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Montag, 09.02.2026

Weiterhin leicht erkältet und angeschlagen gefühlt. Am Wochenende gings, heute merkte ich es wieder. Leichte Halsschmerzen, aber auf der anderen Halsseite als Freitag.
Ich mach dann mal ’ne Woche Büro- und Sportpause und gönn mir ein bisschen mehr Ruhe.


Auf dem Weg zur Schule Vogelzwitschern und mich gewundert, ob das nicht ein bisschen früh ist. Offenbar nicht, aber vor einem Jahr hab ich mich das auch gefragt.
Lange und viel gearbeitet.


Erledigungspaul: Einen Augenarzttermin für das eine Kind vereinbart, die Erstaufnahme beim Kieferokthopäden für das andere, den Ergotherapietermin mit dem dritten Kind wahrgenommen… Davor, dazwischen und danach viel und lange gearbeitet, mein GLZ-Konto freut sich (vielleicht aber auch nicht, weil tiefrot).


Überraschung am Nachmittag: Während M Schwimmen war, räumte J das Jungszimmer ganz allein auf und sorgte für Ordnung. Endlich wieder freie Bahn bis zum Fenster!


Jott plant seit einiger Zeit die Umgestaltung besagten Jungszimmers. Beide bekommen richtige Hochbetten, darunter wird es Schreibtisch/Lümmelcouch geben. Dem Alter etwas angemessener.
Vermutlich im Frühsommer bauen wir dann um, mal schauen wie wir das machen– am sinnvollsten wäre es vermutlich, ein oder zwei Tage frei zu nehmen.


In Autokratien gilt: Werde brutal, oder verliere deinen Job“ (Krautreporter, Geschenklink)
Wenn Menschen in Diktaturen foltern, entführen und töten, hat das oft wenig mit Überzeugung zu tun, erklärt der Politikwissenschaftler Christian Gläßel.
Die Banalität des Bösen. Immer wieder.


Tränen, ja wirklich: Tränen gelacht bei diesem Reel. Die wegrutschenden Füße!


Nochmal zum Wilhelm-Tell-Film vom Freitag, ich kam im Nachgang drauf was mich daran störte und versuche, es in Worte zu fassen und mich dem zu nähern: Die bemühte Diversität, bzw. das vorgehaltene Feigenblatt „Wir beschäftigen auch nicht-weiße Schauspieler:innen und sind allein dadurch divers“.
Tells Frau Suna wird von der iranischstämmigen Schauspielerin Golshifteh Farahani gespielt, der Charakter Fürst (im Film ein Priester) von Amar Chadha-Patel (Brite mit indischen Wurzeln). Beide werden definitiv nicht-weiß gelesen/wahrgenommen.
Im Fall von Suna wird wenigstens noch versucht, eine Hintergrundgeschichte zu entwickeln (sie kam mit ihm nach seiner Teilnahme am Kreuzzug zurück), bei Fürst ist dem nicht so. Die Hintergrundgeschichte ist aber leider überhaupt nicht relevant und wirkt lediglich wie ein Alibi.
Wenn eine Frau/ein Priester aus dem Orient in ein abgeschottetes Schweizer Bergdorf des 14. Jahrhunderts kommt, müsste das soziale Reibungen, Neugier oder Konflikte erzeugen. Das wird aber gar nicht gezeigt bzw. scheint nicht zu existieren.
Ich empfand die Besetzung in einem Setting, das in der eher abgeschiedenen und vermutlich isolierteren mittelalterlichen Schweiz spielt, als sehr auffallend und unorganisch– also so, als ob man sich krampfhaft bemüht, auch nichtweiße Schauspieler:innen zu integrieren um eine Quote zu erfüllen und eine Checkbox abzuhaken.
Der Fachbegriff ist wohl „Binnenglaubwürdigkeit“. In der dargestellten Welt sind nicht-weiße Charaktere schlicht unglaubwürdig. Es fühlt sich innerhalb der gedachten Welt nicht echt an.
Von einem „historisches Filmepos“ bzw. einem „epic historical action film“, der quasi Blut, Schlamm und Scheiße des Mittelalters atmen soll, erwarte ich tatsächlich anderes/mehr (auch in Hinblick auf historische Authentizität– ich denke da an die Glasfenster ins Tells Bauernhütte oder die Kampfmönche oder oder oder).

Dabei gibts genügend Serien/Filme, in denen Diversität gut funktioniert– Bridgerton z.B.: Dort stört mich der diverse Cast überhaupt nicht. Warum? Weil Bridgerton eine bewusste, poppige Utopie ist. Die Serie etabliert von der ersten Sekunde an ein alternatives Universum mit eigenen Regeln. Dort ist Diversität das ästhetische Grundprinzip und kein Fremdkörper. Bei Tell hingegen kollidiert der Anspruch an ein „historisches Epos“ mit einer Besetzung, die das Drehbuch selbst nicht zu Ende gedacht hat.

(Ich hoffe, ich werde nun nicht einer von diesen mittelalten weißen Männern…)

(Mir hat Gemini sehr beim Gedankensortieren und Formulieren geholfen)

Eine Antwort auf „Montag, 09.02.2026“

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