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Journal Dienstag, 29.9.2015

Von einem positiven Standpunkt aus betrachtet ist es total toll, dass ich das Kind nach dem nach Hause kommen um 20 Uhr noch wach erleben durfte und noch mehr als eine Stunde mit ihm kuscheln konnte.

Von einem negativen Standpunkt aus betrachtet ist es sehr nervig, nach mehr als zwölf Stunden nach Hause zu kommen, das nicht schlafen wollende Kind in der Trage eine gute Stunde durch die Wohnung in den Schlaf zu schaukeln, die Trage abzunehmen, und beim Schlafsack-Anziehen das Kind wieder aufzuwecken.

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Journal Montag, 28.9.2015

Es wird Zeit für meine große blaue Überdecke und den Zugluftstopper vor dem Türschlitz. Die 16° oder 17° im Schlafzimmer sind mir des Nachts zu kalt.

Sehr lustlos zur Arbeit gefahren und dort den Tag mit Sachen aufarbeiten verbracht. Kurzzeitig überlegt, einfach alle Mails, Chats und Tasks als „gelesen“/ „erledigt“ zu markieren. Furchtbar schlechtes Gewissen ob der Unmotivation gehabt: Es gibt genügend Menschen, die gern zu den eigentlich traumhaften Bedingungen (angemessenes Gehalt, warmes Büro, keine körperliche Arbeit, relativ geregelte Arbeitszeiten) arbeiten möchten, es aber nicht können- und ich Jammerlappen beschwer mich aus einem nicht so einfach definierbaren Gefühl der Unzufriedenheit heraus.

Nach Hause gekommen und das Kind kurz vor dem zu Bett gehen erwischt. Er hatte allerdings nur Augen für Jott, die ihn gerade stillte. Damit beschränkte sich mein Kontakt zum Kind auf das morgentliche Wickeln. Hurra! Nicht.

Mich sehr über den neusten Lunarbaboon-Comic Chapter amüsiert, beim Hören und Sehen von Sie mögen sich von Shaban & Käptn Peng gleichermaßen irritiert und begeistert gewesen. Das ist ein ziemlich gutes Gleichnis für eine Beziehung. Glaub ich. Ich kenn mich da nicht so aus.

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Journal Sonntag, 27.9.2015

Ausgiebiges Frühstück mit der jungen Nachbarsfamilie von oben.  Sie scheinen weiterhin nett zu sein. Grobe Verabredung für ein weiteres Treffen gemacht.

Den letzten Tag vor dem Wiederaufnehmen der Arbeit genossen, etwas gespielt, etwas an der eigenen OwnCloud-Instanz gebastelt, Domains transferiert, Admin-Kram in eigener Sache gemacht. Es wäre schön, wenn dieses Herumpuzzeln sich stärker im Arbeitsleben finden könnte. Aber vermutlich muss ich dazu einige Stellschrauben drehen.

Herr Schnuffke wurde heute das erste Mal in der großen Badewanne gebadet. Ganz großes Kino für ihn: So viel Platz, so viel Wasser! Der überraschte Gesichtsausdruck ist unglaublich schön, wenn er merkt dass er nahezu schwerelos ist und herumplanschen kann.

Es geht unwahrscheinlich auf die Knie und den Rücken, vor der Badewanne hockend vornübergebeugt das Kind zu halten. Diese vermaledeite Unsportlichkeit.

Beim Trockenrubbeln und -föhnen die Haarbürste auf das Kind fallen gelassen und genau die Stirn getroffen. Großes Geschrei ob des Schrecks und plötzliches Schmerzes bei Herrn Schnuffke, weiche Knie beim Papa. Ich will gar nicht wissen wie das wird, wenn dem Kind tatsächlich etwas passiert.

Zum Tagesausklang mit Jott die verpassten letzten beiden Folgen Gotham angeschaut und wieder gut unterhalten worden.

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Essensplan

Essensplan KW 39/40

Tag Gericht
Samstag Reste
Sonntag Pizza
Montag Chili con Carne
Dienstag Bohnensuppe
Mittwoch Flammkuchen
Donnerstag Hähnchencurry
Freitag vegetarisches Gulasch (aus Deutschland vegetarisch)
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Journal Donnerstag, 24.9.2015

Ich habe heute todesmutig den Angel-Vac-Nasensauger an mir selbst getestet (getreu dem Motto: Wenn mein Kind das nutzen soll, muss es erst den Papa-Eignungstest bestehen). Das Ergebnis (Achtung, ekliger Wortwitz) ließ sich sehen. Sekundenschnell war meine Nase frei, und das ohne zusätzliches Miteinsaugen von Gehirnmasse (glaube ich- ich fühle mich zumindest nicht dümmer als vorher). Wenn das Kind also doch mal vor sich hin schnoddert, kann der Nasensauger zum Einsatz kommen.

Mit dem Kind in der Trage beim Bäcker. Die Frage ob das Kind schläft verneine ich mit „Nee, der schläft tagsüber nicht mehr“. Zu Hause angekommen schläft das Kind tief und fest.

Vermutlich hat Herr Schnuffke beim Bäcker zugehört und musste seinem Vater beweisen, dass er falsch lag: Heute war nämlich ein Schlaftag, was ich dazu nutzte um etwas exzessiver als sonst zu spielen. Momentan wieder einmal Diablo 3. Dabei gemerkt, dass der Spiele-Laptop spätestens nächstes Jahr ausgetauscht werden muss- abgesehen vom zerbrochenen Display-Scharnier hat er einfach nicht genügend Power zum Bekämpfen größerer Monsterhorden. Aber gut, nach sechs oder sieben Jahren ist das durchaus in Ordnung.

Den Abend dazu genutzt, mich etwas über ssh keys zu belesen und die für diverse Server einzusetzen. Außerdem plane ich, eine eigene OwnCloud-Instanz aufzusetzen um die Verwandschaft mit Babybildern versorgen zu können- da muss auch einiges vorbereitet werden.

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Journal Mittwoch, 23.9.2015

Schnell schnell, ehe der Akku vom Laptop entladen ist…

Wir haben heute NICHTS gemacht. Außer Käsespätzle. Das war schön. Beides.

Ich bin ’ne faule Sau, schon klar, aber gerade jetzt wo diese nervige Erkältung tatsächlich langsam am abklingen ist, genieße ich den Umstand, mit Frau und Kind gemeinsam zu Hause zu sein und ganz entspannt in den Tag leben zu können. Schön, dass das noch vier Tage so weitergeht.

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Journal Dienstag, 22.9.2015

Scheinbar bekommt das Kind Zähne und hat sich auf Grund einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte während dieses Ereignisses eine Erkältung eingefangen. Die untere Kauleiste ist rot, heiß und hart und das ist wohl das untrügliche Anzeichen für baldiges Zahnen. So zumindest die Kinderärztin beim heutigen Besuch. Während Jott bei dem Gedanken zittert- unser Kind wird gestillt, was passiert wenn kleine, scharfe Kinderzähne auf sensible Brustwarzen treffen kann sich wohl jeder vorstellen-, freue ich mich: Das ist ein erster Schritt in Richtung „mit den Eltern essen“, was über kurz oder lang dazu führen wird dass ich ebenfalls beim Füttern des Kindes mithelfen kann.

Beim Mirabellen-Kaufen auf der Einkaufstour eine unangehme Situation: Der Obstverkäufer unterhielt sich mit seiner Kollegin über „die scheiß Flüchtlinge“ und dass die Regierung „das eigene Volk verhungern lässt“ (so sinngemäß). Für mehr als ein „So verhungert wirken sie aber nicht“ und einer kurzen Empfehlung, vielleicht dochmal etwas Empathie zu zeigen für Menschen die vor Mord und Totschlag flüchten, hats bei mir leider nicht gereicht. Ich bin auf solche Situationen furchtbar unvorbereitet- nach dem Lesen von unzähligen Artikeln zur Flüchtlingskrise kenne ich zwar die Vorurteile und auch einige Fakten, weiß aber nicht so wirklich wie ich diese im Gespräch anbringen soll. Vor allem wenn die Person auf der Gegenseite so unglaublich dumme Dinge sagt.

Die richtige Reaktion wäre vermutlich gewesen, den Kauf abzubrechen. Aber was hätte das schon gebracht.

Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich die momentane positive Berichterstattung der Medien für sehr lobenswert halte, aber nicht an deren Erfolg glaube: Menschen wie der Mirabellenverkäufer wollen überhaupt nicht Argumente austauschen und vielleicht etwas dazu lernen. Denen ist es auch völlig egal, ob sie Recht oder Unrecht haben. Es geht einfach nur darum, ein Feindbild zu haben, jemand Schwächeres, auf den man mit Verachtung und Missgunst und Hass herabblicken kann. Nur dann kann man sich nämlich einreden, etwas besseres zu sein, und kann von der Angst ablenken, die man eigentlich hat.

Ganz anderes Thema: „Warum ein 6-Stunden-Arbeitstag perfekt ist“ gelesen und darin viele eigene Gedanken wiedergefunden. Ich frag mich sowieso, weshalb so viele Menschen die 40-Stunden-Woche für alternativlos halten und sang- und klanglos hinnehmen, wenn doch eigentlich klar ist dass es genügend Alternativen gibt, die eben nur mal durchdacht und ausprobiert werden müssten. Sobald es bei uns irgendwie machbar ist, werde ich meine Arbeitszeit reduzieren, und nach Möglichkeit auf besagte 30 Stunden die Woche.

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Journal Montag, 21.9.2015

Am Morgen zur Urlaubsvertretung meiner Hausärztin gestiefelt, nur um dort zu erfahren dass der Vertretungsarzt ebenfalls im Urlaub ist und dessen Praxispersonal von nichts wusste. Super. Also zurück nach Hause, Jott gefragt ob sie einen okayen Arzt in der Gegend kennt und auf ihre Empfehlung hin zuerst telefonisch erkundigt ob überhaupt ein Arzt zum Ausstellen einer Krankschreibung anwesend ist- gelegentlich lerne ich dazu. Weil es inzwischen nach 8:30 Uhr und somit nach Beendigung der Akutsprechstunde war, geriet ich unter die Terminpatienten, durfte im Wartezimmer Platz nehmen und eine ziemlich lange Zeit in meiner mitgebrachten GeoEpoche über die RAF lesen.

Nach gut zwei Stunden verließ ich die Arztpraxis mit einer neuen Krankschreibung und darf mich jetzt bis Freitag erholen. Das ist das allererste Mal, dass ich mich nicht mit einer halb auskurierten Erkrankung zur Arbeit schleppe, und ich habe Schuldgefühle deswegen. Schlau ist das nicht.

Das Kind schnieft und schnauft und niest und hustet und möchte nur noch getragen werden, sonst beschwert es sich. Mit anderen Worten: Alle drei Personen im Haushalt sind krank. Auch mal ’ne Erfahrung.

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Journal Sonntag, 20.9.2015

Es ist ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Heute begann die nächste Phase der Monster-Erkältung: Husten und Schniefen. Demzufolge haben sich auch wieder Halsschmerzen und eine sehr angeschlagene Stimme eingestellt. Morgen gehts also erneut zum Arzt mit der Bitte, die Krankschreibung noch etwas zu verlängern.

Auf die Frage, wie es ihr ginge, antwortete Jott heute morgen mit „schlecht“ und schob mir das Kind zu mit der Bitte, es zu wickeln und zu bespaßen, damit sie noch etwas schlafen könne. Also dem nachgegangen, das Kind trocken gelegt und dann mit dem Kind in der Trage beim Bäcker Frühstück und etwas Kuchen besorgt.

Herr Schnuffke war heute zu unserem großen Glück sehr pflegeleicht, schlief an mich gekuschelt viel und spielte ansonsten mit seinem Spielzeug. Hoffentlich ist das nicht die Ruhe vor dem Sturm beziehungsweise dem Krankheitsausbruch. Das wäre unschön.

Abends das erste Mal mit Kind gebadet. Direkt das Kind in Bauchlage unfreiwillig untertauchen lassen, was mit panischem Gehuste und entrüsteten Blicken à la „Papa, wieso tust Du mir das an?“ quittiert wurde. Das üben wir nochmal.

Nebenbei von einer Badewanne geträumt, in der nicht die Füße, die Knie oder der Oberkörper rausgucken.

Es erstaunt mich immer wieder, wie schnell so ein Tag, gefüllt mit lauter Kleinkram, vorbei gehen kann.

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Journal Samstag, 19.9.2015

Geburtstag nachfeiern bei der Schnuffke-Großmutter (die partout weder Oma, Omi oder Großmutter genannt werden möchte, weil sie das alt macht- mal gucken, wie lange sie das durchhält). Die vorsorglich eingepackten Schmerztabletten für mich mussten nicht zum Einsatz kommen, die Erkältung hielt sich gnädigerweise ziemlich zurück- wenn man von der Matschigkeit absieht. Ich bin ein wenig überrascht, wie hartnäckig sie sich hält. Derzeit ist noch nicht absehbar, dass ich Montag tatsächlich wieder arbeiten kann, weil ich kaum drei Schritte laufen kann ohne dass der Kreislauf ein „Paul, setz Dich hin!“ signalisiert.

Es ist schon schön, so im Kreis der Familie zu sitzen und zu beobachten, wie alle gebannt das Baby angucken und sich freuen. Heute hat der Schnuffke-Onkel aus meiner Familienhälfte seinen Neffen zum ersten Mal auf dem Arm gehalten und war tatsächlich etwas überfordert, das Kind richtig zu halten- laut Eigenaussage ist es der erste Säugling, den er je gehalten hat. Ging trotzdem gut, auch wenn das Kind natürlich spürt dass sein Träger irritiert ist und dann selbst dementsprechend reagiert.

Auf der Heimfahrt hatte das Kind Hunger und musste dies lautstark mitteilen. Scheiß Situation, vor allem weil wir gerade durch ein dunkles Waldstück fuhren und nicht anhalten wollten. Kurz nach dem (erleuchteten) Ortseingang Friedrichshagen dann am Fahrbahnrand gehalten und das Kind etwas besänftigt. Gut dass wir zu zweit waren, allein stelle ich mir das ziemlich nervenaufreibend vor.

Abends mit Jott „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ im Fernsehen geschaut. Manchmal überrascht mich die Frau an meiner Seite noch, und wenn sie mir eröffnet noch nie Star Wars gesehen zu haben ist das einer dieser Momente. Ich meine… Wie kann man Star Wars nicht kennen? Herrje.

Leise Befürchtung, Jott mit der Erkältung angesteckt zu haben. Sie hat leichte Halsschmerzen- und so fings bei mir auch an. Ich hoffe, ihr Körper verkraftet das besser als meiner. Ich weiß nicht, wie die Betreuung von Frau und Kind laufen soll wenn ich wieder arbeiten muss.

Zur Nacht noch geistige Höchstleistungen beim Hashtag #EinBuchstabedanebenHunde. Zumindest ich hatte meinen Spaß.