Die Kinder haben durchgeschlafen! Paaaarty! J meldete sich kurz vor 6 Uhr, bekam ‘ne Flasche und schlief weiter bis halb Acht. Total irre.
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Nachdem ich mich nach dem Abklingen der Symptome und Nachwirkungen des Magen-Darm-Infekts für vier, fünf Tage wieder gesund fühlte, hat mich die nächste Erkältung erwischt. Nichts zu schlimmes (Halsschmerzen, Gliederschmerzen, ich fühl‘ mich elend), aber so auf Dauer nerven die vielen kleinen Infekte.
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Die Kinder malten heute Vormittag wieder ein bisschen. M wünschte sich einen Langhals-Dino von mir. Nun sind meine Zeichenkünste in etwa auf dem Niveau eines Grundschülers (und da eher bei den unteren Klassen), aber wenn er sich‘s doch wünscht… Einen Fleischfresser/ Scharfzahn bin ich ihm noch schuldig, wir musste nämlich los…
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… um rechtzeitig bei meinen Eltern im Brandenburgischen anzukommen. Wir erzählten, spazierten, spielten, aßen und tranken und verabredeten, dass M demnächst mal wieder ein paar Tage dort verbringen darf. Vor allem letzteres freut mich sehr, nur zwei Kinder im Haus zu haben bringt einen gewissen Erholungseffekt mit sich.
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M ist seit geraumer Zeit unglaublich weinerlich. Und mit unglaublich meine ich unglaublich. Er heult und jammert und greint nahezu den ganzen Tag. Das ist, vermuten wir, seine Masche um Aufmerksamkeit zu bekommen. Es funktioniert auch, allerdings ist es negative Aufmerksamkeit. Jott und ich können‘s nicht mehr hören. Wenn er einen Grund zum weinen hat, ist ja alles gut (eigentlich dann ja nicht, aber Sie verstehen worauf ich hinaus möchte). Aber dem ist eben nicht so– er jammert um des Jammerns Willen und hat in 97% der Fälle keinen Grund dazu. Er macht‘s trotzdem. Von morgens bis abends. Es schlaucht ziemlich. Wir haben ihm mehrfach erklärt, dass er bitte ganz normal sprechen soll, wenn irgendwas ist. Wir haben versucht, ihm Informationen zu entlocken weshalb er jammert und weint. Wir waren empathisch und lieb, wir behandeln ihn wie ein rohes Ei, aber das bringt alles nichts sondern bestärkt ihn eher noch. Offenbar hilft auch bei diesem Problem nur, ihn ordentlich anzuranzen.
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Dieses Kinder-Ding ist gerad einfach nur schwer. Vor allem weil „locker sein“ überhaut nicht funktioniert, die Kinder brauchen offenbar eine strenge Hand und immer wieder einen Anschiss weil sie sonst massivst am Rad drehen. Das ist doch kacke. Ich hab da keine Lust drauf, wüsste aber nicht was sonst bei den dreien funktionieren kann.

6 Antworten auf „Journal Samstag, 3.11.2018“
Auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit. Einfach so tun, als ob nichts wäre. Normal antworten, normal mit ihm sprechen. Auch wenn es schwer fällt. Es gibt sich. Irgendwann. Und vielleicht kann er täglich eine Viertelstunde Extrazeit bekommen? Nur mit ihm allein? Zum quatschen, lesen, etc.?
Das fällt halt immer schwerer, weil dieses elendige Gejammer den ganzen Tag über sehr an unseren Nerven zehrt.
Abgesehen davon genießt M einige Exklusivrechte, die aber nichts an der Gesamtsituation ändern.
Vielleicht tröstet das: Wir hatten jeden Morgen Theater beim aus-dem-Haus-Gehen: „Los jetzt, komm, zieh endlich die Schuhe an, beeil dich, gleich fährt die Bahn…“ und allzu oft endete es mit Gebrüll auf beiden Seiten.
An einem Morgen meinte ich entnervt: „Jetzt komm endlich… oder muss ich erst wieder brüllen, damit es klappt?“ … und kriegte die trockene Antwort „Ja!“
Hm. Aber es muss doch irgendwie ohne gehen…
Hallo Herr Paul,
ich folge Ihnen schon eine ganze Weile und freue mich über Ihre ehrliche und selbstkritische Art, aus dem Alltag mit 3 Kleinkindern zu berichten. Ich habe (hatte!) nur 2 davon und befand mich trotzdem auch oft am Rande des Nervenzusammenbruchs. Man wird einfach zu oft einem Kind (oder in Ihrem Fall zwei Kindern) nicht gerecht. Und das ist schlimm.
Ich weiß, dass Ratschläge in Sachen Erziehung meistens Schläge sind, deshalb halte ich mich da in der Regel brav zurück, aber gerade habe ich das Gefühl, bei Ihnen steigt die Verzweiflung… Ihre Fomulierungen verraten, dass es in Richtung Strenge geht, und wenn ich Ihren letzten Satz lese, „Ich hab da keine Lust drauf, wüsste aber nicht was sonst bei den dreien funktionieren kann“, habe ich das Gefühl, jetzt darf ich doch mal was dazu beitragen. Wie gesagt, Sie haben mein gesamtes Mitgefühl, 3 kleine, agile Kinder und zwei Eltern mit vermutlich Vollzeitstellen, das ist per se schon wahnsinnig anstrengend. (Falls ich Sie missverstanden habe und Sie gar nicht daran interessiert sind, anderer (wildfremder!) Leute Meinung zu hören, hören Sie hier auf zu lesen! Ich nehme es Ihnen nicht übel!) Dennoch haben Sie sich die Antwort auf die Frage „Warum greint M. so viel?“ doch eigentlich schon selbst gegeben! Aufmerksamkeit wünscht er! Und wenn ich Sie richtig gelesen habe, höre ich immer wieder heraus, dass sich die Zeit mit nur einem oder zwei Kindern viel entspannter gestaltet – und zwar nicht, weil’s eins weniger ist, um das Sie sich kümmern müssen, sondern weil die Beziehung zu einem Kind sich ganz anders gestalten lässt. Wäre das nicht vielleicht ein Ansatz? M. die Aufmerksamkeit, die er scheinbar einfordert, im Positiven zu geben? Nicht, wenn er greint, sondern „einfach mal so“, Zeit mit M. exklusiv „ohne Grund“, ohne dass er alkein krank zuhause ist. Einfach so. Weil er es braucht. Kinder brauchen die Liebe ihrer Eltern immer dann am meisten, wenn sie sie eigentlich nicht verdienen, da gibt’s doch so einen Spruch. Ist was dran, finde ich. Und dieses ewige Ansch… und Anschreien und die Strenge (nichts gegen Klarheit und durchschaubare Regeln, aber Strenge?!) vergiften doch eher das Familienklima, zumindest ist das bei uns so. Freudlos wird’s dann im Alltag. In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen viel Kraft und gute Nerven für die kommende Zeit! Herzliche Grüße aus Hamburg!
Danke für die Ratschläge. So etwas ist immer willkommen (in bestimmter Form).
M genießt hier bereits einige Exklusivrechte, wir versuchen ja auch von uns aus viel um den Kindern gerecht zu werden. Er darf an den Wochenend-Vormittagen allein mit Jott zu Hause bleiben, er bleibt Abends länger als die Zwillinge bei uns, wir beziehen ihn in vielen Punkten sehr stark ein… Er greint und weint trotzdem. Und das können wir so nicht mehr aushalten.