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Journal Dienstag, 2.6.2020

Die Tage mäandern dahin, es gibt wenig Unterschiede und auch keine großartigen Erlebnisse. Das Schreiben fällt daher schwer– denn es passiert einfach nichts. Vormittags gehen die Kinder und ich, egal ob Werktag oder Wochenende, raus. Nachmittags arbeite ich, oder wir unternehmen etwas als Familie. Etwas anderes gibt es gerade nicht. Ab und an gehe ich laufen, ab und an besuchen uns Freunde, ab und an besucht Jott Freundinnen.

Das wars, im Großen und Ganzen. Unsere Welt ist noch kleiner geworden als sie es schon war.

Dahingehend: Aus Chronistenpflicht kann ich natürlich weiterhin jeden Tag schreiben, wir wie „unternommen“ haben, welchen Spielplatz wir besuchten, das wir Eis essen waren in Mahlsdorf oder Friedrichshagen. Aber es ödet mich an.

Die ständige Verfügbarkeit und die Gewissheit, dass noch Erwerbsarbeit zu erledigen ist, schlaucht. Es gibt keinen Feierabend, es gibt keinen Moment des Abschaltens. Morgens nach dem Aufstehen wird der Arbeitsrechner aufgeklappt, am Vormittag per Smartphone Chats und Mails gecheckt, am Nachmittag dann die reguläre Arbeit erledigt und Abends und Nachts die Rest-Zeit bis zum Tagessoll erledigt. Arbeit ist mehr als genug da und wenn dann mal ein Morgen oder ein Abend ausfällt, macht sich das sowohl in der Bilanz der erbrachten Stunden als auch der ToDo-Liste bemerkbar. Das führt zur Einstellung „Ach, ich mach mal noch ‘ne halbe, dreiviertel Stunde– wer weiß, was ich morgen schaffe“ und somit auch noch hier und da Mehrarbeit.

Ist noch Corona? Den Menschen da draußen nach eher weniger bis gar nicht.

Bei mir hat sich eine gewisse Müdigkeit eingestellt– ich lasse die Drosten-Podcast-Folgen ungehört, lese keine Nachrichten, informiere mich nicht was die Umschaltung der Berliner Corona-Ampel bewirkt. Es bringt auch nichts.

Die Welt brennt in vielerlei Hinsicht und „hier“ verharrt der Blick auf dem alltäglichen Kleinklein. Aber was auch sonst (was auch sonst?).


Eigentlich hat da nur jemand einen witzigen Spruch entlang einer Reihe von Farbklecksern in der Nähe eines Baumarkts hingepinselt. Uneigentlich…

Wir übten die Tage den Sommer.

Vielleicht, vielleicht fahre ich im Herbst mit S, männlichen Teil eines befreundeten Paares, in den Kurzurlaub an die Ostsee. Er wird dann Bernstein suchen und hoffentlich finden und ich werde kreuz und quer durch die Gegend laufen. Abends treffen wir uns zum Essen, trinken ein Bier/eine Limo am Strand oder sonstwo und genießen die Ruhe.

Neue Tiersichtung die Tage: Ein Waschbär, ein anderer Fuchs.

Fimmel.
Wie großartig sind die verschieden farbigen Räume?

3 Antworten auf „Journal Dienstag, 2.6.2020“

„Die ständige Verfügbarkeit und die Gewissheit, dass noch Erwerbsarbeit zu erledigen ist, schlaucht. Es gibt keinen Feierabend, es gibt keinen Moment des Abschaltens.“ Ganz genau das, hier auch. Sehr gut beschrieben. Von daher: Vielleicht bringt das Schreiben doch etwas? Mir jedenfalls das Lesen bei Ihnen. Vielen Dank.

Ich kann das so gut verstehen, das Hamsterrad ist seit Corona noch viel schlimmer geworden. Auch wenn gerade nicht sehr viel passiert, ich lese jeden Abend im Bett gerne bei Ihnen. Vielleicht vor allem, weil bei Ihnen nicht die blogtypische perfekte heile Familien-Welt ist, sondern eben das reale Leben wie es ist mit kleinen Kindern. Von daher, gerne nicht aufhören zu schreiben, ich habe mich schon gewundert, dass 2-3 Tage nichts drin war.

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