
Vormittags Spielplatz…

… und nachmittags Spielplatz. Aber ein anderer.
–
Nach dem Frühstück fuhren wir raus ins Brandenburgische, um ein Grundstück anzugucken. Das Grundstück ist gut gelegen, groß genug, voll erschlossen, an einer ausgebauten Straße in einem sehr ruhigen Einfamilienhauswohngebiet, hat der Eigentümerin zufolge keine Altlasten (Familienbesitz seit 60 Jahren), in der näheren und weiteren Nachbarschaft gibt es alles wichtige… Und: Es ist ein schönes Grundstück. Jott und ich könnten uns durchaus vorstellen, dort zu bauen und zu leben. Der Haken: Der Preis ist recht hoch, zumindest wenn man den Bodenrichtwert als Maßstab setzt.
Wir müssen da noch ein bisschen drüber nachdenken.
–
Nach der Grundstücksbesichtigung gingen wir Mittag essen und anschließend auf einen nahe gelegenen Spielplatz, um die Kinder noch ein bisschen spielen zu lasssen. Beides gestaltete sich Js Trotzanfällen wegen etwas anstrengend… Tickende Zeitbombe again. Wir können nicht mal Gründe für seine Anfälle identifizieren, er scheint völlig wahllos und zufällig auszuticken. Die Frequenz ist leider der Wahnsinn- im negativen Sinne. Nahezu alle zehn Minuten ging es vorn vorn los. Ich werde mich also morgen definitiv beim Kinderarzt melden. Trotzen schön und gut, aber das nimmt innerhalb kurzer Zeit sehr erschreckende Züge an und ich mache mir Sorgen, dass es ihm nicht gut geht.
–
Nach Essen und Spielen fuhren wir zurück nach Köpenick zu einem Treffen mit Bekannten. Die Kinder schliefen allesamt ratzfatz ein, so eine ruhige Fahrt hatten wir lange nicht mehr. In Köpenick dann die große Erleichterung, der Anreisewelle für das Union-Spiel zuvor gekommen zu sein- die Straßen waren voll, aber nicht überfüllt, wir kamen ganz gut durch.
Dann Spielplatz. M und G und die Zwillinge der Bekannten spielten sehr frei, J brauchte Jott und mich zum auf uns sitzen und tragen.
–
Abends Kinder baden, das Wasser war danach ziemlich schlammig… J eskalierte beim Baden völlig, ihm die Haare zu waschen war nicht möglich. Das erinnerte mich an die paar Mal im Januar, wo er ebenfalls völlig hysterisch wurde, als er in die Wanne sollte.
–
Noch später Abends, als alle Kinder schliefen, guckten wir den zweiten Teil von Ku’damm ’59. Wie auch die erste Staffel Ku’damm ’56 kann ich Ku’damm ’59 sehr empfehlen. Das ganze Schauspielzeug kann ich nicht beurteilen (außer eben mit „Mag ich“/ „Mag ich nicht“), aber als Einblick in die 50er Jahre finde ich es großartig- und unglaublich beklemmend. Alle scheinen sie gefangen zu sein in einem Sitten- und Moralkonstrukt/ -system, das alle Abweichungen von der Norm als schändlichen Fehler ansieht. Dazu die unmittelbare zeitliche Nähe zur Nazi-Zeit und die fehlende Aufarbeitung. Die massive Geschlechterungerechtkeitkeit, die Verklemmtheit und Prüderie, das Spießige…. Aus meiner heutigen Sicht muss das eine recht furchtbare Zeit gewesen sein.


