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Journal Mittwoch, 1.2.2017

Die nächtliche Zwillingstrennung lief gut, zumindest für mich: J. kam erst 3 Uhr morgens, dann aber mit Gewalt- d.h. Augen auf, Kopf hoch, SCHREIENSCHREIENSCHREIEN.
Danach hatte er mit seinen üblichen Verdauungsproblemen zu kämpfen. Kurz vor 5 Uhr konnte ich ihn aus der Trage nehmen und neben mich legen, er schlief weiter bis 7.
M. schlief die Nacht über in seinem Zimmer durch, was die Sache erleichterte.

Jott hatte nicht so viel Glück, G. kam alle zwei Stunden und schlief quasi nur auf ihr.

Wie ich um 7 Uhr geweckt wurde:
[Babyfon springt an]
M.: „Papa?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul!“
[Kurze Pause]
M.: „PAAAUUUL!“

Da hat sich jemand etwas zu viel von seiner Mama abgeguckt.

Ich werde diese vermaledeite Grippe nicht los. Montag Abend hatte ich erneut Fieber, das tagsüber am Dienstag verschwand, aber am Dienstag Abend erneut aufkam.

M. ging es heute morgen ganz wunderbarst. Er war fröhlich und sang vor sich hin. Deswegen beschlossen wir, ihn versuchsweise in die KiTa zu schicken. Der Weg dorthin und die Übergabe liefen auch super, selten habe ich so ein munteres, gut gelauntes Kind abgegeben.
Am Nachmittag erreichte uns wieder der Anruf: Er habe hohes Fieber, und zusätzlich hatte er sich den Schorf vom Ausschlag des 3-Tage-Fiebers blutig gekratzt. Yay. Also ging es frühzeitig nach Hause. Da unsere Kinderärztin im Urlaub ist, fahren wir morgen zur Vertretungsärztin. Mal gucken, wie das wird- ich hoffe, wir müssen nicht stundenlang warten.

Seit ein paar Tagen nehmen wir am Service-Programm unserer Apotheke teil: Wir sammeln für jedes gekaufte Medikament Punkte, die wir irgendwann in Bares umwandeln können. Das lohnt sich bereits jetzt, denn derzeit bin ich gefühlt jeden zweiten, dritten Tag in der Apotheke und kaufe entweder für die Zwillinge oder für M. Medikamente.

Auf dem heutigen KiTa-Weg nahm ich J. in der Fräulein Hübsch mit, um Jott zu entlasten- so hatte sie nur ein Nerv-Kind zu betreuen. Das lief erstaunlich gut, J. schlief die ganze Zeit und so konnte ich das normale Bahnprogramm (Vorlesen, Vorlesen, Vorlesen…) beibehalten.
Als Papa mit zwei kleinen Kindern erntet man dann doch einige Blicke mehr, als nur mit einem. Und die Leute waren alle supernett, als uns Bücher runterfielen wurden sie aufgehoben, uns wurde Platz gemacht… Das war schön.

Bin gespannt, wie das mit allen dreien wird.

Beim Kurz-Einkauf mit den Zwillingen (J. in der Trage, G. im Kinderwagen) war ich kurz davor, eine besonders penetrante Frau anzuschreien. Die schlich die ganze Zeit um den Kinderwagen mit der schreienden G. darin herum und rätselte, was das Kind denn habe und was ich machen könne. Furchtbar. Dagegen sind die alten Omis mit Redebedarf harmlos.

Das Kind, bzw. die Kinder, haben große Verdauungsprobleme (ggf. sind es sogar die 3-Monats-Koliken) und brauchen unglaublich viel Nähe. Praktisch sieht das so aus, dass Jott und ich uns tagsüber je ein Kind umschnallen (Jott hat inzwischen einen Sling) und uns damit durch die Gegend bewegen. Wenn wir die Kinder ablegen, stehen die Chancen verdammt hoch, dass die Kinder schreien.

Das ist allein nicht händelbar. Theoretisch kann man natürlich beide Kinder gleichzeitig tragen, aber das kriege ich in meinem Zustand derzeit nicht hin und Jott auch nicht- die ist ja sogar noch gehandicapter durch die Kaiserschnittnarbe (die, man ahnt es, durch den Stress und die Belastung natürlich schlecht verheilt).

Die Diagnose der Hebamme lautet übrigens (beginnende) Wochenbettdepression. Nach Lesen der Symptome bin ich geneigt, das zu unterschreiben- Jott ist derzeit etwas anders drauf als in den bisherigen zehn Jahren, die ich sie inzwischen kenne (aber wer kann das auch verdenken).
Morgen gehen wir zur Hausärztin und stellen einen neuen Antrag auf eine Haushaltshilfe. Eventuell hat der ja mehr Gewicht.

Der Nachmittag war super anstrengend, mit vielen Momenten in denen ale drei Kinder gleichzeitig schrien, so dass Jott irgendwann ihre Mama anrief und um Hilfe bat. Die kam auch spontan aus Magdeburg zu uns (sie hatte sich bei uns mit Grippe angesteckt und ist noch krank geschrieben, so dass sie tatsächlich zu uns kommen konnte- lediglich erholen kann sie sich so nicht) und unterstützt uns zumindest bis zum Wochenende. Da ist Herr Schnuffke erstmal außer Haus bei meinen Eltern.

Wie die nächste Woche ablaufen soll, weiß ich nicht. Sämtliche ehrenamtlichen Hilfsdienste kommen nicht in die Pötte. Unsere große Hoffnung ist eine superschnelle Bearbeitung des neuen Haushaltshilfe-Antrages.

Was schön war: Ein kleines Zeitfenster zum Rasieren und Duschen zu bekommen. Die letzten Tage gabs nur eine Katzenwäsche, und da ist der Wohlfühl-Faktor deutlich geringer als bei einer schönen heißen Dusche.

4 Antworten auf „Journal Mittwoch, 1.2.2017“

Hallo Herr Paul. Ich verfolge Deinen Blog seit einiger Zeit und wünsche Euch nur das Beste. Wenn ich in Berlin und nicht in München wäre, würde ich Euch selbst helfen.
Sie eine Belastung ist wirklich nicht ohne, und wenn die Hebammen schon so etwas sagen, dann sollte man/frau es ernst nehmen.
Ich habe zwar keine Zwillinge aber beim ersten Kind, sie hat wahnsinnig viel geschrien, bin ich auch an meine Grenzen gestoßen. Meine Hebamme hat mir damals die EEH empfohlen. Emotionale Erste Hilfe. Es hat mich gerettet und mir geholfen mich wieder an meinem Kind die zu erfreuen trotz großer Belastung. Schaut Euch das mal an im Internet. Auch wenn es den Alltag nicht auf er praktischen Seite erleichtert, so tut es wahnsinnig gut für die Seele und bringt Entspannung.
Beste Grüße.

Es tut mir wirklich leid dass wir Euch hier nicht mehr als virtuelles Schulterklopfen und eventuelle Ratschlaege lasse koennen. Vielleicht ein Ratschlag ovne den ich die letzen Jahre nicht ueberlebt haette- oberste Prio ist das Maximum an Schlaf, d.h. wenn alle Kinder schlafen, alles fallen lassen und selbst schlafen, sch… auf wichtigen Papierkram, me time. Ihr lauft einen Marathon jeden Tag.Dann ne Nacht die nie erholsam ist und am naechsten Tag wieder nen Marathon. Ich hab mal gelesen Alleinsegler koennen ueber Wochen mit einem Minimum an Schlaf auskommen weil sie alle 4h fuer 30min Schlafen. Also jedes Zeitfenster nutzen.
Lasst Euch nicht unterkriegen!!!

Ach, das virtuelle Schulterklopfen gibt auch Kraft, und es sind ja auch sehr viele hilfreiche Tipps dabei. Von daher ist das schon super :)
Das Schlafthema… es ist kompliziert. Auf Grund der Verdauungsprobleme und des unterschiedlichen Essverhaltens bleiben extrem selten einfach mal 30 Minuten- und im regelmäßigen 4-Stunden-Takt, der für dieses reduzierte Schlafen essentiell ist, schon gar nicht.

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