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Journal Donnerstag, 19.7.2018

Ganz furchtbare Nacht. Gestern Abend nahm ich G wieder zu M und mir. Die Nacht zuvor ging das gut, aber heute Nacht überhaupt nicht. G fand nicht zur Ruhe, wälzte sich umher, drehte sich, schreckte immer wieder hoch und fand, wenn überhaupt, nur in einen sehr leichten Schlaf. Ich konnte auch nur in Zehn-Minuten-Etappen schlafen, bevor ich durch G wieder aus dem Schlaf gerissen wurde.
Im Laufe der Nacht wurde G immer wärmer, bis sie irgendwann sehr, sehr heiß war. Zusätzlich schien sie, den Atemgeräuschen nach, sehr verschleimt zu sein, und übergab sich auch zwei Mal. Beide Male wurde ich zum Glück im Vorfeld wach und konnte sie zumindest aus dem Bett bugsieren, damit wenigstens nicht M und das Bettzeug in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gegen zwei Uhr wusste ich mir nicht mehr anders zu helfen und ging mit ihr zu Jott rüber. Dort bekam sie eine Flasche Milch und schlief danach einigermaßen ruhig. Zudecken durfte Jott sie allerdings auch nicht, dann schrie sie.
Ich konnte ab halb Drei endlich in Ruhe schlafen- bis halb Sechs. Dann war J wach. Er und ich (Jott darf morgens schlafen, so ist der Deal) zogen gemeinsam ins Wohnzimmer um, wo uns Jotts Frühaufsteher-Papa kurz darauf Gesellschaft leistete. Gegen sechs Uhr wurde auch G wach, gegen halb Sieben M.

G, fiebernd und weinerlich, bekam nach dem Aufstehen einen Schuss Fiebersaft und war den Vormittag über einigermaßen umgänglich. Im restlichen Tagesverlauf kehrte das Fieber und das Erbrechen auch nicht zurück. Jott und ich glauben, dass nochmal Zähne durchgebrochen sind- oder sie gestern ein wenig viel Sonne bekommen hat (da sind wir uns aber sehr unsicher und ziehen es nur so am Rande in Betracht- sie war eingecremt, hatte ihre Mütze auf, hielt sich viel im Schatten auf…)

Heute stand ein Ausflug in die Westernstadt Pullman City im Harz, gemeinsam mit Jotts Papa und seiner Frau, an. Nach dem Frühstück (mit viel Kaffee für mich) fuhren wir los. Die Zwillinge schliefen nahezu die gesamten anderthalb Stunden Fahrtdauer, M hielt sich krampfhaft wach.

Ganz großes Glück: Jott hörte im Radio zufällig von der Aktion des einen lokalen Radiosenders (gibt ja nur zwei, wie auch Rainald Grebe bereits feststellte…), den Eintritt zu übernehmen wenn man am Einlass mit „Hallo Radio Brocken“ (ups) grüßte.
Das probierten wir und kamen kostenfrei rein. 72 Euro gespart, das ist doch mal super.

In Pullman City richteten wir uns vor allem nach Ms Wünschen (Pferde/ Ponyreiten), spazierten durch die Gegend, ertrugen die teils unterirdische Laune der Zwillinge, aßen ein bisschen und fuhren nach gut vier Stunden wieder hoch in die Nähe von Magdeburg.

Zu Hause bei Jotts Papa war ich schon nach kurzer Zeit wieder kurz davor, die Kinder rauszuschmeißen. Anstatt das sie sich auf den Innenhof verteilen, mit unterschiedlichen Spielzeugen spielen und einfach mal friedlich, freundlich und leise spielen, machten sie das Gegenteil. Immer klebten sie auf einem Haufen, immer wollten sie das Spielzeug des jeweils anderen. Außerdem wollten sie sehr oft auf uns Raufklettern und bespaßt werden. Die Geräuschkulisse war dementsprechend ohrenbetäubend.
Ich find das furchtbar und es regt mich ungemein auf. Wir können nicht fünf Minuten ruhig draußen sitzen, weil wir ständig eingreifen müssen bevor die Kinder den Dritten Weltkrieg auslösen. Ich hoffe, das bessert sich. Ansonsten werd ich irre.

Abends Trubel beim Zubettbringen. Jott war mit einer Freundin zu IKEA gefahren, ich war größtenteils auf mich gestellt.

J schmiss der schon fast schlafenden G seinen Trinkbecher an den Kopf. Die fand das verständlicherweise nicht so prickelnd und schrie die Nachbarschaft zusammen.
Als sie sich wieder beruhigt hatte, wollte sie allerdings nicht mehr einschlafen… Ich brauchte eine geschlagene Dreiviertelstunde, bis endlich Ruhe bei den Zwillingen war.
Und danach hampelte M noch etwas mehr als eine Stunde rum, bis er endlich schlief (und das auch nur, weil ich ihn angeschrien hatte, dass er endlich still liegen und die Augen zumachen soll- das tat er dann auch und war binnen fünf Minuten weg).
Gegen 22 Uhr wachte G auf, schrie, und weckte J. Ich, immer noch allein, musste also zusehen, wie ich die beiden ruhig stellen konnte… Ich setzte die beiden heulenden Kinder aufs Bett, mich in die Mitte, überlegte ob ich auch einfach mitheulen sollte, und entschied mich dann für beruhigenden Singsang. Das half, nach 20 Minuten konnte ich sie wieder in ihre Betten verfrachten.

Vor ungefähr vier Wochen hatte G noch so circa acht Zähne. Seitdem schossen so viele neue Zähne durch, dass ihr Gebiss nahezu vollständig ist. Es fehlen noch, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, oben und unten je ein paar Backenzähne.

J hingegen lässt sich Zeit: Er hat unten seine zwei Kuchenzähne und oben vier Schneide- und zwei Backenzähne. Sieht sehr niedlich aus.

Was schön war: M, ganz stolz, auf Pony Krümel, durch die Westernstadt reitend.

9 Antworten auf „Journal Donnerstag, 19.7.2018“

Ich bin grad voller Mitgefühl! Ich hab das auch erlebt, es machte echt keinen Spaß und plötzlich wurde es besser und ich cooler! Du bist ein spitzen Papa!! Ihr seids eine coole Family!!!

In Magdeburg gibt es im Rotehornpark einen tollen Wasserspielplatz direkt an einem kleinen See und auf dem Bierer Berg einen kleinen schönen Tierpark mit Eintritt gegen Spende. Falls ihr noch Ausflüge machen wollt.

Der freie Eintritt klingt super. Der Rest sehr sehr snstrengend. Puh. Hoffentlich wird heute ein guter Tag!

Lieber Herr Paul,
Sie machen das toll! Halten Sie durch!

Die gute Nachricht ist: Sie werden das überleben. Und plötzlich sind die Kinder groß.
Das Kind, das mich monatelang nur im 15-Minuten-Takt hat schlafen lassen und viele Jahre lang nicht ohne Körperkontakt schlief, hat mich heute morgen geweckt. Sie (9 Jahre) und die kleine Schwester (6 Jahre) waren fertig (gewaschen, angezogen, gefrühstückt, Rucksäcke gepackt, sogar Fahrradhelme auf dem Kopf) und ich mußte sie nur noch zur Ferienbetreuung begleiten.
Habe überlegt, ob das wirklich meine Kinder sind oder Aliens ihre Körper übernommen haben.

Ich wünsche Ihnen Zuversicht, viele hilfsbereite Mitmenschen und das Selbstvertrauen genauso weiterzumachen wie Sie es für richtig halten bzw. ertragen können.
Herzliche Grüße aus Mainz,
ohmskine

Ja, der Loriot-Sketch mit „Ich möchte nur hier sitzen!“ wurde bestimmt für Eltern von Kleinkindern erfunden…

Aber wie so vieles geht auch das vorbei. Bestimmt!

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