[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“. Frau Brüllen fragt, viele Blogger antworten und geben so einen Einblick in ihr Leben.]
3:17 Uhr (ich weiß das, weil ich immer auf die Uhr gucke wenn sich eines der Kinder meldet- ich muss ja rausfinden, ob sich ein eventuelles erneutes Hinlegen noch lohnen könnte) wacht J. auf und hat HUNGER. Jott, die von sowas immer eher wach wird als ich, bereitet Flaschen zu, ich zieh mir eine Sweat-Jacke über (ich frier nachts immer) und füttere J. Jott schnappt sich derweil die schlafende G., weckt sie und gibt ihr ebenfalls die Flasche.
‚Ne gute halbe Stunde später sind wir fertig und können wieder schlafen.
5:09 Uhr klingelt der Wecker. Sehr im Tran schalte ich den aus und wache 5:33 Uhr wieder auf, diesmal nicht ganz so tranig. Da ist wohl in der Zwischenzeit eine Tiefschlafphase zu Ende gegangen. Ich springe (hehe, is‘ klar…) auf, gehe duschen, mach mich tagfein und wandere Zehn vor Sechs weiter in die Küche. Dort: Kaffee, Frühstück, auf dem Arbeitsrechner Mails und Chats checken und die Timing2-App installieren.
Halb Sieben steht Jott mit G. im Arm in der Küche. Ich gebe G. die Flasche, Jott duscht währenddessen. Als ich mit G. fertig bin, bekommt der inzwischen ebenfalls wache J. seine Flasche, Jott frühstückt währenddessen. Als J. und Jott mit Trinken respektive Essen fertig sind, mache ich mich auf den Weg ins Büro- das müsste so gegen halb Acht gewesen sein.
Während der Bahnfahrten lese ich im Feedreader und auf Twitter, vom Alex aus laufe ich weiter zum Hausvogteiplatz und genieße die 15 Minuten Fußmarsch sehr.
8:34:42 Uhr (das hat mir die Zeiterfassungs-App verraten) beginne ich meinen Arbeitstag, ich gebe die getrackten Zeiten des Vortags ins firmeninterne Tool ein. Gerade als ich fertig bin (8:46:38 Uhr, wieder Timing2), ruft einer unserer Kunden mit einem Notfall an. Unser Kunde ist Dienstleister für eine andere Firma (es ist etwas kompliziert…), nennen wir sie V. Und die Firma V. hat bei unserem Kunden offenbar in einer Nacht-und-Nebel-Aktion wegen Nicht-Gefallens die Entfernung eines etwas (total untertrieben) aufwändigeren Features aus einem gemeinsamen Projekt erbeten. Besagtes Projekt soll aber genau heute um 12 Uhr abgeschlossen werden- aber weil unser Kunde eine riesige Firma mit durchdefinierten Prozessen und Workflows ist und verschiedene Abteilungen am Abschluss des Projekts gearbeitet haben, können diese Prozesse und Workflows nicht mal eben so angehalten werden. Es ist also völlig illusorisch, der Bitte von Firma V. nachzukommen.
Es folgt jedenfalls eine gute halbe Stunde emsiger Kommunikation meinerseits mit unserem Kunden und Projektmanager-Kollegen, dann müssen wir auf weitere Rückmeldung unseres Kunden warten.
Ich nutze die Zeit zur Termin-Abstimmung für einen Ersthelfer-Lehrgang, den ich von meiner Agentur aus besuchen werde. 9:30 Uhr beginne ich mit der Entwicklungsarbeit an einem anderen Projekt, muss aber recht schnell wieder aufhören: 10 Uhr findet das tägliche Statusmeeting meines Teams statt. Jeder sagt kurz, was er am Vortag gearbeitet hat, an welcher Stelle es eventuell Probleme gibt, und gibt anschließend einen Ausblick auf den aktuellen Tag.
10:36:21 Uhr (jaja, ich find das halt cool) besprechen zwei Kolleginnen und ich die Anpassung bestimmter Inhalte auf der Websites eines unserer anderen Kunden. Die Darstellung der Seite auf mobilen Endgeräten (sprich: Tablets und Smartphones) soll angepasst werden. Wir besprechen die notwendigen Schritte und ihren ungefähren Aufwand für unsere Entwickler. Der Aufwand wird später in Stunden und Geld umgerechnet und an den Endkunden kommuniziert, dieser kann dann zustimmen und die Entwicklungsarbeit beauftragen, oder eben nicht.
Nach diesem Termin (10:48:32 Uhr) setze ich die Entwicklungsarbeit am Projekt von vor dem täglichen Statusmeeting fort und kann das mehr oder weniger bis zur Mittagspause (13:20:17 Uhr – 13:38:58 Uhr) relativ unterbrechungsfrei durchziehen.
Nach der Pause geht es weiter wie davor: Code schreiben und die Änderungen im Browser angucken. Highlight des Nachmittags ist ein Stück Rhabarber-Streuselkuchen, den ich mir von einer Kollegin erbeten habe.
Kurz nach 16 Uhr habe ich einen wichtigen Teilschritt beim Entwickeln abgeschlossen, und weil ich sowieso normalerweise 16 Uhr Feierabend mache, lasse ich den metaphorischen Stift fallen, klappe das MacBook zu, rufe innerlich „Hoch die Hände, Wochenende!“ und verlasse das Büro.
Den Fahrtweg nutze ich erneut zum Lesen. Als ich ~17:15 Uhr am Bahnhof Köpenick ankomme, ist der Feedreader fast leer, und zwei, drei Artikel sind von der „Später lesen“-Liste verschwunden.
Zu Hause verabreicht Jott den Zwillingen gerade den Abendbrei. Ich schnappe mir ein Schälchen und einen Babylöffel und füttere J.. Der hat aber keine große Lust, von mir Essen zu bekommen, und so gestaltet sich das etwas zäh… Nach der Raubtierfütterung steckt Jott die Zwillinge in ihre Schlafanzüge, ich bereite währenddessen das Abendessen (Salat + gebratene Chorizo) zu.
Beim Essen gucken die Zwillinge zu und unterhalten sich und uns.
Ungefähr 18:15 Uhr bringe ich die Zwillinge ins Bett. Heute funktioniert es wieder ganz gut, eine Viertelstunde später bin ich damit fertig und kann Jott in der Küche noch ein wenig zur Hand gehen. Gegen 19 Uhr sind wir fertig.
Da ich gestern auf Grund des Zahnarzt-Termins etwas später ins Büro kam, setze ich mich nochmal an den Arbeitsrechner und beende bis 20:45 Uhr das Entwicklungsprojekt von heute Nachmittag. Danach spiele ich mit der Timings2-App herum: Für erfasste Zeiten lege ich Projekte an, bereinige Tätigkeitsbeschreibungen, erstelle Projektkategorien und -abhängigkeiten und schaue mir die Diagramme und Exporte an.
Nebenbei laufen am Arbeitsrechner Software-Updates durch, für sowas ist ja normalerweise keine Zeit.
Viertel Zehn wechsle ich ans private MacBook Air und lasse den Tag ausklingen (YouTube, Blogs lesen, WmDedgT-Beitrag schreiben). Und jetzt, gegen Dreiviertel Elf am Abend, gehe ich schlafen.
–
So sieht die Timings2-App für heute aus:


–
Heutiger Ohrwurm. Den Kindern schon zum Frühstück vorgesummt: Iron Maiden – Fear of the Dark.
–
Vor ein paar Tagen wurde ein neues Primitive Technology Video veröffentlicht: Water Powered Hammer (Monjolo). Eine spannende Verbindung: Eine mit Steinzeit-Technologien erstelle Maschine.
Was ich an den Videos generell interessant finde: Ich bekomme einen Eindruck davon, wie mühsam das Leben vor Urzeiten gewesen sein muss. Jedes kleine Werkzeug muss langwierig hergestellt werden, es gibt keine Maschinen, die einem Arbeit abnehmen…
–
Was schön war: Nach dem Abendessen hielten Jott und ich je einen Zwilling auf den Beinen und ließen die Zwillinge sich angucken und anfassen. Mittlerweile freuen sie sich, wenn sie sich sehen, und lachen und zappeln richtig.


