Byzanz zu lesen. Wenn ich diese Ausgabe ausgelesen habe, bin ich wieder auf dem aktuellen Stand und kann mich auf die August-Ausgabe freuen.
Dreiviertel Zwölf holte ich Herrn Schnuffke von der KiTa ab, erzählte ein wenig mit der Betreuungskindergärtnerin und fuhr nach Hause. Auf dem Rückweg begann eine mittelschwere Migräne, mein Blickfeld aura-te etwas vor sich hin und eine halbe Stunde später kam der Kopfschmerz. Super Timing. Ich schmiss mir also zu Hause nach dem Mittagessen zwei Schmerztabletten ein und versuchte mich mit Herrn Schnuffke hinzulegen. Das funktionierte nur so halb: Ich lag zwar, aber Herr Schnuffke räumte im Schlafzimmer die Nachttischschränke ab und kletterte aufs Bett und wieder herunter. Nach einer halben Stunde liegen war mir das dann zu blöd und außerdem wirkten die Tabletten, also zog ich das Kind und mich an, packte alles notwendige ein und spazierte mit ihm zum Müggelsee. Das müsste so gegen halb/ dreiviertel Drei gewesen sein.
Die frische Luft tat gut, und als unterwegs die Temperatur und der Luftdruck durch einen Regenguss sanken, fühlte ich mich fast schon ok.
Herr Schnuffke zeigte unterwegs alle zwei Meter auf etwas anderes und ließ sich von mir sagen, was das ist. In den meisten Fällen war es: Baum, Auto und Strauch.
Baum kann er inzwischen so einigermaßen selbst sagen und probierte das auch bei Bäumen, Autos, Sträuchern und Kaffeepackungen. Letztere (und ein Quetschie fürs Kind) kauften wir nämlich noch im Alnatura-Laden auf der Bölschestraße.
Auf dem Spielplatz am Müggelpark kletterte Herr Schnuffke auf seinem Buggy herum, ließ sich von mir unter großen Geschrei (nur er, ich schaffs inzwischen einigermaßen cool zu bleiben und fluche nur noch innerlich) wickeln und suchte im Sand nach Stöckchen.
Eigentlich weiß er inzwischen, dass er bei mir beim Wickeln keine Faxen machen soll, wir haben das seit Beginn meiner Elternzeit des Öfteren ausdiskutiert und uns inzwischen zusammengerauft. Manchmal sticht ihn aber der Hafer und dann muss er probieren, ob er nicht doch seinen Willen bekommt. So also auch heute auf dem Spielplatz.
Es war mir absolut unangenehm, ich habe dann immer so ein „Herrje, jetzt denken die anderen Eltern das ich ein total überforderter Vater bin der nichtmal sein Kind wickeln kann“-Gefühl, und das stimmt ja maximal nur zur Hälfte.
Nach Anlegen der Windel wollte Herr Schnuffke dann zumindest beim Hosen-Anziehen partout nicht mehr mitspielen, trotz festhalten und gut zureden. Und da hab ich dann aufgegeben, innerlich weiter geflucht und das Kind mit nackigen Beinen rumturnen lassen. War ja zum Glück warm.
Gegen 17:30 Uhr regnete es erneut, ich packte unsere Sachen zusammen, flitzte mit dem Kind zur Straßenbahn und fuhr nach Hause wo die Sonne schien. Der April zieht sich dieses Jahr ganz schön lange…
Auf dem Heimweg schlief Herr Schnuffke in der Straßenbahn ein und wachte erst beim Aufschließen der Wohnungstür wieder auf.
Nachdem wir noch eine gute Stunde in der Wohnung spielten, aßen wir kurz vor 19 Uhr Abendbrot. Herr Schnuffke riss mir die Stullen und die Banane förmlich aus den Händen, der Tag hatte ihn anscheinend sehr, sehr hungrig gemacht.
Nach’m Abendbrot brachte ich das Kind zu Bett und räumte, als er eingeschlafen war, die Wohnung auf. Und seit ungefähr 20:45 Uhr habe ich frei, wenn man die kurze Unterbrechung von 22 Uhr bis 22:30 Uhr abzieht. Da war Herr Schnuffke wach und ließ sich nur widerwillig erneut zum Schlafen bewegen.
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Was schön war: Herr Schnuffke stürmte beim Abholen aus der KiTa freudestrahlend auf mich zu und krabbelte dabei fast ein anderes Kind über den Haufen.

