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Montag, 29.04.2024

Viel in Terminen rumgehangen und zwischen meinen verschiedenen Hüten (Projektleiter, Scrum Master, Anwendungsbetreuer) umhergeswitcht.


Nachmittags verkauften die Kinder auf ihrem Hof-Flohmarkt wieder Kram. Als ich es, lesend auf dem Balkon, klappern hörte, wurde ich hellhörig und konnte gerad noch intervenieren: Die Jungs hatten allen Ernstes vor, eine Perplexus-Kugel (Beispiel) für einen Euro zu verkaufen! Das war dann auch Thema beim Abendessen: Was kosten Dinge eigentlich, was ist ihr Wert, sollte man Geschenke seiner Großeltern zu Cash machen…

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Sonntag, 28.04.2024

Beim Blick in den Spiegel einen Stiez entdeckt– so lang sind die Haare schon wieder. Nicht mehr lange und ich muss Jott um eine Frisur bitten.

Als ich aus dem Bad kam, war die ganze Familie schon wach. Ich verkrümelte mich mit meinem Buch auf den Balkon und genoss dort die Ruhe.


Die Fahrradbesichtigung lief super, nach ungefähr 10 Minuten waren wir Ms alte Möhre los und 80 EUR reicher. Jetzt fehlen nur noch die beiden Puky Räder von J und G, dann ist der Keller wieder ein bisschen leerer.


Jott hat sich ja schon vor einer Weile von den Jungs mit dem Minecraft-Virus infizieren lassen und spielt seitdem. Im Gegensatz zu den Kindern kombiniert sie das ganze mit ihrer Sims-Leidenschaft und baut die schönsten Häuser. Sobald eines fertig ist, wird das nächste gebaut. Ich find das ziemlich cool, bewundere ihre Kreativität und ihre Geduld– mir wär da nichts, das ist mir alles zu offen und zu pfriemelig.


Vormittags Auto „gefahren“, einen Meter vor und einen Meter zurück– ich musste Kleidersäcke in den Kofferraum packen und daher von der Wand wegfahren. Das war ein großes Abenteuer, mit unserem Sharan fuhr ich bislang noch nie. Ich musste daher erstmal googlen wie man den Rückwärtsgang einlegt (Schaltknüppel runterdrücken) und weshalb das Auto nicht losfährt obwohl ich drin sitze (ich war nicht angeschnallt). Bevor ich wirklich fahre, sind wohl ein paar Auffrischungsstunden nötig.

Wo wir dann beim Thema sind: Eigentlich möchte ich auch fahren können damit Jott das nicht immer machen muss, andererseits müsste ich mir im Alltag aktiv und extra Gelegenheiten schaffen um Auto zu fahren und in Übung zu bleiben. In der Stadt will ich aber gar nicht fahren, das ist viel zu stressig. Lauter Ampeln, Zebrastreifen, irgendwelche Tempo-Irgendwas-Zonen, die anderen Verkehrsteilnehmer… Die Mehrwerte sind mir auf meinen persönlichen Wegen auch viel zu gering bzw. nicht vorhanden. Ich fahr gern mit den Öffentlichen, da kann ich in Ruhe lesen und Podcast hören, im Auto ginge das nicht. Außerdem müsste ich ständig Parkplätze suchen und auch noch dafür bezahlen, das wäre viel zu teuer.

Einzig die Fahrt zum Schwimmen mit den Kindern fällt mir ein, wo das hilfreich wäre, und vielleicht mal bei Ausflügen bzw. im Urlaub. Aber so oft machen wir das auch nicht.
Schwieriges Thema.


Mittags kamen S und E zum Essen, A war unpässlich– sie hatte eine Nachtschicht und musste sich ausruhen. Die Rommérunde nach dem Essen war dann auch nicht übermäßig spannend, zu dritt machts nicht ganz so viel Spaß.


Nachmittags Js Fahrrad repariert. Das Vorderrad war ständig platt, ich vermutete ein kleines Löchlein.

Eigentlich wollte ich den Schlauch mit ihm gemeinsam flicken, unvergessliche Vater-Sohn-Momente schaffen und ihm beibringen wie man Sachen repariert (und das man auf YouTube für alles Anleitungen findet), aber er wollte dann doch lieber mit M spielen. So saß ich allein vor dem Haus und werkelte vor mich hin.

Das war alles langwieriger als gedacht. Den Schlauch einfach komplett auswechseln wäre einfacher und schneller gewesen, aber es fühlte sich tatsächlich besser an den Flicken raufzubappen.


Die Kinder flohmarkten währenddessen wieder vor sich hin (Déjà-vu Moment), G verkaufte mehrere Schleich-Tiere für 1 Euro, herrje. Offenbar müssen wir mal drüber reden was bestimmte Sachen wert sind.


Abends ein längeres Gespräch mit Jott, es ging um Arbeit und Hobbies und Zeitplanung. Meine Feststellung, dass ich mich wunderbar allein beschäftigen könnte auch ohne Verpflichtungen wie Arbeit und Familie, wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Is‘ aber halt so– allein mit regelmäßigen Sport könnte ich mindestens 1/4 Viertel meines Tages füllen. Dann noch Sachen ausprobieren/lernen (Sprachen, Ukulele, beruflicher Kram), in der Gegend rumlaufen und -fahren, Medienkonsum… Langweilig würde mir so schnell nicht werden. Und falls doch, könnt ich mich auch ehrenamtlich beschäftigen, z.B. zu Open Source Projekten o.ä. beitragen.


Knuspr hat direkt verkackt, die Hälfte der Artikel konnte nicht in den Warenkorb gelegt werden. Das ist für den Einkauf mit Kindern, die nur bestimmte Sachen essen, sehr uncool. Wir bestellten daher erneut bei Rewe.

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Samstag, 27.04.2024

Kurz nach 7 Uhr aufgestanden, in Ruhe im Bad frischgemacht ohne reinwuselnde Kinder und dann auf den Balkon lesen gegangen. Ich mag diese Ruhe am Morgen. Auch wenn mir das Herz beim frühen Aufstehen blutet.


Am Vormittag das alte Fahrrad von M flottgemacht und bei Kleinanzeigen reingestellt. Kurz danach kam die erste Anfrage, wir vereinbarten für morgen Vormittag eine Besichtigung. So muss das :)


Die Rosen vor der Haustür blühen und duften vor sich hin. Heute tummelten sich Hummeln und Bienen, für die es endlich wieder warm genug ist.


Während ich das Rad flott machte, veranstalteten die Kinder auf dem Hof einen eigenen Flohmarkt. Sie hatten wohl gestern in der Schule Blut geleckt. Am Ende des Tages kamen 7,50 EUR durch den Verkauf von nicht mehr benötigten Kram zusammen. Sie wollen das Geld nun in neue Beyblades investieren, staunten jedoch nicht schlecht als Jott ihnen eröffnete das die im Laden so um die 20 Euro kosten…


Die wöchentliche Lebensmittellieferung brachte uns heute Rewe. Nächste Woche wollen wir dann Knuspr ausprobieren. Wobei Rewe tatsächlich ziemlich cool ist, denn da kann ich noch bis einen Tag vor Liefertermin die Lieferung anpassen– ein Feature, das wir die Woche direkt nutzten.


Nachmittags wollte ich eigentlich mit allen Kindern ins FEZ. Die Jungs wollten aber partout nicht, also fuhren G und ich letztendlich allein. Nach dem obligatorischen Softeis spielte und kletterte sie herum, während ich in der Sonne saß und las– keine schlechte Arbeitsteilung.

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Freitag, 26.04.2024

Heute kein Büro, sondern wie geplant Home Office. Viele gestückelte kleine Termine und keine sonderliche Motivation.


Die Kinder deckten sich heute auf dem Schulflohmarkt mit neuen Spielsachen ein. G kaufte sich ein Pferdekuscheltier, dass sie sich schon immer gewünscht hatte, die Jungs mehrere Beyblades (die sind gerad der heiße Scheiß). Damit waren sie den Nachmittag über beschäftigt.


Zur Feier des Freitags Pizza zum Abendessen. Wir aßen gemeinsam auf dem Balkon und genossen die Wärme und die Sonne.


Abends von Jotts frühzeitiger Rückkehr überrascht gewesen. Eigentlich hatte ich sie auf Grund des Ausstands ihrer Lieblingskollegin erst spät/morgen sehr früh erwartet.

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Donnerstag, 25.04.2024

Wie geplant kurz nach Sechs in die Stadt gefahren, noch einen Abstecher zum Rewe (Frühstück) eingelegt und dann gegen 7:15 Uhr am Schreibtisch gesessen. Der Laptop lag genauso da, wie ich ihn gestern unbeabsichtigt liegen gelassen hatte– immerhin.

Bis 13 Uhr durchgearbeitet, dann wieder zurück gefahren und nach einer kurzen Mittagspause die Kinder aus der Schule abgeholt. Mit dem Rad zur Schwimmhalle, während die Kinder schwammen weitergearbeitet und versucht mich von der Lautstärke im Schwimmhallenvorraum nicht stören zu lassen– eine Mädchenclique unterhielt sich lautstark, das drang sogar durch die großen Overear Kopfhörer und die Musik durch.

Nach der Rückkehr nach Hause erstmal eine halbe Stunde regungslos auf der Couch gelegen und durch Insta gescrollt, bevor ich die Energie hatte Abendessen vorzubereiten und die Schwimmsachen der Kinder auszupacken.


Weil mir das Lesen des Urlaubskrimis soviel Spaß bereitet hab, schaute ich die letzten Tage welche Krimireihen denn interessant sein könnten, sammelte ein paar Ideen und entschied dann aber, mich nochmal der Brunetti-Reihe von Donna Leon zu widmen. Die hatte ich vor bestimmt 15 Jahren bis Band 21 gelesen und dann aus den Augen verloren. Die ersten Bände hatte ich noch in verschiedenen Ausgaben und Editionen rumstehen, die Lücken füllte ich bis Band 30 (danach wurde es teuer) über Medimops mit gebrauchten Ausgaben (großartige Sache, die gibts für um die 3,50 Euro pro Buch– ich war total geflashed). Wo ich dann schon dabei war, kaufte ich auch die vorhandenen Ausgaben, die ich noch nicht im Reihen-Typischen Diogenes-Schutzumschlag als gebundenes Buch hatte, nach. Soll ja auch schön im Regal aussehen.

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Mittwoch, 24.04.2024

Ich bin ein Nasenbär. Das es ein 29-Euro-Ticket geben soll, hatte ich mitbekommen und in den Untiefen meines Hirnes abgespeichert, aber leider beim Kauf des Deutschland-Tickets vor ein paar Tagen komplett außer Acht gelassen. Dabei wäre das 29-Euro-Ticket eigentlich perfekt für mich, da ich nur unfassbar selten außerhab Berlins unterwegs bin. Andererseits binde ich mich mit Deutschland-Ticket nicht gleich ein Jahr ans Abo, falls ich in ein paar Wochen merke das ich aus Gründen doch nicht so oft mit den Öffis unterwegs bin.


2. Bürotag die Woche. Ich lief wieder von Jannowitzbrücke, das war schön und tat gut.

Das Büro war wieder recht leer. Ich bin gespannt ob die Firma irgendwann reagiert und die Büroflächen reduziert.


Ich hab mir eine der aussortierten Brotdosen der Kinder geschnappt und bin nun aufgelevelt im Frühstücksgame.


Call me King der Überleitungen: Im Statustermin mit dem Kunden ging es Anfangs um Mobilfunkanbieter und Netzabdeckung, ich berichtete ein bisschen von meinen Erfahrungen mit meinem neuen Anbieter und sagte dabei sowas wie „Der Empfang mit X ist echt ein Trauerspiel“– nur um dann SOFORT und mit einem Gesichtsausdruck wie der Pun Dog mit den Worten „KEIN Trauerspiel ist übrigens unser Projektstand“ zum beruflichen Teil umzuswitchen. Ich bilde mir ein, dass dabei ein ehrfürchtiges Raunen durch die Runde ging.


Öfter mal was neues: Im Scrum-Team habe ich eine kleine Änderungen angestoßen, die hoffentlich eine große Wirkung hat. Während das Team bislang sehr ticketzentriert arbeitete und berichtete, schauen wir ab heute eher auf das was inhaltlich erreicht werden soll und wie sich das ins Gesamtbild einfügt. Das war heute noch sehr holprig, aber in ein paar Tagen hat sich das sicherlich etabliert. Ich verspreche mir davon einen verbesserten Austausch, den Blick über den Ticket-Tellerrand sowie die Erkenntnis, dass das Team gemeinsam etwas gestaltet und auch erreicht.


Beim Mittagessen gestaunt, wie sehr die Kolleg:innen doch rumkommen (mit unseren Urlauben an der Ostsee gewinne ich da keinen Blumenkorb). Es wurde über vergangene und anstehende Urlaube berichtet, ein Kollege erzählte fröhlich von seiner Rundreise durch Süditalien mit zwei kleineren Kindern (3 und 5) und wie toll das war. Ich im Gegenzug mag mir gar nicht vorstellen wie es ist, mit den Kindern zwei Wochen lang täglich mehrere Stunden im Auto zu hängen, auch wenns über den Tag verteilt ist.


Auf dem Heimweg den Spittelreiher fotografiert. So von nahem sind das doch recht beeindruckende Tiere. Das tut vermutlich weh, wenn der mit dem Schnabel rumhackt.


Abends zu Hause festgestellt, dass ich meinen Laptop im Büro vergessen habe. So ein Scheiß… Von den anderen (privaten) Laptops komme ich nicht in die entsprechenden Accounts und kann nichts machen (es fehlt genau _ein_ Passwort, das ich nirgends gespeichert habe als auf dem Arbeitslaptop), daher muss ich also morgen nochmals ins Büro. Super ungünstig, weil ich die Kinder morgen zum Schwimmen bringen und kurz nach 14 Uhr von der Schule abholen muss.

Jott hat sich zum Glück bereit erklärt, den Morgen allein zu wuppen. So kann ich sehr früh (kurz nach 6) losfahren, bin kurz nach 7 im Büro und schaffe bis 13 Uhr, wenn ich wieder los muss, noch genug um nicht Abends bis in die Puppen arbeiten zu müssen.

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Dienstag, 23.04.2024

Bürotag. Jott musste heute wegen eines Zahnarzttermins zu Hause bleiben, daher tauschten wir den Dienstag und den Donnerstag.

War recht leer, wir waren zu 5.. Viel in Terminen gehangen (as usual) und ansonsten das Großraumbüro für mich allein gehabt.


Offenbar war ich gestern sportlich aktiver als ich es selbst in Erinnerung habe:

Eine Million Kilokalorien, das ist mal ’ne Leistung!

(Mir ist bewusst, dass das Datenfehler ist)


Warten aufs Boot.

Das ist der Spittelreiher, den sieht man in der Gegend öfter.


Ich hab ein neues Armband für die Uhr, das mir immer gute Laune macht. Das alte war kaputt, da musste Ersatz her– und Regenbögen gehen immer.


Abends sehr k.o., nicht mehr viel gemacht außer ein bisschen am Rechner spielen und parallel bei Jott Serie gucken.

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Montag, 22.04.2024

Glück gehabt und beim routinemäßigen Blick ins Berliner eGovernment Portal erfolgreich einen Termin zur Verlängerung meines Perso klicken können. Mein alter lief Ende März ab, ich hatte das zwei Tage vor Frist bemerkt. Seitdem klickte ich mehr oder weniger regelmäßig auf der Suche nach Terminen beim Terminservice herum, hatte aber bislang keinen Erfolg– bis heute Vormittag.

Ich muss dafür zwar nach Lichtenberg fahren und noch bis Anfang/Mitte Juni warten, aber immerhin!


Spannend, wie die lange Krankheitsphase von Mitte Dezember bis Mitte Januar in der App meiner Fitnessuhr angezeigt wird:

Der Ausschlag ist das Stresslevel (vermutlich die Kombination aus mehreren Vitalwerten)– das war zu der Zeit ganz schön erhöht.
Krasse Erhöhung des Ruhepulses (blaue Linie)– aber klar, wenn auch der Gang zur Toilette als sportliche Aktivität gewertet wird…

Gegen Mittag schneite es eine ganze Weile. April… Erst Hitzewelle, dann kurz darauf Schnee.

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Sonntag, 21.04.2024

Mit dem Wecker aufgestanden um die Ruhe am Morgen, wenn die Kinder zocken und Jott schläft, mitzunehmen. Eine halbe Stunde dick eingemummelt gegen die Kälte (~0°C) auf dem Balkon gesessen und gelesen. Das war schön.


Vormittags den Haushalt gebändigt und rumgerödelt, bis A, S und E zum Mittagessen und Rommé spielen vorbei kamen. Ich gewann die ersten drei Runden, wurde insgesamt aber leider trotzdem nur Zweiter.


Nachmittags wurden die Jungs ganz klassisch vom Nachbarsjungen zum Fußballspielen abgeholt– es klingelte an der Tür, dann kam die Frage „Kann M zum Fußballspielen rauskommen?“. Konnte er, J folgte ihm stehenden Fußes und auch G und E gingen zum Inline Skates fahren mit.


Den Tag ziemlich angeschlagen und erkältet gefühlt, hoffen wir mal das es morgen besser ist.

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Samstag, 20.04.2024

Den Wecker für 7:16 Uhr ignoriert und weitergeschlafen (muss auch mal sein, immerhin kann ich mir diesen Luxus wenigstens heute gönnen). Trotzdem noch rechtzeitig aufgewacht um zum Frühstück wach UND geistig einigermaßen anwesend zu sein.


Die Kinder gingen nach dem Frühstück auf den Hof spielen. Dabei schafften sie es aber, alle 5 bis 10 Minuten aus irgendwelchen Gründen und Nicht-Gründen zu klingeln und entweder Jott oder mich aufzuscheuchen. Der nach draußen mit den Worten „Dann müsst ihr nicht klingeln“ mitgebenene Schlüssel war immer beim falschen Kind– und da sich die Kinder in wechselnden Fraktionen stritten und beharkten, sprachen sie auch nicht großartig miteinander.


Der heutige Bringmeister–Lieferant fand unseren Eingang nicht (kommt vor, das Objekt ist für Lieferdienste ein Alptraum), konnte am Telefon aber weder Deutsch noch Englisch sprechen, dafür aber rumänisch. Das spreche ich wiederum nicht, ich weiß adhoc noch nichtmal wie rumänisch klingt (Annahme: Wie eine Mischung aus italienisch und russisch?). Eine Verständigung war über Telefon also nicht möglich, das Lotsen zum richtigen Eingang somit ausgeschlossen. Zum Glück konnte ich vom Balkon aus das Bringmeister-Auto sehen und so erahnen, wo er langlaufen könnte, dadurch konnte ich ihn dann draußen recht fix aufgabeln und zur Wohnung führen.


Nachmittags wollten wir in die Bibliothek fahren und Bücher abgeben. Aus nicht mehr so ganz nachvollziehbaren Gründen eskalierte J mal wieder vor sich hin, weswegen G, M und ich allein fuhren– nur um dann wegen IT-Wartungsarbeiten vor verschlossenen Türen zu stehen. Ich war unschlüssig ob ich mich über die Bibliothek oder mich ärgern sollte, weil ich nicht nochmal sicherheithsalber nachgeschaut hatte das innerhalb der normalen Öffnungszeiten wirklich geöffnet war, und ärgerte mich dann über uns beide.

Anschließend eine Übung in Positiv-Sehen mit den Kindern: Nein, wir waren nicht umsonst da gewesen– wir hatten einfach nur nicht unsere Bücher abgegben können. Stattdessen waren wir rausgekommen, hatten Spaß beim Radfahren und konnten uns den Frühlingswind um die Nase wehen lassen.


Bei Ankunft zu Hause den Kindern aus Gründen– sie lieferten sich Wettrennen, fuhren sich gegenseitig fast über den Haufen, schnitten sich, passten an Ecken nicht auf– ggf. etwas drastisch Gefahren des Straßenverkehrs vermittelt. Dazu ist unsere Tiefgarage ganz gut geeignet, dort gibts Ecken wo man wirklich erst genau an der Ecke sieht was dahinter ist und auch Autos, hinter denen ein Kind einfach so verschwindet und man es nicht mehr sieht. Ich spielte wahlweise Auto oder Fußgänger und fuhr die beiden an den Ecken, an denen sie vorbei rasten, entweder um oder ließ mich umfahren, stellte sie hinter die Autos und ließ sie schauen ob wann sie ihr vorbei laufendes/fahrendes Geschwisterkind sehen und zeigte ihnen außerdem, wie wichtig Abstand ist wenn der Vordermann plötzlich bremst. Die beiden hatten Spaß, ich hoffe es bleibt was hängen.


Jott und ich wissen beide nicht groß weiter ob Js Eskalationen. Das Kind bringt uns an unsere Grenzen, er ist verbal und körperlich verletzend und wie in einem Wuttunnel gefangen. Die Auslöser können total nichtig sein, es ist als ob dann ein Schalter bei ihm umgelegt wird. Wenn er dann nach ein bis zwei Stunden wieder einigermaßen beruhigt ist, ist er total k.o. und scheint von sich selbst erschrocken zu sein.


Jott ging Abends mit einer Arbeitsfreundin (Mischung aus Kollegin und Freundin) aufs Weinfest in der Köpenicker Altstadt. Ich spielte ein bisschen und ging dann recht früh ins Bett, nachdem ich für die Genesung noch einen heißen Grog mit Zitronensaft trank.


Aktuell ist das Familienleben so anstrengend, auslaugend und aufreibend, dass wir uns beide fragen ob das nur bei uns so ist, wieso wir eigentlich Kinder wollten und was wir noch machen können damit es wieder besser wird.