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Journal Montag, 10.9.2018

Die Bauarbeiten in unserer Straße werden wohl noch bis Anfang Oktober andauern. Sollte mich nicht wundern, dit is Berlin…

Im Home Office heute zwei Maschinen Wäsche gewaschen und getrocknet. Es trat ein Zustand ein, der seit Monaten nicht mehr erreicht wurde: Alle Schmutzwäschekörbe sind leer! Als ich das feststellte, fühlte ich mich kurz einer meiner wichtigsten Funktionen beraubt (wir wissen ja: Home-Office-Tage sind Waschtage, und da nur ich aus dem Home Office arbeite ist schmutzige Wäsche waschen mein Ding). Aber als ich mich eine Nanosekunde besann, dachte ich nur „Paul, Du spinnst, aber gewaltig“, und dann ging‘s wieder.
(Von der Zusendung von Schmutzwäsche zur Bewältigung meiner Krise bitte ich abzusehen)


Einhändig allein. Läuft, würd ich sagen.

M wurde auf einen Geburtstag eingeladen und das freut mich so unglaublich für ihn :) Ich mach mir immer Sorgen, dass und ob er genug Freunde hat, weil er manchmal auch erzählt das er allein spielt oder ein Kind doof war. Die Einladung freut mich daher wirklich sehr.

M trug heute ein supertolles Shirt mit Riesentukanen drauf. Auf dem Nachhauseweg war er sehr interessiert, also erzählte ich ihm das wenige, das ich wusste, über diese Vögel. Den Rest des Tages war er dann ein Tukan aus dem Regenwald… Bin Birdfluencer.

Trotz Bestechungsessen (Würstchen!) die übliche Abendesskalation. Ich hab‘s so satt.

Ein mittleres Vermögen bei Zalando ausgegeben. Ich brauche unbedingt neue T-Shirts und Hemden. In den letzten Tagen trug ich vor allem letztere mal wieder testweise und ich sag mal so– manche von denen können mir noch nie gepasst haben, ich bin ja immer noch recht schlank dank langer Krankheitsphase. Aber weshalb hab ich sie dann?!

Was schön war: Im Home Office ein Angebot für einen Kunden fertig gestellt. Das war ein produktiver Tag heute. Jetzt bin ich sehr gespannt auf das Feedback.

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Journal Sonntag, 9.9.2018

Vormittags waren die Zwillinge und ich wieder auf dem Spielplatz, Nachmittags empfingen wir Besuch mit Kaffee und Kuchen und schauten danach den spielenden Kindern im Innenhof zu (und spielten mit). Je später es wurde, desto launischer wurden die Zwillinge allerdings, und als M vorbei gebracht wurde war es vorbei mit dem ruhigen Wochenende. Gar nicht mal, weil M so ein Krawallbolzen ist (ganz im Gegenteil), aber zu Dritt wird dann halt ordentlich um unsere Aufmerksamkeit gewetteifert und sich gegenseitig aufgeputscht.
Immerhin schliefen die Zwillinge nach Draußen-Action und Baden einigermaßen schnell, was ich von M leider nicht sagen kann. Trotz ewigen Kuscheln und neben ihm liegen schlief er nicht, und als ich ~21:30 Uhr das Schlafzimmer verließ lief er mir hinterher und setzte sich ins Wohnzimmer. Jott musste ins Bett gehen, damit er sich auch wieder hinlegte. Gerade, als die beiden im Bett verschwunden waren, krähte erst J und dann G los…

Was schön war: Die „Mittagspause“– schlafende Zwillinge und somit Ruhe für Jott und mich.

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Journal Samstag, 8.9.2018

Nach einer Flasche zur normalen Aufstehzeit schliefen die Zwillinge weiter bis ~7:30 Uhr 🎉 Und Jott, die zu diesem Zeitpunkt schon eine gute Stunde wach war, ließ mich noch bis kurz vor 8 Uhr schlafen 🎉🎉🎉

Nach dem Frühstück schnappte ich mir J und G und stattete dem Spielplatz am Futranplatz einen Besuch ab. Standard-Samstag-Vormittags-Programm also. J wollte ein paar Mal türmen und kam nur wegen guter Führung um eine Zwangsanschnallung im Kinderwagen herum. Ansonsten rutschten und kletterten die beiden um die Wette.

Merkwürdiger Moment: Als eine Oma, die mit ihrer Enkelin da war, fragte, wie weit J und G denn auseinander seien. Ich mein… Die sind gleich groß, so ungefähr gleich weit entwickelt, hocken immer zusammen, wir waren mit dem Zwillingsbuggy da… Wie kann man die beiden nicht als Zwillinge erkennen?
Ernstgemeinte Frage übrigens. Ich bin ja gewissermaßen betriebsblind.

J war heute sehr gut drauf. Ich entdeckte zwar keinen durchgebrochenen Zahn, aber offenbar hat er deutlich weniger bzw. gar keine Schmerzen. Er sabbert auch nicht mehr so extrem wie in den letzten Tagen (da mussten wir alle halbe Stunde das Lätzchen wechseln).

Am Nachmittag fuhren wir mit Bekannten zu einem KiTa-Flohmarkt, um Winterklamotten und ggf. schon ein paar Geburtstags– und Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Und um Kuchen zu essen und Kaffee zu trinken. Vor allem der Kuchen war ein großer Motivator für mich. Und dann kommen wir da an und ES GIBT KEINEN KUCHEN MEHR. Anderthalb Stunden nach Flohmarktbeginn. Weil Leute den offenbar palettenweise für außer Haus gekauft haben.
Menno.
Immerhin gab‘s gute Bulettenbrötchen, die konnten ein wenig über den fehlenden Kuchen hinwegtrösten. Und Wintersachen für G und ein nagelneues Holzmemory.

Nach dem Flohmarkt gingen wir spontan zum Abendessen ins Simply Asia in der Bölschestraße. Ich aß Sommerrollen und eine sehr gute Pho-Suppe und weil ich ziemlich häufig hinter den weglaufenden Zwillingen hinterher rannte, hat das Abendessen vermutlich null Kalorien gehabt. Für Jott auch, wir wechselten uns ab– so konnte jeder einigermaßen in Ruhe essen.
Die Kinder verschmähten ihr Essen nahezu komplett. Offenbar brauchen sie gerade kaum etwas, zu Hause essen sie auch sehr wenig. Lediglich beim Eis-Nachtisch beim Da Dalt schlugen sie kräftig zu.

Zu Hause bekamen sie vor dem Schlafengehen noch eine Milch, und diese Kombination aus „Erlebnisreicher Nachmittag“, „Später ins Bett gehen als üblich“ und „Lecker warme Hafermilch“ sorgte dafür, dass G innerhalb von zwei Minuten nach Flasche leer schlief und J zumindest keinen Krawall machte, sondern sehr k.o. in seinem Bett lag und nur noch gelegentlich vor sich hin erzählte.

Gs Sprachentwicklung geht mit großen Sprüngen voran. Sie kann beinahe jeden Tag ein neues Wort sagen.

J steht ungeheuer auf die Geschehnisse im Straßenverkehr. Mittlerweile winkt er jeder vorbeifahrenden Straßenbahn zu und quietscht bei jedem Auto „Auto!“. Und es gibt hier echt viele Autos…

Mit Jott besprochen: Ich möchte gern im Herbst, sobald es machbar ist, mal einen Tag mit ihr und M allein verbringen. Wir könnten ins Mitmachmuseum gehen oder ins Naturkundemuseum oder in den Tierpark oder Zoo oder auf einen Ponyhof, und Mittags in einem Restaurant essen und einfach mal viel Zeit mit ihm allein verbringen. Das stell ich mir sehr schön vor.

Die Kombination aus Ibuprofen (auf Grund von Schulterschmerzen weil Verlegen), abschwellenden Nasenspray (weil Schnupfen) und Koffein (weil Schnupfen/ müde/ Kreislauf) ist toll. Einfach kurz warten und ich fühl mich wie neu geboren.
Schöner wär‘s natürlich, wenn auch ohne alles okay wäre, aber was nicht ist, das ist nicht.

Möglichkeit, nach Verlassen des Hauses am Nachmittag auf‘s Smartphone zu gucken: 0. Das find ich immer faszinierend, wenn ich mit den Kindern draußen bin: Ich würde gern viel öfter Fotos machen oder sie auch mal filmen, allein, ich komm‘ nicht dazu. Die drei wuseln dafür viel zu viel umher, ständig muss ich gucken… So bleiben eigentlich nur die Momente festgehalten, in denen die Kinder im Kinderwagen sitzen/ irgendwie an Ort und Stelle gehalten werden.

Heute war der erste Tag, der sich– abgesehen von den teils noch recht hohen Temperaturen– nach Herbst anfühlte. Nachts war es recht frisch, vormittags auch noch, teils fielen bereits Blätter von den Bäumen, und es lag so eine gewisse Ahnung in der Luft, dass der Sommer sich nun tatsächlich allmählich verabschiedet.
Beim Schreiben musste ich an das September-Gedicht von Erich Kästner denken- das passt gut zum (erlebten) September, finde ich.

Was schön war: Der komplette Tag. Mir fällt kein einziger Moment ein, den ich in irgendeiner Form als negativ gespeichert habe (wenn man vielleicht mal vom fehlenden Kuchen auf dem Flohmarkt absieht). Und wie wir ja alle wissen, bin ich ganz gut darin, mich auf das negative zu fokussieren. Soll heißen: Der Tat war Bombe. Gern wieder. Und dann auch sehr gern mit M. Der hat mir heute ein wenig gefehlt.

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Journal Freitag, 7.9.2018

Der Tag ging rum wie nix und es lief alles viel, viel besser als erwartet. Die Kinder schliefen bis kurz nach Sieben, dann frühstückten wir in Ruhe, spielten in der Wohnung und gingen vor dem Mittagessen noch ein bisschen spazieren. Nach dem Mittag hielten die Zwillinge fast zwei Stunden Mittagsschlaf, in denen M und ich erzählten, kuschelten, uns hinlegten und ein bisschen drusselten (ich. M rammte mir währenddessen liebevoll immer wieder eine Spielzeugeisenbahn in den Arm).
Am frühen Nachmittag wurde M von meiner Mama abgeholt (er verbringt das Wochenende im Brandenburgischen) und die Zwillinge und ich fuhren Jott aus dem Büro abholen. Abends dann aßen wir (zumindest Jott und ich, die Zwillinge mäkelten herum) außerplanmäßig Pizza und dann brachten wir die Zwillinge ins Bett. Das war auch der einzige Moment des Tages, an dem meine Stimmung beinahe kippte: J wollte nicht allein einschlafen und schrie ein bisschen vor sich hin. Jott konnte ihn dann aber doch relativ schnell beruhigen. Seitdem: Ruhe.

Die Zwillinge zeigen das erste Mal, dass sie ihren großen Bruder vermissen. Sie haben ja erlebt, wie er abgeholt wurde, und seitdem fragen sie immer mal wieder nach ihm (laut seinen Vornamen rufend durch die Wohnung laufen).

Auf dem Vormittagsspaziergang kaufte ich seit langer Zeit mal wieder ein Buch eine Graphic Novel. In meinem Teil des Internets stieß ich seit Wochen immer wieder über Spirou in Berlin von Flix, und eben das erwarb ich heute und las es am Abend. Ein toller Band, auch für mich als Kaum-Comic-Leser.

Was schön war: Die völlig unerwartete gute Laune der Kinder.

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Journal Donnerstag, 6.9.2018

Nachts mit J auf die Couch umgezogen. G schlief überraschenderweise ganz gut, aber J eben nicht. Auch nicht neben mir, ich war morgens sehr gerädert. Das änderte sich den Tag über auch nicht.

Die KiTa hat heute und morgen geschlossen. Jott nahm heute einen Tag Urlaub, ich bleibe morgen zu Hause. Praktisch veranlagt, wie wir sind, hatten wir den letzten Impftermin für die Zwillinge auf heute gelegt. Damit Jott nicht mit allen drei Kindern zum Atzt musste, arbeitete ich aus dem Home Office und behielt M bei mir, während Jott unterwegs war. Das war prinzipiell okay, sorgte allerdings während unseres Daily Standups für Irritation, weil M natürlich genau zu diesem Zeitpunkt mit seinem TipToi-Stift spielen wollte- die immer wieder hereinquatschende Stimme des Stiftes wurde offenbar gut übertragen.
Vormittags und Nachmittags konnte ich ganz gut arbeiten und schaffte fast das gesamte Arbeitspensum. Das lief besser als gedacht, vor allem natürlich dank Jott.

M schaffte es natürlich, sich während Jotts Abwesenheit genau in den 5 Minuten großflächig zu bemalen, in denen ich auf dem Klo war. Er kam dann zu mir rein und sah aus wie nach einem Holi-Festival.

J scheint wirklich zu zahnen, und so angeschlagen wie er ist kommen offenbar alle restlichen Zähne gleichzeitig. Heute war er den ganzen Tag über extremst weinerlich, aß kaum und war sehr kuschelbedürftig. Ab dem Nachmittag war er eigentlich nur noch am Jammern und Greinen, das änderte sich erst als er Abends einen großen Schluck Nurofen-Saft bekam. Wenn sich das nicht ändert, gebe ich morgen abwechselnd Paracetamol und Ibuprofen, Schmerzen müssen nicht sein.
Das Dentinox-Gel ist natürlich relativ witzlos. Es ist deutlich flüssiger als ich es in Erinnerung habe und gerät schon auf dem Finger außer Form. D.h. die Hälfte verschmiert, ehe es überhaupt einigermaßen in der Nähe der schmerzenden Stellen im Mund ist, während die andere Hälfte dann im Mund zerläuft und der Rest weggelutscht wird. Keine Ahnung, wie sowas bei Kindern sinnvoll angewendet werden kann.

G war heute deutlich fröhlicher und weniger wehleidig. Sie hat tatsächlich eine Aphte, Jott nutze den Impf-Termin gleich um einen Blick in ihren Mund werfen zu lassen. Eine Assistenz-Ärztin wollte zwar erst Mundfäule unterstellen, unsere Kinderärztin räumte das aber schnell aus.

M ist jetzt in der Phase, in der er sich sehr für Ausscheidungen interessiert. Mit anderen Worten: Das Wort „Kacke“ löst Begeisterung und Lachstürme aus. Auf dem Klo sinnierte er gestern mit ernsten Gesicht, was es alles so für Synonyme dafür gäbe, und erzählte kurz darauf von einer Kackritterburg. Die sei echt eklig… Jau. Nicht unbedingt mein beliebtestes Gesprächsthema, das versuche ich ihm auch klar zu machen.

Am Dienstag hatte ich im Büro ein Feedbackgespräch mit dermaßen positiven Rückmeldungen, dass ich seitdem darüber grüble ob ich irgendwelche Subtexte nicht mitbekommen habe oder bestimmte, ich sag mal „Floskeln“, überhört habe.

Ach ja, Jott: Es wurde gesagt, dass ich witzig bin. Hört Du? Liest Du? Ich bin witzig. Sagen andere. Hehehe.

Mit einem Aspekt bin ich allerdings doch nicht so glücklich. Ich hatte das Thema „Vertragsanpassungen“ zu Beginn des Gesprächs- sehr geschickt und ein bisschen beiläufig- auf die Agenda gesetzt, und musste kurz darauf erfahren das es dafür inzwischen ein Jahresendgespräch gibt. Das wusste ich nicht, und auch niemand mit dem ich mich vor dem Personalgespräch unterhalten hatte. Nun gut, ich rechnete also während des Termins am Dienstag dann nicht mehr damit, dass das Thema nochmal angesprochen werden würde. Wurde es aber- nachdem ich mit Lob überschüttet wurde, fragte unsere Personalerin dann doch nochmal nach meinen Wünschen und erwischte mich recht kalt. Für das Szenario „Jetzt was sagen und in drei Monaten darüber verhandeln“ hatte ich keine Strategie gefunden/ entwickelt (ein bisschen habe ich mich natürlich vorbereitet…), weil ich nicht damit gerechnet hatte. Da ich nicht so recht wusste, wie ich damit umgehen sollte, habe ich also, etwas unbeholfen wie ich glaube, meine Vorschläge geäußert, und muss jetzt erstmal abwarten. Ich weiß nicht so recht, ob das gut oder schlecht ist (direkte Reaktion der Personalerin, nachdem ich mit der Sprache rausrückte: „So, jetzt setzen wir alle unser Pokerface auf“- das hab ich dann auch gemacht). Immerhin sind nun konkrete Punkte bekannt und alle können sich daran gewöhnen. Andererseits beginnt so noch einmal eine zusätzliche Prüf-Phase- ich gehe davon aus, dass in den nächsten drei Monaten dann doch nochmal genauer hingeschaut wird, was ich so mache. Damit kann ich leben, aber der Ablauf gefällt mir tatsächlich nicht so gut- ich werde in solchen Terminen nicht gern überrascht.
Naja, mal gucken was sich so ergibt.

Jott und ich überlegen, uns einen Staubsaugerroboter mit Wischfunktion zu kaufen. Meinungen dazu gern in die Kommentare, ich bin in dem Thema noch nicht drin und für alle Hinweise, Informationen, do’s and don’ts dankbar.

Was schön war: Eine gute halbe Stunde, nachdem ich bei M einschlief, wieder aufzuwachen und mich nicht völlig gerädert fühlen, sondern in einem bestimmten Umfang sogar erholt.

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WMDEDGT?

Journal Mittwoch, 5.9.2018 – #WMDEDGT 9/18

[Mehr WMDEDGT?-Einträge bei Frau Brüllen.]

Lausig geschlafen. Jott war mit G im Wohnzimmer, ich mit M und Babyphone-J im Schlafzimmer. Babyphone-J quäkte ständig rum, erholsamer Schlaf sieht anders aus.
Halb Sechs aufgestanden, Kaffee aufgesetzt, duschen, frühstücken, dem weiterhin über Babyphone zugeschalteten und quäkenden J eine Mini-Flasche gemacht (wenn die Zwillinge wach werden, bevor wir mit frühstücken fertig sind, bekommen sie eine Flasche- alles andere würde zu massiven Verzögerungen im Betriebsablauf führen), weitergefrühstückt, mit Jott die Kinder fertig gemacht bzw. sie uns, allgemeiner Aufbruch kurz vor 7 Uhr. Nach Kinder-ins-Auto-setzen auf dem Weg zum Bahnhof festgestellt, dass meine Hose total dreckig ist, das war mir vorher nicht aufgefallen. Schnell nochmal hoch, andere Hose angezogen, wieder los zum Bahnhof.

Kurz darauf beim Bäckerauto am Bahnhof festgestellt, dass Brot schon wieder teurer geworden ist: Vor ’nem halben Jahr stieg der Preis für ein 750g Mischbrot von 2,20€ auf 2,40€ und jetzt auf 2,80€. Ob das ggf. eine Folge der Dürre ist? Und ob andere Bäcker nachziehen? 2,80€ find ich immer noch okay, das Bäckerauto ist damit weiterhin mindestens 50 Cent günstiger als alle anderen Bäcker im Umkreis (die selber backen).

Auf dem Weg ins Büro den Feedreader einigermaßen leer gelesen und die letzten Kilometer vom Alex zum Hausvogteiplatz in „alter“ Zeit geschafft (also ~17 Minuten). Yay.

Kurz nach Acht im Büro. Direkt rangesetzt an ein Angebot, das heute rausgehen sollte. War schwierig, ich stehe nur so teilweise hinter dem Angebot und halte ein anderes, auf Grund der Gegebenheiten allerdings nicht abzustimmendes Vorgehen (der Ansprechpartner auf Kundenseite ist auf Bali und kann nicht erreicht werden…) für zielführender für Kunden und uns. Aber wat willze machen, wie man anderswo so schön sagt?
Mich beim Schreiben außerdem ziemlich abgemüht, weil ich nur sehr spärliche Informationen bekam und mir jede Menge Kram aus den Fingern saugen musste.
Zwischendurch immer mal wieder Plausch mit eintrudelnden Kollegen (ich bin morgens im Normalfall der erste).

Gegen 10 Uhr Daily Standup. Seit einiger Zeit schalten wir Kollegen nicht nur per Telefon, sondern auch per Videochat dazu, das find ich super.
Nachdem jeder zu Wort gekommen war, schrieb ich weiter Angebot, stimmte mich dazu mit verschiedenen Kollegen ab und bekam schlechte Laune, weil weder mir angekündige Textbausteine noch Abgrenzungstexte vorlagen. Außerdem stellte sich beim Schreiben heraus, dass es noch ein, zwei Probleme bei der zu verkaufenden technischen Lösung gab, was in zusätzlichen Recherche- und Abstimmungsaufwand resultierte.

Halb Eins Mittagpause. Auf dem Markt auf dem Spittelmarkt holte ich mir ein veganes Gyros-Sandwich (geiler Scheiß) und ein Stück Käsekuchen als Nachtisch (leider ohne Rosinen, aber ebenfalls geiler Scheiß).

Nach der Mittagspause schrieb ich kurzzeitig noch allein am Angebot weiter, dann setzten eine Kollegin und ich uns in einen ruhigen Raum um den bisherigen Stand zu besprechen, ihn anzupassen und zu überlegen, was noch alles reinmuss. Mittendrin stimmte ich mit einem unserer Entwickler zwei technische Anpassungen ab, um den oben erwähnten Problemen bei der zu verkaufenden technischen Lösung entgegenzuwirken. Im Anschluss weiter Feinschliff des Angebots, bis zum Feierabend gegen Viertel Fünf.

Die Heimfahrt gestaltete sich unschön, auf Grund eines Notarzteinsatzes im westlichen Teil der Stadtbahn war der Zugverkehr unterbrochen und verspätet. Ich musste etwas warten, fuhr dann erstmal bis Ostbahnhof- von da können alle 20 Minuten ungeachtet der Geschehnisse im Westen Bahnen Richtung Köpenick fahren-, wartete auch da ein bisschen, stieg in einer Köpenick-Bahn und kam schlussendlich mit 20 Minuten Verspätung an.
Dort noch fix in eine Apotheke, Dentinox für G holen (die Alternative wäre ein pflanzliches Mittel gewesen, und da vertrau ich dann doch lieber auf Chemie) und ab nach Hause. Jott und die Kinder waren schon da und spielten im Kinderzimmer.

Abends dann wieder völlige Eskalation. J scheint Zähne zu bekommen, G hat weiterhin die Aphte, M wollte nicht schlafen. Totaler Kack.

Halb, Dreiviertel Neun wars dann einigermaßen geschafft. Dann: Beruflichen Telefontermin für morgen vorbereiten, ein Fehlerticket von einem Kunden prüfen und eine Rückmeldung schreiben, zwischendurch den brüllenden J beruhigen, wieder an den Rechner.

Noch später: Fertigstellung der Bringmeister-Bestellung, Blogpost schreiben, Flasche für J.

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Journal Dienstag, 4.9.2018

G hat eine Aphte auf der Zunge. Ich sollte jetzt sowas schreiben wie „Armes kleines Ding, sie tut mir so leid, ich bin so empathisch“, aber das geht nicht. Nicht vollständig.
Natürlich tut sie mir leid. Aphten sind scheiße. Richtig scheiße. Ich habe selbst gelegentlich Aphten, ich fühle mit G. Aber, und jetzt kommt der Teil wo ich ein unempathisches, egoistisches Arschloch bin: Ihr Geschrei und ihre Weinerlichkeit machen mich wahnsinnig. Die Zwillinge sind eh seit Wochen schwer auszuhalten, heulen, bocken, streiten ständig, kreischen herum, sind bis über die Ohren in der A-Phase, und jetzt auch noch das. Es ist einfach zu viel, ich kann das nicht. Es gibt in der Wohnung keinen Ort, an dem man dem Geschrei entkommen kann. Es dringt in jedes Zimmer und sogar durch Ohropax und Lärmschutzkopfhörer. Ich würde am liebsten die Zeit um eine Woche, ach quatsch, ein halbes Jahr, vorspulen, um in einer anderen Situation zu landen.

Das schlimmste ist: Aphten bleiben ja ein bis zwei Wochen und es gibt de fakto nichts, das hilft. Nurofen-Saft bringt nichts, Mund-Gels sind relativ witzlos weil sie weggelutscht werden, Kamillentee ist zu schwach… Wir können einfach nur abwarten bis die Aphte weg ist, und versuchen, in der Zwischenzeit nicht völlig durchzudrehen.

Auch schlimm ist, dass die beiden anderen Kinder zu klein sind und nicht verstehen, wenn wir dann für G da sind. Vorhin hat sie im Bett gelegen und vor Schmerz, Wut und Trotz geschrien, und als ich sie hochnahm, tröstete und sie ruhiger wurde, fing J an. Der wollte auch aus dem Bett und legte richtig los; ich stand kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

Und während ich mich dann mit M beschäftige, der gerade viel zu kurz kommt weil seine Geschwister so fordernd sind, hallt das Geschrei durch die Wohnung und M erzählt und ich überlege kurz, ob ich mir nicht einfach die Trommelfelle durchsteche damit ich endlich nichts mehr höre. Und wenn ich ihn bitte, mal kurz leise zu sein weil ich ihm eh nicht zuhören kann wenn die Zwillinge schreien, jammert er, dass er jetzt mit mir reden und ich ihm zuhören müsse.


Ich bin für dieses Vater-Ding nicht gemacht. Ich will Ruhe sowohl was die Lautstärke als auch die Umstände betrifft und nicht ständig Krach und Chaos und „irgendwas ist immer“.


Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie sich die Situation ändern lässt.

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Journal Montag, 3.9.2018

Müde, k.o. und genervt. Die Zwillinge, vor allem G, haben mal wieder gezeigt, wie leicht sie einen Abend sprengen können.
Das macht gerad alles überhaupt keinen Spaß, da muss sich irgendwas ändern.

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Journal Sonntag, 2.9.2018

Vormittags Spielplatz. Die Kinder trugen erstmals seit ewig wetterfestere Bekleidung, es waren nur moderate Temperaturen und leichter Niederschlag angesagt worden. Zum Glück blieb es aber bei drei, vier Tropfen und ein bisschen Wind.
Die drei waren sehr umtriebig, meinem 10.000er-Schrittziel kam ich allein auf dem Spielplatz ein großes Stück näher.


Da wollte ich eigentlich fotografieren, wie G und J sich ans Seil hängen und die Beine baumeln lassen. Stattdessen sehen Sie, wie G laut „GAAA GAAAA“ rufend auf eine Krähe zu rennt und J kurz davor ist, es ihr gleich zu tun. M trug währenddessen trotz mehrfacher Ermahnung, das nicht zu tun, freudestrahlend Schotter vom Fußweg auf den Spielplatz.

Trotz großer Müdigkeit kamen die Zwillinge über Mittag nicht zur Ruhe, sondern hüpften in ihren Betten, krakeelten und schmissen ihr Bettzeug raus (alles wiederholt und mehrfach). Nach ungefähr einer Stunde war dann endlich die Luft raus und sie kippten um, zumindest sah es so aus als wir sie für unsere Nachmittagsverabredung weckten.

Bevor wir aus dem Haus kamen, eskalierten alle Kinder nochmal ordentlich vor sich hin. M, hundemüde und k.o., aber unwillig sich Mittags hinzulegen, machte auf der Straße munter weiter. Erst auf den letzten Metern, bevor wir bei unseren Bekannten ankamen, glätteten sich die Wogen.

Nachmittags dann auf Besuch bei Bekannten. Dort leben zwei Katzen, die die Zwillinge laut „MAU“ kreischend verfolgten. M schloss sich an.

In der Straßenbahn verpasste ich M versehentlich eine dicke Beule: Beim Herunterheben von meinen Schultern hob ich ihn etwas zu schwungvoll etwas zu hoch und stieß dabei seinen Kopf versehentlich gegen eine Haltestange. Rabenvater galore.

Unsere Straße wird wohl noch bis 14.9. gesperrt sein. Das ist ungefähr drei Wochen länger, als angekündigt. Hoffentlich kriegen sie es bis dahin hin.

Die KiTa ist Ende der Woche für zwei Tage geschlossen. Donnerstag nimmt Jott Urlaub, Freitag ich. In Anbetracht der momentanen Stimmung der Kinder gruselt es mich ein wenig davor. Hoffentlich wird das Wetter schön, dann können wir viel draußen sein.

M kündigt mittlerweile, wenn ihm etwas nicht passt, die Freundschaft auf. „Du bist jetzt nicht mehr mein Freund!“ habe ich mir in der letzten Woche bestimmt drei, vier Mal anhören dürfen.

Es sticht ein wenig, aber ich weiß ja was er sagen will. Ich antworte dann also ungefähr so, dass ich das sehr schade finde, er aber immer mein tolles M-Kind sein werde und wir ja auch keine Freunde sein müssen, solange wir Papa und Sohn sind.

Wenn dann alles in Ordnung ist, darf ich aber wieder sein Freund sein – „Jetzt sind wir wieder Freunde“.

Nach dem Wochenende möcht ich immer 1000 Stunden schlafen. Geht das anderen Eltern auch so?

Was schön war: Abends mit Jott Serie gucken.

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Journal Samstag, 1.9.2018

Schlecht geschlafen (die Zwillinge mal wieder, abwechselnd alle zwei Stunden, hurraachneedochnichtwannhörtdermistendlichauf), morgens vom „Papaaaa“ durch die Wohnung rufenden J geweckt worden. Er ist heute erstmalig morgens alleine aus seinem Bett geklettert, hat alleine die Kinderzimmertür geöffnet und sich alleine auf die Suche nach uns gemacht. Ab sofort schließ‘ ich nachts die Wohnungstür ab.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Apfelfest nach Wesendahl. Da sind meine Eltern mit uns früher zum Kirschenpflücken und Apfelkaufen immer hingefahren, Jott und ich machen zumindest letzteres alle Jubeljahre auch.
Laut Navi sollten wir eigentlich nur ~35 Minuten brauchen, es kam dann leider anders. Ein Unfall, eine Umleitung auf der Umfahrungsstrecke und die Tour de Tolerance sorgten für eine Wegzeit von etwas unter einer Stunde. Dementsprechend zusammengekürzt werden musste unser Programm da. Es reichte aber für Hüpfburg, Ponyreiten für die Kinder, Traktor gucken und Äpfel und Zwetschgen im Hofladen kaufen.
Zur Mittagszeit fuhren wir zu meinen Eltern weiter, aßen dort Mittag, ließen die Kinder Mittagsschlaf machen (heute nur J, G schlief auf der Fahrt nach Wesendahl und war Mittags noch zu munter, und M wollte lieber spielen), aßen Kuchen und dann konnten die Kinder auf einem großen Parkplatz Lauf- und Dreiräder ausfahren.


Die coolste Gang der Stadt.

Am Nachmittag ging es zurück nach Berlin, wir mussten auf Grund der für den Abend eingetakteten Bringmeister-Lieferung pünktlich zu Hause sein.

Nach Ankunft und beim Abendessen diesmal nicht ganz so viel Esskalation wie sonst, die Kinder waren wohl zu müde. Immerhin.
Jott und ich haben trotzdem drei Kreuze gemacht als sie im Bett lagen.

J kann sich jetzt allein seinen Schlafanzug aufknöpfen. Und seine Windel ausziehen. Und ohne Windel auf sein Kopfkissen pullern. Ersteres ist ganz gut, mittleres okay, letzteres dann eher nicht so toll.

Was schön war: Den Kindern beim Fahren zuschauen.