Herr Schnuffke bringt mich an meine Grenzen. Seit Tagen, ach was, WOCHEN, will er nicht mehr auf dem Rücken liegen. Lege ich ihn auf den Rücken auf die Wickelkommode, wendet er sich noch in der Luft zur Seite, sobald meine Hände weg sind dreht er sich und turnt herum. Ich habe alles, wirklich ALLES, probiert. Kein Spielzeug, kein zuvor noch so begehrter Gegenstand kann ihn vom Herumdrehen abhalten. Gut zureden bringt auch nichts, da freut er sich noch und gluckst und brabbelt zurück.
Ihn mit mehr oder weniger Druck auf dem Rücken halten bringe ich nicht übers Herz, zum einen weil ich das als eine (leichte) Form von Gewalt gegen das Kind empfinde und diese nicht anwenden möchte und zum anderen weil er damit sichtlich unglücklich ist und sich lautstark beschwert und eh wieder ausbüchst, sobald ich eine Hand entferne um die Windel anzubringen.
Das Wickeln und Anziehen zieht sich dadurch enorm, es nervt ungemein. Gerade Abends unter der Woche brauche ich das nicht, da hätte ich gern das Herr Schnuffke sich fix wickeln und anziehen lässt und wir das ganze schnell hinter uns bringen können. Mittlerweile kotzt mich die Umdreherei so dermaßen an das ich nur noch schreien könnte. Ich schaffs gerad so, einigermaßen ruhig zu bleiben und rufe zur Not Jott zu Hilfe, aber wenn es eine Sache gäbe die ich abstellen könnte wäre es die vermaledeite Herumdreherei. Selbst das nächtliche Umziehen ist ein Witz dagegen.
Gestern Abend war es so weit, dass ich Herrn Schnuffke das Smartphone mit laufenden YouTube-Videos hinhalten musste, während Jott ihn wickelte. Allein kamen wir nicht gegen ihn an. Aber das ist auch keine Lösung, weil ich dafür drei Arme bräuchte (ich habe leider nur zwei).
Ich hörte vor kurzem den Vergleich mit einem zappelnden Kraken den man in ein Einkaufsnetz bugsieren soll. So fühlt sich das gerade an.
Das schlimmste aber ist die Tatsache, dass ich Herrn Schnuffke nicht lange böse sein kann. Sobald er mich anstrahlt, putzige Babygeräusche macht, sich freut oder friedlich im Bettchen liegend schläft (das ist nach der Wickeltortur die beste Variante), ist er doch wieder ein ganz okayes Baby.
Sehr nervig.
Dussliges Baby.
Dussliger Paul.



4 Antworten auf „Journal Donnerstag, 3.3.2016“
Oh ja, daran kann ich mich gut erinnern. Wir haben irgendwann nur noch auf dem Boden oder dem Bett im Sitzen gewickelt und die Füße anstatt zusätzlicher Arme zu Hilfe genommen. Ist in gewisser Weise auch Zwang, aber schmerzlos und schnell vorüber.
Allerdings erinnere ich mich auch an häufiges mit der Windel in der Hand hinter dem Kind Hinterherkrabbeln ;-)
Bei Freunden habe ich schon öfter gesehen, dass das Kind im Vierfüßlerstand bzw. stehend (und dann meist von hinten, weil vorne irgendwas spannendes und ablenkendes war) gewickelt wurde. Geht natürlich erst wenn das Kind die entsprechenden Positionen einnehmen kann, aber dann klappt das mit ein wenig Übung ganz gut. Naja, zumindest bei *manchen* Windeln…bei anderen bleibt dann halt doch nur noch die Festhalt-Variante, im Interesse ALLER Beteiligten…
Katja, auf dem Boden habe ich auch gewickelt. Mit dem Ergebnis, dass das Herr Schnuffke ruckzuck außer Reichweite krabbelte. Aber vielleicht sollte ich auch die Füße zu Hilfe nehmen.
Um das Kind im Vierfüßlerstand zu wickeln, Frau Em, fehlt mir noch die Übung. Aber es klingt interessant. Genauso wie Wickeln im Stehen, was wohl auch ganz gut ankommt bei den Kindern.