Bürotag. In Anbetracht des schmerzenden Arms und des Wetterberichts die Bahn genommen. Ich tröste mich damit, dass ich nach dem Urlaub (bzw. Jotts Dienstreise-Woche Mitte/Ende) August einfach ganz oft ins Büro fahre.
Termin mit meinem Kunden in dem ich meine Idee, wie ich weniger Angebote schreiben muss, präsentierte. Kam gut an, machen wir so.
Aktuell schreibe ich aus historischen Gründen ein Angebot für das Design zu einem neuen Feature. Nach durchgeführter Feedbackschleife zur Design-Umsetzung erstelle ich ein zweites Angebot für die Umsetzung des Designs. Hat den Hintergrund, dass unsere Entwickler ohne fertiges Design keine Aufwandsschätzung des Features durchführen. Früher kam es dann wohl teilweise vor, dass es keine Beauftragung für die technische Umsetzung gab weil die Gesamtkosten insgesamt zu hoch waren– daher eben zwei Angebote.
Das nervte mich nun schon einige Zeit, heute lösten wir diesen Schmerz auf. Ich setze nun einen Text auf in dem wir uns einigen, dass wir mit Anforderungsmanagement und Design in Vorleistung gehen und der Kunde diese Aufwände auch dann bezahlt, wenn es aus egal welchen Gründen keine technische Umsetzung gibt.
Ich verstehe nicht, wieso ich in der langjährigen Kundenbeziehung der erste bin, der auf diese Idee kommt, aber sei es drum.
Ein weiterer Deep Dive in die Logik eines Kreditrechners, heute kam nämlich noch eine Anpassungsanfrage. Um diese zu verorten musste ich herausfinden, wo diverse Zahlenwerte herkommen, wie diese aktualisiert werden, welches Team zuständig ist und wie wir teamübergreifend zum zum gewünschten Ergebnis kommen. Dabei lernte ich den Tag über mehr über das Tool als im vergangenen Jahr und schlug innerlich die Hände über dem Kopf zusammen. Die notwendigen Anpassungen müssen in vielen unterschiedlichen Dateien in mehreren Systemen gemacht werden. Nichts geht mal eben so, alles zieht einen Rattenschwanz nach sich. Es ist schon zum Mäusemelken. Im Kopf überlegte ich mir in Grundzügen eine Lösung, in der der Kunde alles selbst machen kann und wir raus sind. Das sorgt zwar langfristig für weniger Umsatz, erhöht aber die Qualität für das Produkt und sorgt für eine Verschiebung des Risikos von Fehlkonfiguration von uns auf den Kunden.
Grundlegendes Problem bei diesen ganzen Anfragen: Ich weiß nicht, was ich nicht weiß. Die Leute, die meine Fragen beantworten, beantworten sie buchstabengetreu und geben nur wenig Kontext. Ggf. stelle ich die falschen Fragen oder erkläre selbst nicht gut genug, was ich möchte.
Zu wichtigen Erkenntnissen kam ich dann nur zufällig beim DSA-Spielen mit unserem Principal Software Developer– der erzählt nämlich bei Fragen dann auch ein bisschen drumherum, stellt von sich aus Gegenfragen und nimmt einen mit in die Historie.
Abends DSA gespielt und einen Heidenspaß gehabt. Wir waren immer noch quatschig drauf, aber nicht ganz so schlimm wie beim letzten Mal– es waren aber auch ungefähr 15°C weniger und unsere Hirne nicht so weichgekocht.
