Immerhin bis kurz nach Sieben schlafen können, dann nahm das Türenknallen überhand. Ursache waren vor allem die Türen, die sich tatsächlich nicht leise schließen ließen (ich hatte es probiert, weil ich nicht Teil des Problems sein wollte).
Überraschung beim Blick aus dem Fenster: Es schneite dicke, schwere Flocken bei um die 0°C.

Nach dem Frühstück stiefelten wir im Schneetreiben zum Hauptbahnhof zu unserem Railjet, bezogen unsere Plätze und fuhren los. Nach einiger Zeit wurde die Landschaft hügeliger und bergiger, was mich sehr freute– so ein paar Berge tun der Landschaft halt doch ganz gut. Weiter oben lag noch dick Schnee, die Berge um Innsbruck waren komplett eingeschneit und in Brennero hatte es -1°C und Schneetreiben.

Die Kinder spielten Tablet/schauten sich Serien & Filme an, Jott und ich beschäftigten uns ebenfalls gut– Jott mit Minecraft & Crossy Roads, ich mit meinem Roman und aus dem Fenster gucken. Mit dem Zug durch die Alpen zu fahren hatte etwas wirklich magisches (und unheimliches, teils gings neben uns tief nach unten).
Ab Bressanone wurde das Wetter besser, die Sonne kam raus und die Wolken verzogen sich. Je südlicher wir kamen, desto grüner wurde es, der Frühling schien mir ungefähr zwei Wochen vor Berliner Zeit zu sein.

Ankunft in Rovereto kurz nach 16 Uhr. Auch die zweite Zugfahrt machten die Kinder gut mit, lediglich gegen Ende gab es leichte Ermüdungserscheinungen (und Unleidlichkeit weil das WLAN nicht gut genug zum Streamen war und wir vergessen hatten vorher Inhalte runterzuladen).
Hotel: Top. Aussicht: Topper. Palmen vor dem Balkon, alte Gebäude gegenüber, Berge rundherum. Ich war (sehr) begeistert.


Nach Bezug des Zimmers machten wir Rovereto unsicher und schauten uns die Gegend an. Eine sehr pittoreske Kleinstadt, zumindest in den Straßenzügen rund ums Hotel. Zwischendurch ein Aperol- und Limostopp in einer kleinen Bar (when in Italy…), dann ein langer Halt am Spielplatz (mit Hüpfkissen!) für die Kinder und anschließend weiter– gucken, Eis essen, ins Restaurant zum Abendbrot… Als wir wieder im Hotel waren, hatten wir eine erstaunlich hohe Anzahl Schritte gesammelt. Dementsprechend war der Rest des Abends dann sehr ruhig und bestand im wesentlichen aus bettfertig machen und noch ein bisschen lesen.
Apropos: Es gibt eine große, gemeinsame Bettdecke für Jott und mich. Mal gucken wie das wird…



Jott und ich haben entschieden, den Aufenthalt in München auf der Rückfahrt zu canceln und stattdessen durchzufahren. Andere– bessere– Hotels sind aktuell ungefähr doppelt so teuer wie das letzte, das Geld sparen wir uns. Das wird am Mittwoch ein harter Tag, aber dafür schlafen wir dann zu Hause in bekannter Kulisse.
Müssen wir uns halt nur die Daumen drücken, dass zumindest der Zug von Rovereto nach München pünktlich ist und gut durchkommt– alles weitere ergibt sich dann.


