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Journal Freitag, 25.12.2015

Was man Nachts um halb Vier nicht hören möchte: Fröhliches Babylachen.
Was man Nachts um halb Vier nicht sehen möchte: Ein hellwaches Baby.

Naja. Scheinbar überkam der Heilige Geist heute Nacht Herrn Schnuffke und sorgte dafür, dass das Kind mit einem Mal wach war. So richtig. Für fast zwei Stunden. Obwohl er die letzten Tage intensiv bespielt wurde und sogar früher zu Bett gehen musste, weil er hundemüde war.
Ich weiß nicht was wir alles probiert haben um ihn wieder zum Schlafen zu bewegen, irgendwann gegen fünf Uhr schließlich erbarmte er sich und schlief wieder ein. Wachte aber halb Acht erneut auf. Zum Glück sind meine Eltern relative Frühaufsteher und hatten extra angeboten, das Kind auch morgens schon zu versorgen, so dass ich mir das wache und fröhlich glucksende Kind schnappte, es meiner Mama brachte und mich selbst wieder hinlegte, um gemeinsam mit Jott noch etwas zu schlafen.

Am Vormittag unternahmen mein Papa, Herr Schnuffke und ich einen Spaziergang am See, was meine Mama und Jott sehr rührte: Drei Generationen einträchtig vereint.

Auf dem Rückweg des Spaziergangs liefen wir über den Friedhof und kamen an Grabstätten für Sternenkinder, Säuglinge und Kleinkinder vorbei. Das nimmt mich seit der Schwangerschaft wesentlich stärker mit als früher. Die Gräber, auf denen Spielzeug, Kuscheltiere und teilweise auch Bilder zu sehen waren, sorgten bei uns für einen Kloß im Hals.
Unangenehm überraschend auch, an wie vielen Gräbern wir vorbeikamen, in denen Menschen meines (ungefähren) Alters lagen.

Nach dem Mittagessen (Wildschweinbraten mit Klößen und Rotkohl) brachen wir unsere Zelte bei meinen Eltern ab und fuhren nach Magdeburg zu Jotts Familie. Herr Schnuffke machte uns ein Weihnachtsgeschenk und schlief ab Autobahnauffahrt bis zur Ankunft.
In Magdeburg gabs nochmal eine kleine Bescherung- wir brauchen für die Rückfahrt nach Berlin einen Anhänger allein für Herrn Schnuffkes Geschenke!- und dann einen sehr entspannten Tagesausklang für uns Erwachsene.

Herr Schnuffke hat in letzter Zeit Probleme beim Einschlafen. Er kommt nicht zur Ruhe, will alles sehen und nichts verpassen. Auch heute half nur, das Kind in die Trage zu packen, die Kopfstütze über seinen Kopf zu ziehen und Herrn Schnuffke dadurch von der Außenwelt abzuschotten. Nach fünf Minuten schlief er tief und fest und wachte nicht einmal beim Bugsieren aus der Trage in den Schlafsack auf.
Vielleicht sollten wir seine letzte Stillmahlzeit am Tag reizärmer gestalten.

Die Geschichte von Murmel, dem Biber, muss ich festhalten: Mein Bruder, der Schnuffke-Onkel, war kurz vor Weihnachten in Thüringen und brachte ein Kuscheltier für Herrn Schnuffke mit. Das Kuscheltier ist ein auf seinen Hinterbeinen stehendes Tier, das uns als „Murmel“ vorgestellt wurde.
Bei der Bescherung rätselten wir, was denn Murmel für ein Tier sei. Ein Biber? Nee, der Schwanz war nicht platt. Ein Otter? Auch nicht, nicht stromlinienförmig genug. Eine Bisamratte? Ausgeschlossen, die stehen nicht auf ihren Hinterbeinen.
Aus irgendeinem Grund landeten wir wieder beim Biber, und so war es eben Murmel, der Biber.
Bis es ein paar Stunden später Klick machte: Was, wenn Murmel nicht nur der Name war, sondern auch Rückschlüsse auf die Gattung gäbe? Ein Murmel-Tier? Moment- Murmeltier? Nach einer kurzen Bildrecherche konnten wir übereinstimmend feststellen, dass Murmel kein Biber, sondern tatsächlich ein Murmeltier ist.

Dussligkeit im Kollektiv. Das passiert, wenn das ganze Blut zum Verdauen im Magen ist.

Murmel wird weiterhin als „Murmel, der Biber“ geführt. Sehr zum Verdruss von Jott.

2 Antworten auf „Journal Freitag, 25.12.2015“

Ich kann mich gut erinnern, die letzte Stillmahlzeit bei meiner Tochter auch lieber alleine im Schlafzimmer veranstaltet zu haben. Erst war große Unruhe, dann wurde ca. 5 min geschlafen, dann war sie bereit, in Ruhe zu trinken und danach gut zu schlafen. Gewickelt hatte ich aber schon vorher.
So schlau war ich beim ersten Kind übrigens nicht. da gab’s immer viel mehr Theater.
Es muss sowieso jeder selber ausprobieren, wie es am besten passt.

Willkommen, Katja! Das jeder ausprobieren muss, wie es am besten passt, unterstreiche ich sofort.

In den eigenen vier Wänden ist das alles kein Problem, aber in einer ungewohnten Umgebung mit mehr Geräuschen und Lichtern wirds dann doch schwierig.

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