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Journal Sonntag, 8.5.2016

Vor dem Schlafzimmerfenster sang des Nachts eine Nachtigall. Meine Eltern warnten mich zwar vor und empfahlen, bei geschlossenen Fenster zu schlafen, aber da ich neugierig auf den Nachtigallen-Gesang war ließ ich sie offen und bereute diese Entscheidung auch nicht. Trotz der Lautstärke (wobei das auch dem Umstand geschuldet sein kann, dass es eben Nacht und daher sehr ruhig war) störte die Nachtigall nicht, der Gesang war sehr melodisch und meine Irritation über Vogelgeräusche in der Nacht (bei uns in Köpenick hören wir nachts keine Vögel) verflog auch schnell.

Weil ich gestern (für meine Verhältnisse) lange an der frischen Luft und in der Sonne war, habe ich Sonnenbrand an den Oberarmen. Und Sonnenallergie. Vielleicht sollte ich mir für unseren Sommerurlaub wirklich einen Burkini zulegen, um nicht die ganze Zeit hummerrot und mit spannender, juckender Haut herumzulaufen.

Herr Schnuffke und ich fuhren heute Vormittag zurück nach Hause. Herr Schnuffke schlief während der ersten Straßenbahnfahrt ein, wachte beim Umsteigen in die S-Bahn auf und war auf Grund großer Müdigkeit sehr ungehalten. Ich versuchte das Kind zu beruhigen, schwitzte Blut und Wasser- mir ist es noch unangenehm, mit einem lautstark weinenden Kind die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen-, konnte ihn aber doch recht schnell in den Schlaf schaukeln und zurück in den Buggy legen (zum Glück, es war sowieso warm und das Kind ist eine kleine Heizung).
Selbst die Fahrstuhlansage beim Umsteigen in eine andere Straßenbahn konnte Herrn Schnuffke nicht aufwecken, so tief schlief er. Ab diesem Zeitpunkt war die Fahrt sehr entspannt.

Alt-Mahlsdorf und die Ecke um den S-Bahnhof Mahlsdeck ist ein hübsches Fleckchen. Die Gegend wirkt teilweise sehr kleinstädtisch, mit ruhigen, baumbestandenen Seitenstraßen mit Kopfsteinpflaster und vielen Einfamilienhäusern auf teils recht großen Grundstücken. Hätte ich gar nicht gedacht, das es dort so idyllisch ist.

Zum Mittag servierte Jott Nudeln mit Bärlauchpesto. Herr Schnuffke hielt das grüne Zeug scheinbar für Tarnfarbe, verteilte es großzügig im Gesicht und sah nach dem Essen aus wie ein kleiner, grün gesprenkelter Kobold.

Am Nachmittag kam K. zu Besuch, um Herrn Schnuffke mal wieder zu sehen (und mich). Die beiden hatten sich zwar schon einmal gesehen, allerdings war das ein knappes dreiviertel Jahr her und seitdem hat sich das Kind ja doch um einiges weiter entwickelt.
Weil das Wetter schön war, gingen wir in den Hof runter und trafen dort die Nachbarn von oben, die mit ihrem Kind im Sandkasten spielten und unsere neue Hofbank einweihten. Wir hatten am Freitag Abend nämlich beschlossen, zusammen eine Bank zu kaufen und sie in den Hof zu stellen. Und das haben sie gestern gemacht.

Was schön war: Die freundlichen Mitreisenden bei der Heimfahrt. Mir wurde unaufgefordert beim Verladen des Kinderwagens geholfen, mir wurden Sitzplätze angeboten, das war toll. Damit hätte ich nicht gerechnet.

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