Die vergangene halbe Woche war sehr intensiv: Kinderbetreuung, Homeschooling, Arbeiten und dann natürlich der normale Alltag. Da war Abends regelmäßig die Luft raus.
M gings am Dienstagabend/Mittwochvormittag nicht so prall, er klagte über Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein. G hingegen sprang fröhlich durch die Wohnung und war fit wie ein (hustender) Turnschuh.
Von Donnerstag bis heute musste M den Stoff der vergangenen Schulwoche nacharbeiten. Seine Lehrerin lädt regelmäßig Wochenpläne mit den Unterrichtsinhalten ins IServ, so wussten wir was zu erledigen war. Ich hatte am Mittwoch/Donnerstag Ms Schulkram abgeholt (am Mittwoch hatte ich die unter seiner Bank liegenden Bücher vergessen und musste daher Donnerstag nochmal hin), sodass er ab Donnerstag fit genug war und wir auch alles vor Ort hatten.
Das war eine sehr interessante Erfahrung: M saß über den Tag verteilt sicherlich 3 bis 4 Stunden an seinen Aufgaben und benötigte Zuspruch, Motivation, Erklärung und Antrieb– er hatte nämlich ziemlich oft keien Lust, schluderte, maulte, machte Flüchtigkeitsfehler… Jott und ich sind sehr froh, dass wir in den bisherigen Lockdowns keine Kinder beschulen mussten, da wären wir wahnsinnig geworden.
Abgesehen von der ungewohnten Aufgabe war das auch ein unfassbarer Zeitfresser: Am Donnerstag konnte ich dank Community Day der Firma, bei dem ich nur per Teams zuhörte, relativ viel nebenbei raufschauen. Aber am Freitag musste ich normal arbeiten und da zeigte sich dann, dass Arbeit und Schularbeiten vorantreiben zusammen nicht funktioniert. Letzteres beansprucht einfach zuviel Aufmerksamkeit/Kapazität, um sinnvoll Arbeiten zu können.
G wollte natürlich parallel auch unsere Aufmerksamkeit und Schulaufgaben machen, sodass hier teils zwei Kinder vor Aufgaben saßen und Unterstützung benötigten:

Das war wirklich nicht ohne.
Zugleich ist mir bewusst, wieviel Glück wir haben: M versteht seine Aufgaben sehr gut und kann sie eigentlich ohne Hilfe bewältigen. D.h. wir mussten nur wenig inhaltlich erklären, er konnte viel allein machen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das wäre wenn er Probleme mit dem Stoff hätte (gibt es auf YouTube Erklär-Videos für Klasse 2?).
Großer Lichtblick: J konnte von Mittwoch bis Freitag in die KiTa gehen, auch wenn von dort täglich Hiobsbotschaften auf Grund von Personalknappheit kamen. Wir hatten ein recht schlechtes Gewissen, weil wir ihn trotzdem in seine Gruppe schickten, ignorierten das aber zumindest Mittwoch und Donnerstag… am Freitag war er dann Mittagskind weil in seiner Gruppe nur eine Erzieherin für 15 Kinder oder so da war.
G konnten wir am heutigen Samstag erfolgreich freitesten. Wir gingen dann auch direkt einkaufen, am Nachmittag war sie außerdem mit J beim Schwimmen– so fit war sie schon wieder.
Jott und ich schmissen uns die letzten Tage Abends regelmäßig auf die Couch und bewegten uns nicht mehr. Gestern zur Feier der erfolgreich rumgebrachten Woche mit selbstgemachten Caiprinhas. Ab ungefähr 22 Uhr hörte ich dann gelegentlich ein leises Schnarchen lauteres Atmen neben mir… Ich konnte auch nur mit Mühe die Augen offen halten.
Unseren für dieses Wochenende geplanten Magdeburg-Trip anlässlich der Geburtstagsfeier von Jotts Mama modelten wir um: Jott fuhr am Nachmittag allein runter und wird im Laufe des morgigen Tages wiederkommen. Das ist so am einfachsten.




2 Antworten auf „Mittwoch, 09.11.2022 – Samstag, 12.11.2022“
Klingt wirklich heftig. Hoffentlich wird die nächste Woche entspannter.
Lieber Herr Paul,
wünsche Ihnen Kraft und Zuversicht.
Und allen Politikern, Arbeitgeberverbandsfunktionären und Bildungsverantwortlichen wünsche ich Ihre Erkenntnis: „Homeschooling und Homeoffice zusammen funktionieren nicht.“
Da die Schulen jetzt ja Fernunterricht können, wird das sicher auch ohne Pandemie genutzt werden, z.B. bei Lehrermangel (systemisch oder krankheitsbedingt). Am Gymnasium meiner Tochter (6. Klasse) wurde es in den letzten Monaten schon genutzt, teils sehr kurzfristig. Tenor „Die Eltern sind ja eh alle im Homeoffice…“
Aber Eltern, die das Bruttosozialprodukt steigern und den Job der Lehrer/Schulen zusätzlich machen, haben keine Kapazitäten mehr um für Ihre Rechte einzutreten, die gut bezahlten Funktionäre sind da besser aufgestellt…