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Journal Montag, 7.11.2016

Doofheits- („Ach, es reicht wenn ich halb Zwölf ins Bett gehe“) und kindbedingt (Husten, wach) nur dreieinhalb Stunden Schlaf letzte Nacht. Kaffee half, aber das Brennen in den Augen bekam er auch nicht weg. Zum Glück war es im Büro heute entspannt.

Das Kind macht mich derzeit wahnsinnig, ich würde ihn am liebsten zum Mond schießen. Das Weinerliche, das Nölige, es nervt. Bei jeder Kleinigkeit gibt es falsche Tränen und Geschrei, er testet derzeit sehr stark seine und unsere Grenzen aus. Vor allem während der zwei Stunden Bahnfahrt am Tag zermürbt es mich.

Zusätzlich gibt es seit einiger Zeit wieder Probleme mit dem Einschlafen. Eigentlich haben wir ein gutes Einschlafritual entwickelt: Nach dem Abendessen gehen Herr Schnuffke und ich gemeinsam Händewaschen und Zähneputzen, dann laufen wir beide ins Kinderzimmer und ziehen zusammen Schlafanzug und Schlafsack an. Danach wird Jott gute Nacht gesagt und noch ein bisschen ein Buch angeguckt, gesungen und erzählt. Und irgendwann packt Herr Schnuffke das Buch weg und legt sich hin.

Soweit die Theorie. Bis zum Hinlegen klappt das alles wunderbar, aber wenn er erstmal liegt beginnt das Theater. Er patscht auf mir herum, zieht mir an den Haaren, kneift, versucht stundenlang seine Hände unter mich zu legen und gleichzeitig mit meinen Händen zu spielen, fuchtelt herum, springt mit einem Mal auf und hüpft im Bett… Ich werd irre dabei und weiß nicht, was ich machen soll. Manchmal funktioniert gut zureden und festhalten, so das er keinen großen Spielraum zum Fuchteln mehr hat, aber meistens bin ich nach 40 bis 60 Minuten so wütend das ich nur noch schreien will und Jott bitten muss, das Kind weiter ins Bett zu bringen. Meist schläft er dann innerhalb einer Viertelstunde, was die Wut nicht gerade schneller verfliegen lässt.

Heute als Vorbild versagt: Nachdem er mir zum fünften Mal am Bart gezogen und zum fünften Mal meine Worte ignorierte, habe ich ihn auch an den Haaren gezogen- es reichte eben. Großer Schreck beim Kind und dicke Krokodilstränen, danach hat er mich zumindest nicht mehr am Bart gezogen.

Ich wüsste gern, was ich machen kann um zu ihm durchzukommen. „Du machst Papa Aua“ ist für’n Arsch, das hilft überhaupt nicht. „Mach Ei“ hilft manchmal, aber dann haut/ kneift/ ziept er drei Minuten später wieder.

4 Antworten auf „Journal Montag, 7.11.2016“

Wenn Sie „meistens“ dann irgendwann Jott rufen, halte ich es für gut möglich, dass Herr Schnuffke dieses Verfahren in seine persönliche Abendroutine mit aufgenommen hat. Also nur auf diesen Moment wartet, weil er findet, das gehört dazu, und dann zufrieden einschläft. Auch, wenn das natürlich nicht der eigentliche Plan ist: Probieren Sie doch mal aus, ob das auch klappt, wenn Sie Jott schon nach 10 Minuten rufen.

Oh, ich hoffe doch, dass das nicht der Fall ist. Wir werden das ausprobieren, wenn es wieder besonders schlimm ist- zum Glück spielt er nicht jeden Tag das im Beitrag beschriebene Programm ab, sondern meistens nur Teile daraus und schläft dann doch ein, ohne das Jott ran muss.

Ah, ich kann kommentieren \o/
Ich kenne es auch, dass die Einschlafbegleitung ewig dauern kann, und werde da gerne zornglühend. Bevor ich ausraste, tat ich in Zeiten von Herrn Schnuffkes Alter Folgendes: Kind raus aus dem Bett, alle ins Wohnzimmer, Kind noch 30 min tüdeln lassen – aber weitesgehend ignorieren, höchstens Kuscheln anbieten – und selbst noch irgendwelches sinnvolles Zeug tun. Danach sind alle zufriedener, Kind müder, alles gut.
Und wenns wirklich oft ist: Schlafenszeit nach hinten verlegen. Sie brauchen halt auch immer weniger Schlaf. Mit 2.5 Jahren legten wir die Krabbe um 21 Uhr hin, das reichte ihr. Dann strichen wir den Mittagsschlaf, und unsere Abende waren wieder zweisam. Ach. Das war eine tolle Umstellung. Noch ist Herr Schnuffke wohl zu klein, aber: Freut euch drauf!

Das können wir auch mal auf den Maßnahmenkatalog setzen. Bisherige Versuche funktionierten zwar nie so recht (wenn Herr Schnuffke müde ist, fordert er lautstark Bespaßung und -kuschelung ein), aber probieren können wir es ja immer mal wieder.

Den Mittagschlaf ausfallen zu lassen funktioniert leider nur so semigut. Spätestens ab 16 Uhr ist das Kind dann zu nichts mehr zu gebrauchen. Er schläft ohne Mittagschlaf zwar früher als normal ein, aber das ist meist nur eine halbe Stunde. Und dieser begrenzte Zeitgewinn wiegt einen ganzen Nachmittag mit übermüdeten Kleinkind nur sehr selten auf…

Ich freu mich auf die Zeit, wenn man Herrn Schnuffke sagen kann, dass er gern noch wach bleiben darf, solange er sich allein und leise beschäftigt. Mal gucken, wann es soweit ist.

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