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Journal Montag, 21.12.2015

Ein fordernder Tag. Eigentlich war angedacht, dass Jott am Vormittag zum Zahnarzt fährt, ich davor und danach im Home Office arbeite und während ihrer Abwesenheit auf Herrn Schnuffke aufpasse. Daraus wurde nichts, denn alle beide zeigten nach dem Aufstehen Symptome eines Magen-Darm-Infekts. Bis in den Vormittag rein haben wir noch ausprobiert, ob Jott mit gelegentlichen helfenden Handgriffen meinerseits die Kinderbetreuung übernehmen konnte, aber wir sahen relativ bald ein das das nicht funktioniert. Wer sich selbst kaum auf den Beinen halten kann, kann unmöglich ein so nähe- und kuschelbedürftiges Kind wie Herrn Schnuffke hüten. Da musste ich ran- für alle beide. Blöd nur, dass das nicht so recht mit der Arbeit vereinbar war. Also in der Firma angerufen, mit dem Chef die Sache besprochen, zum Arzt gegangen und mich krank schreiben lassen. Mit der Ansage meinerseits, in den ruhigen Momenten zu arbeiten, beziehungsweise ab Nachmittag, wenn meine Mutter zur Unterstützung vorbei käme.

Wirklich schlecht ist die Krankschreibung nicht für mich, der Schnupfen wächst sich zur Erkältung aus.

Vielleicht sollte man uns alle notschlachten. Is‘ ja nich‘ feierlich, was wir an Bazillen und Viren mitnehmen.

Exkurs: Ich frage mich, wie so etwas in anderen Familien funktioniert, wo nicht für drei bis vier Stunden ein Verwandter einspringen kann.

Der Gedanke an Ruhepausen zum Arbeiten war arg optimistisch, denn die gab es bis zum Nachmittag nicht- die beiden Kranken mussten versorgt werden. Herr Schnuffke schlief zwar zwischenzeitlich in seiner Trage, aber wirklich arbeiten konnte ich mit ihm vor Bauch und Brust nicht. Das funktionierte tatsächlich erst, als meine Mutter nach ihrer Arbeit bei uns eintraf und mit Herrn Schnuffke spielte. Der hatte blendende Laune und ließ sich vom Durchfall nicht groß stören.

Nach vielen Jahren Beziehung ist die Beziehung auf ein neues Level gehoben worden: In einem Raum mit der kotzenden Frau. Wir hatten beide gehofft, dass es nie dazu käme, aber dieser Infekt hat unsere Hoffnungen zerschlagen.

Im Laufe des Vormittags trudelten immer mehr Nachrichten der anderen Krabbelgruppen-Mütter vom Samstag ein, alle mit dem selben Inhalt: Kind und Mutter krank, Magen-Darm. Ich war ehrlich gesagt etwas erleichtert, scheinbar nicht verantwortlich für die Erkrankung von Jott und Herrn Schnuffke zu sein.

Gegen halb Sieben war das Kind müde und hungrig, es hatte für gute zweieinhalb Stunden Arbeit und den darauf aufbauenden Versand einer wichtigen E-Mail gereicht. Von halb Sieben bis halb Zehn befand ich mich in einem Zeitloch, in dem Kind füttern und bettfertig machen, Dinge und Sachen für Jott vor- und zubereiten und Wohnung aufräumen ihren Platz fanden. Und seit ungefähr 22 Uhr habe ich frei und kann hören, wie Jott und Herr Schnuffke im Schlafzimmer äußerst unruhig schlafen.

Ich habe etwas gewonnen! Sachen gibts. „Mein“ Kaffeeröster und -versender Coffee Circle hatte ein Adventsgewinnspiel veranstaltet, bei dem ich aus Jux und Dollerei teilnahm. Jetzt bekomme ich irgendwelche abgefahrenen Sachen und kann mit Jott ein Ostsee-Wellness-Wochenende genießen. Wie cool ist das denn?

Das ist nach diesem Tag ein netter kleiner Lichtblick.

Morgen steht ein erneuter Arztbesuch mit Herrn Schnuffke an. Kaum hat er die Bronchitis überwunden, plagt ihn die nächste Erkrankung. Armes kleines Baby.

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