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Journal Sonntag, 29.5.2016

Frühes Aufstehen um viertel Sechs, Herr Schnuffke ließ sich von meinem Totstellen nicht beeindrucken und kletterte auf mir herum. Irgendwann entnervt aufgestanden und das Kind tagfertig gemacht und gefüttert, anschließend etwas herumgealbert und mit ihm zum Bäcker gelaufen- der öffnet erst gegen halb Acht, wir mussten bis dahin noch etwas an Zeit überbrücken.

Von Neun bis Zehn schlief das Kind wieder, in der Zeit konnte ich mich tagfertig machen und Krimskrams erledigen; Jott kochte das Mittagessen vor. Nach Erwachen des Kindes bauten Jott und ich mit Herrn Schnuffkes „Unterstützung“ zwei Stühle für unseren neuen Esstisch zusammen, aßen Mittag und brachen zu einem lange geplanten Ausflug auf. Es galt, einen Gutschein einzulösen: Jott hatte zum Geburtstag von Freunden ein Picknick auf der Pfaueninsel geschenkt bekommen, der heutige Tag wurde vor vielen Wochen als Termin festgelegt (fun fact: Mein Terminkalender war noch nie so voll- wir sind weit über das Ende meiner Elternzeit ausgebucht). In Anbetracht der Unwetterwarnungen und der Eindrücke der Gewitter aus den Nachrichten änderten wir allerdings unsere Pläne und kaffee-ten und kuch-ten im Garten besagter Freunde. Bringt ja nüscht, wenn wir alle ’ne Stunde durch Berlin gurken, das Picknick aufbauen, vom eventuellen Unwetter überrascht werden und direktemang wieder alles abbauen und ’ne Stunde zurückfahren müssen.
Herr Schnuffke planschte in einem Kinderplanschbecken zusammen mit der Tochter der Gastgeber, krabbelte mit blanken Hintern durch Gras und Sand, saute sich gründlich ein und hatte viel Spaß.

Als wir irgendwann heimfuhren, powernappte Herr Schnuffke fünf Minuten und tankte scheinbar soviel Energie, dass er beim Zubettbringen wieder Faxen machen konnte. Ich versteh nicht, woher er generell diese Energie nimmt. Es ist, als ob er unter Menschen und beim Kuscheln und Spielen und Toben noch Kraft sammelt. Mich macht das alles unglaublich k.o., ich brauch nach so einem Tag erstmal ’ne Stunde Ruhe an einem stillen und menschenleeren Ort, während Herr Schnuffke nur widerwillig zur Ruhe kommt und vermutlich noch länger unter Menschen sein könnte. Fragt sich, wer von uns beiden merkwürdiger ist.

Was schön war: Och ja, der Tag war ganz nett. Viel Familienzeit, das tat alles in allem gut.

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