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Journal Mittwoch, 16.10.2019

5:18 Uhr im Kinderzimmer alle drei Kinder am Fuße des Bettes versammelt stehen sehen ist nicht das, was ich mir für einen Morgen wünsche. Müdigkeitsbedingt bis zum KiTa-Abmarsch jammernde und greinende Kinder auch nicht.

Im Büro an zwei technischen Konzepten gearbeitet und sie nach ein bisschen Rückmeldung aus der Entwicklung beinahe finalisiert bzw. nochmal an den Kunden zurück gespielt.

Der Preis für die (Beinahe–)Finalisierung sind fehlende Blicke nach links und rechts sowie das Liegen lassen von diversen anderen Kram. Aber: Ich hab jetzt eine Liste der Dinge, die auf meinem Tisch liegen. Damit würde ich eigentlich gern zu meiner Teamleiterin gehen und besprechen, was davon ggf. nicht durch mich bearbeitet werden muss. Aber ach… Ich leg mir das selbst schon als Zeichen von Schwäche aus, es nicht zu schaffen, daher ist die (vermeintliche?) Hürde hoch, das eine Ebene höher zu kommunizieren. In meinem Kopf laufen schon die Antworten durch, die dann kommen (könnten)…

Die Kinder wollten heute Nachmittag nicht raus. Verständlich, das Wetter war scheußlich. Leider funktioniert drinnen bleiben nicht, sie sind dafür nicht geschaffen. Die Überbrückungs-Zeit bis zum Abendessen war ein Krampf.

Heute war Jott mit Yoga dran. Sie hat den selben Einsteigerkurs wie ich ausgewählt, nur eben zeitversetzt. Während die Kinder und ich zu Abend aßen, stiefelte sie zum Sport.

Die Kinder, allen voran G, waren bis ungefähr eine Minute nach ihrem Verlassen der Wohnung untröstlich, fingen sich dann aber auf wundersame Weise und aßen einigermaßen manierlich ihr Abendbrot zu Ende. Besonders M war heute unersättlich– drei große Stullen mit Wurst, zwei Scheiben Toast mit Honig, zwei kleine Äpfel… Vermutlich verpuppt er sich heute Nacht und ist morgen ein wunderschöner Schmetterling.

Nach dem Abendessen war von der Manierlichkeit leider nichts mehr zu merken. Die Kinder stachelten sich gegenseitig zu diversen Blödsinn an, dem ich nur schwer bis gar nicht beikam. Das Problem ist, dass sie einfach nicht wissen wann Schluss ist und allen Ansagen nicht mehr zugänglich sind. Sie toben dann durch die Räume, hören nicht, lachen bei Ermahnungen, sind frech wie Oskars… Es nimmt auch kein Ende. Und sich selbst überlassen dürfen wir sie sich auch nicht, ansonsten animieren sie sich gegenseitig zu immer bescheuerteren Dingen (z.B. gemeinsames Einpullern).

Ich hasse diesen Zustand aus tiefsten Herzen. Die Kinder sind teils so unfassbar furchtbar, das es kaum noch in Worte zu fassen ist.

Aber immerhin lief das Zubettbringen einigermaßen glimpflich ab. Das war eigentlich mein gedanklicher Horrormoment… Wenn Jott nämlich da ist und ich sie ins Bett bringe, dann springen die Kinder auf und laufen einfach weg. Heute blieben sie immerhin liegen und waren nach einigen Anranzern sogar einigermaßen ruhig.

Nach dem Zubettbringen die Küche einigermaßen aufgeräumt, eine frische Trocknerladung angestellt, Büro-Mittag- und Abendessen für die kommende Woche geplant, die Lebensmittelbestellung aufgegeben, den wegen Bauchschmerzen wehklagenden J in unser Elternbett zu Jott verfrachtet, diesen Beitrag geschrieben (hallo Freizeit) und schwuppdiwupp ist es 22:45 Uhr und ich müsste eigentlich nochmal an den Arbeitsrechner und die lange, lange Liste meiner Aufgaben durch Abarbeiten verkürzen. Wenn mir nicht beinahe die Augen zufallen würden.

Alles verfahren, alles zuviel.

3 Antworten auf „Journal Mittwoch, 16.10.2019“

Hört sich wirklich unschaffbar an. Ich hoffe von Herzen, dass J nicht auch noch zusätzlich so weiter macht wie G aufgehört hat.
Mutter-Vater-Kind-Kur ist keine Option, um wenigstens mal kurz rauszukommen? Bei dem Pensum bescheinigt das sicherlich jeder Arzt allen Familienmitgliedern.
Ansonsten fällt mir hinsichtlich des Alltags eigentlich nur die Reduzierung der Arbeitszeit bei einer Person ein. Da Sie nicht dazu zu neigen scheinen, dann aber auch tatsächlich Arbeit abzugeben und nicht nur schneller zu arbeiten in weniger Zeit, vielleicht Jott?

Ich weiß, finanziell muss das gut überlegt sein, aber irgendwann machen Nerven und Gesundheit das vermutlich nicht mehr mit.

Unkt eine, die während der 2. Elternzeit mit Sehstörung 4 Tage mit Verdacht auf Hirntumor im KH lag, was sich im Endeffekt „nur“ als Stresserkrankung herausstellte. Die üblicherweise nur männliche hochbezahlte Manager über 50 bekommen. Da merkt man, wie stressig allein Kinder und Alltag sein können. Und ich war noch in Elternzeit…

Alles Liebe und (mal wieder bei uns auch viel zu spät) gute Nacht

Oh ich kenne das nur zu gut, dass die Kinder sich gegenseitig so aufstacheln das sie auf nix mehr reagieren. Selbst wenn man kurz ihre Aufmerksamkeit bekommt, juckt sie jegliche Ansage gar nicht und sie machen direkt weiter. Ich finde das auch immer ganz furchtbar, selbst zu zweit mit Trennung der Beiden hat man zu tun sie wieder auf ein aufnahmefähiges Level zu bekommen. Und ja, sowas machen sie am liebsten beim bettfertig machen, anziehen zum raus gehen usw.

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