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Journal Sonntag, 11.10.2015

Nach einer eher unruhigen Nacht beschloss das Kind um 6:40 Uhr, nach dem Stillen nicht mehr schlafen zu wollen. Aaaargh. Heldenhaft ließ ich Jott wieder einschlafen, schnappte mir also Herrn Schnuffke, machte erst ihn und dann mich halbwegs flott, spielte noch ein halbes Stündchen mit ihm und ging dann Frühstücksbrötchen holen. Unterwegs begegnete uns Partyvolk, dass dem Aussehen nach nach einer durchgefeierten Nacht auf dem Weg nach Hause war. Das war merkwürdig- jeder beäugte den anderen neugierig.

Wieder zurück vom Bäcker fing das Kind an zu quengeln, ließ sich partout nicht beruhigen und machte das Schnäbelchen-Gesicht. Eine bessere Beschreibung fällt mir dafür nicht ein, zu sehr erinnert es an ein Vogelküken. Also ins Schlafzimmer gestiefelt, Jott das Kind übergeben, selbst ebenfalls gefrühstück und anschließend wieder ins Schlafzimmer und das Kind abgeholt, damit die Frau noch etwas schlafen kann.

Den restlichen Vormittag mit Herrn Schnuffke gespielt, viel auf dem Boden herumgekrabbelt, merkwürdige Geräusche gemacht und Unterricht im Robben gegeben. Scheinbar befindet sich das Kind derzeit mitten in einer Wachstumsphase (laut dem Oh je, ich wachse-Buch ist es der vierte Schub), was die wechselnden Launen und das häufige Verlangen nach der Brust erklärt.

Gegen Mittag packten wir uns und das Kind dick ein und brachen zu einem Spaziergang auf. Jott hatte die Tage gesehen, dass in der etwas weiteren Nachbarschaft in sehr schöner Lage Altbauten saniert und verkauft werden, dass wollten wir uns angucken. Haben wir dann auch, und wie es der Zufall wollte kamen wir sogar dazu eine 3-Zimmer-Musterwohnung zu besichtigen. Die war auch schön, aber preislich jenseits von Gut und Böse. 3000 Euro pro Quadratmeter sind ’ne Stange Geld, und ich bin etwas skeptisch ob eine Wohnung von ungefähr 100 Quadratmeter für eine mehrköpfige Familie tatsächlichb ausreicht- bei einem Kind solls ja eigentlich nicht bleiben. Zwar ließe sich an der Zimmeranzahl durch das Versetzen von Trennwänden noch etwas drehen, aber so ganz wohl ist mir dabei nicht. Abgesehen davon erfüllt mich die Vorstellung, 30 Jahre lang einen Kredit abzubezahlen mit Unbehagen. In dieser Zeit kann so viel passieren… Und zusätzlich bekommt man für 300.000 Euro etwas weiter draußen in Brandenburg ein Haus mit Garten. Und ewig zur Arbeit fahren müsste man von da auch.

Das Thema ist kompliziert, Sie merken schon.

Auf dem Rückweg war die Geduld des Kindes erschöpft. Hatte es bei der Wohnungsbesichtigung noch geschlafen, wurde es auf dem Weg nach Hause zusehends unleidlicher und ließ sich die letzten 300 Meter nur noch durch Tragen besänftigen. Immerhin schlief es nach dem Stillen etwas länger (Yeah! Wir haben das Kind tatsächlich müde gespielt!) und ließ Jott und mir Zeit, um in Ruhe Mittag zu essen und etwas zu verschnaufen.

Den restlichen Tag verfaultiert: Mit dem Kind gespielt, ein wenig aufgeräumt, am Computer Sachen gemacht, etwas gelernt, das Kind gebadet und am Abend die Gotham-Folgen der letzten beiden Wochen nachgeholt.

5 Antworten auf „Journal Sonntag, 11.10.2015“

Sehen Sie, das ist genau das Problem, das ich mit Wohneigentumserwerb hab. Vor allem inDeutschland, wo die Kaufnebenkosten so exorbitant hoch sind. Hinterher kommt dann doch ein Kind mehr als gedacht und dann steht man da mit seinem einen Zimmer zu wenig und guckt blöd. Wird die Bude evtl nicht mehr los oder kriegt keinen vernünftigen Kredit für die neue oder oder oder. Neenee. Team Miete.

Wohnungssuche in Köpenick ist kompliziert, aber Richtung Innenstadt wird es sicher nicht leichter. Hier auch Team Miete, genossenschaftlich.
Sie sollten bleiben, vll wird Herr Schnufke ja Fußballer dann hat wenigstens er es nicht so weit, 1. FC Union leistet gute Nachwuchsarbeit.

Das ist sowie geplant, Frau-Irgendwas-ist-immer :) Jott kennt jemanden der jemanden kennt der die Unionsknirpse trainiert und da wurde schon vereinbart, dass Herr Schnuffke mitspielt sobald er laufen kann.

Frau Rabe, genau das. Wer sagt denn, dass statt Kind 3 nicht Kind 3 und 4 kommen? Oder das man vielleicht doch mal ein Jobangebot aus einer anderen Stadt oder gar einem anderen Land bekommt?

Also ja, Team Miete. Zumindest vorerst noch und bis meine Argumente entkräftet wurden.

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