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Journal Samstag, 30.11.2019

Die Nacht im Zwillingszimmer verbracht, als Dank eine Kopfnuss von J kassiert.

Die Kinder waren heute noch einen Tick anstrengender als sonst. Vielleicht liegts am Kälteeinbruch, vielleicht war was im Wasser, vielleicht… was weiß ich. Sie hingen Jott am Rockzipfel, waren weinerlich, stritten sich viel, machten Blödsinn hoch Zehn, hörten noch weniger als sonst…

Wir waren Vormittags wieder draußen. Mit den Laufrädern die Wuhle entlang, Enten und Katzen gucken.

Leider sind auf dem Rückweg M und J abgehauen… Auf Twitter verarbeitete ich das, als alles überstunden war– in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit hier einfach eine Kopie, ich muss das ja nicht nochmal schreiben.

Der Vierjährige und der Zweijährige sind vorhin auf dem Spaziergang mit ihren Laufrädern abgehauen. Bis zu einer Kurve hab ich sie gesehen, danach waren sie… weg.
Sie hatten auf dem Heimweg ein Wettrennen gemacht. Sind vorgefahren. Ihre Schwester blieb bei mir, die wollte nicht schneller.
Weil ja bislang _immer_ alles gut ging, hab ich sie dann ein bisschen vorfahren lassen. Erfahrungsgemäß halten sie irgendwann an und drehen um.
Heute nicht.
Alle Zurufe halten nichts, sie fuhren weiter– so ein Wettrennen bricht man ja nicht einfach ab, vor allem wenn man eh nach Hause zu Mama will…
Als ich rennen wollte, weinte ihre Schwester weil sie nicht zurückbleiben wollte. Also lief ich langsamer, immer noch in der trügerischen Gewissheit, dass die Jungs spätestens an der Stelle, wo unser Spazierweg eine Straße kreuz, anhalten würden. Machen sie normalerweise auch.
Irgendwann machte unser Weg eine Kurve, ich verlor die Jungs aus den Augen. Ich dachte mir immer noch nichts.
Als wir an der Kurve waren, wurde ich stutzig. Keine Jungs mehr zu sehen. Also doch losgerannt, das Weinen der kleinen Schwester ignoriert.
Zu dem Zeitpunkt war meine größte Sorge, dass die Jungs in ihrem Eifer vom Weg abkommen, in die Wuhle fahren und ich nicht schnell genug da bin um sie rauszuziehen.
Irgendwann waren wir dann an der Straße- die Jungs aber nicht. Da hab ich dann leichte Panik bekommen. 50 Meter entfernt ist eine größere Straße, die am S-Bahnhof vorbeiführt– inkl. mehrerer Spuren, Haltestellen für Busse und Straßenbahnen.
Also die Straße runter gelaufen und gehofft, dass die Jungs wenigstens an der Kreuzung stehen geblieben sind. War nicht so.
Nochmal zurück zur Mündung des Spazierweges– vielleicht hatten sie sich ja wie durch ein Wunder dort eingefunden?

Nö.
Das war der Zeitpunkt, an dem ich wirklich beunruhigt war und die Frau anrief. Die ging auch verhältnismäßig schnell ran. Bevor ich noch groß was sagen konnte, kam von ihr …
„Die beiden sind hier“.

Puh. Und: W-T-F?
„Hier“ ist: Zu Hause. Jenseits der großen Straße.
Die Jungs sind also vorgerast, über eine Straße gelaufen– sie hatten geguckt und kein Auto kam–, an den diversen Haltestellen vorbei gefahren, ein Stück an einer mehrspurigen Straße lang und dann auf einen Parkplatz gefahren, an dessen Rand unsere Wohnung liegt.
Dort haben sie ihre Mama durch ein offenes Fenster– die Frau kochte gerad– gesehen, ihr zugerufen und sich gefreut.
Ich hab sie dann, da sie nicht aufs Grundstück kamen, vom Parkplatz eingesammelt.
Fucking 10 Minuten Angst und Bange.

Ich krieg immer noch Puls, wenn ich das Revue passieren lasse.


Mittags Halawat el Jibn zubereitet. Fürs erste Mal okay, aber mit deutlich Luft nach oben. Normales Weizengrieß ist tatsächlich zu grob, ich brauch was feineres. Und beim Zucker hätt ich auch nicht geizen sollen. Und mein Fake Astha erinnerte von der Konsistenz her an Pudding und war leider nicht so schön cremig wie in den gekauften Halawat von der Konditorei Damaskus. Das muss ich wohl nochmal probieren.

Abends mit Menschen essen gewesen im Kanaan. War sehr gut. Ich hatte einen Süßkartoffelsalat und den Kanaan-Falafel-Teller und kam voll auf meine Kosten. Die Falafel waren der Hammer, ich werde nie wieder die trockenen Dinger essen können die es in Dönerbuden gibt.

Ein schöner Ausklang eines weniger schönen Tages.

Eine Antwort auf „Journal Samstag, 30.11.2019“

was ne Sch*ß-Situation, ich hätte auch tagelang Puls. Was ein Glück, dass alles gut ausging und die beiden Rabauken den Heimweg kannten.
Alles Liebe!

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