Die mich momentan bewegende Frage lautet: Lässt sich mein Alltag ausschlachten für einen täglichen Beitrag? Ich glaube nämlich, dass dem nicht unbedingt so ist, und beweise das mit dem Standard-Ablauf eines normalen Wochentages. Der steht stellvertretend für 90% der anderen Tage, was bedeutet dass dieser Beitrag hier mehr oder weniger immer aktuell ist.
Da ich einer regelmäßigen Erwerbsarbeit nachgehe, stehe ich vor der Notwendigkeit irgendwann in den frühen Morgenstunden das Bett zu verlassen. Dieser traurige Zeitpunkt ist um 6:27 Uhr gekommen, wenn der Wecker klingelt. Irgendwie schaffe ich es, alle morgendlichen Notwendigkeiten im Halbschlaf zu erfüllen und verlasse gegen 8 Uhr das Haus und komme gegen 9 Uhr im Büro in Berlin Mitte an. Dort wird der Laptop angeschlossen und losgearbeitet. Ich spreche mit Kollegen, telefoniere mit Kunden, organisiere Dinge und Sachen, stimme mich dazu mit meiner Teamleiterin ab und und komme gelegentlich mittendrin dazu, selbst etwas Code zu schreiben. Das nimmt allerdings ab und ist inzwischen eine echte Rarität geworden.
Irgendwann zwischen 13 Uhr und 14 Uhr geht es in die Mittagspause. Yay, Essen! Manchmal mit mitgebrachten Zeug, manchmal mit dem was die umliegenden Restaurants/ Bäcker/ Imbissbuden so hergeben.
Nach der Pause wiederholt sich das Spiel von morgens bis circa 16 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt darf ich das Büro verlassen und enteile in die vorläufige Freiheit. Als frisch gebackener Vater muss ich nämlich nicht die volle Zeit im Büro bleiben, sondern darf einen Teil meiner Arbeit zu Hause erledigen. Das ist eine sehr begrüßenswerte Regelung, für die ich durchaus dankbar bin.
Ich pendele also wieder eine Stunde zurück nach Hause, nehme das Kind an mich und verschaffe Jott so ein paar Minuten Freizeit, die sie in der Regel nutzt um das gemeinsame Abendessen vorzubereiten. Einwände meinerseits, dass ich das ebenfalls machen kann, werden in der Regel ignoriert. Wir essen, puzzeln ein wenig in der Wohnung herum, erzählen, bespaßen das Baby, und dann ist es normalerweise gegen 19:30/ 20 Uhr und die übrig gebliebene Arbeit muss erledigt werden. Das nimmt im Schnitt 90 Minuten in Anspruch, danach kann ich endlich das machen was ich möchte.
Das ist zu diesem Zeitpunkt (wir reden hier von 22 Uhr/ 22:30 Uhr) schlafen. Und davor noch ein bisschen lesen. Aber hauptsächlich schlafen.
Dieser Ablauf wiederholt sich normalerweise an fünf Tagen die Woche. Zum Glück ist es nicht ganz so furchtbar, wie es sich anhört. Hoffe ich.