Schlechte Nacht. M hustete ständig und kam irgendwann zu uns. Ich ging im Gegenzug in sein Bett und schlief mehr schlecht als recht.
Am Morgen entschieden wir uns, ihn heute zu Hause zu lassen; die Kinder konnten daher alle etwas länger schlafen– ohne festen Schulbeginn waren wir auch bei den Zwillingen etwas flexibler. So saßen Jott und ich dann morgens vor 7 Uhr am Küchentisch und arbeiteten/planten die nächste Woche vor, während die Kinder noch schliefen. Leichte Erinnerungen an die Zeit in den vergangenen beiden Jahren, als die KiTa geschlossen war und das Standard war.
Vorteil eines Vollautomaten: Es gibt Kaffee auf Knopfdruck…
Nachteil eines Vollautomaten: … wenn man nicht gerad Wasser und Bohnen nachfüllen, den Kaffeesatz leeren und den Behälter reinigen muss.
Theorie und Praxis beim Kind zu Hause lassen:
Theorie: Ach, das arme Kind ist total verrotzt und hustet sich die Seele aus dem Leib. Das lassen wir heut mal zur Schonung zu Hause. Er kann dann ein bisschen spielen und lesen und sich ausruhen.
Praxis: „MEIN GANZES LEGO IST KAPUTT! IHR SEID SCHEISSE! NIEMAND HILFT MIR!“
Kinder.
Konzentrations- und Motivationshänger auf Arbeit. Es gibt gerad nichts dringendes/wichtiges, die Lückenfüller-Aufgaben sind… Lückenfüller ¯\_(ツ)_/¯. Ein bisschen Doku hier, ein bisschen Alibi-Beschäftigung da. Ich kann damit nicht gut umgehen.
Als die Zwillinge zu Hause war, puzzelten J, G und ich gemeinsam vor uns hin. Als das Puzzle sich dem Ende näherte, schlug aus irgendeinem Grund die Stimmung der beiden um. Ich weiß nicht was ich verpasste, aber binnen fünf Minuten waren aus zwei fröhlich puzzelnden Kindern zwei tieftraurige, weinende, beleidgte kleine Grolltrolls geworden. Sie steigerten sich da immer mehr rein, weder Jott noch ich verstanden das Problem. Jott konnte sie dann mit ein bisschen gemeinsamer Switch-Zeit wieder einfangen. Sehr merkwürdig, ich kanns auch mit Abstand nicht einordnen.
Beim Abendessen machten die Jungs Quatsch und steigerten sich in Blödsinn rein. J bekam die Kurve nicht und wurde zusehends frecher/beleidigender/respektloser, an den kamen wir nicht mehr ran. Als er vom Tisch gehen sollte hörte er nicht, als ich ihn raustrug rannte er zurück, immer wieder, und begann irgendwann zu bocken. Das ging dann wieder eine Stunde, inklusive Türenknallen, beleidigen, seine Geschwister hauen, wirklich gemein zu Jott sein. Er war wieder komplett in seinem Tunnel und kam nicht raus. Irgendwann, nach viel Geschrei und Tränen, hatte ihn Jott so weit, dass er zumindest aufhörte mantraartig alles zu wiederholen und zuzuhören, ab da wurde es wieder besser.
Am Donnerstag haben wir ein Gespräch mit seiner Erzieherin, unter anderem zu diesen extremen „Anfällen“, danach werden wir mal vorsichtig bei einer Kinderpsychotherapeutin anfragen– so ganz „normal“ finden wir das nicht, es kommen auch noch einige andere Dinge bei ihm dazu. Kann ja sein das bei ihm alles im Rahmen ist, aber dann brauchen wir, vor allem ich, an der Stelle anderes „Handwerkszeug“ um damit umzugehen. Ihn wie ein rohes Ei zu behandeln kann nicht die Lösung sein.
Abends wollt ich dann eigentlich noch arbeiten, aber ich war zu geschafft & müde und saß stattdessen mit Jott auf Sessel/Couch und ließ mich berieseln.

