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Journal Dienstag, 10.10.2017

Jott ist krank, ich nahm einen Urlaubstag zur Versorgung der Zwillinge & bin nach Kinder- und Haushaltsversorgung zu platt für lange Texte.

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Immerhin, ein besserer Tag als gestern (ist aber auch nicht schwer). Was so’ne Mütze Schlaf doch alles bewirkt…

Heute war nichts los. Wenn man davon absieht, dass ich im Büro Heroic Fantasy Power Metal (ja, so hab ich auch geguckt) entdeckt habe und zwischen Begeisterung und „Das können die nicht ernst meinen“ schwanke.

(Ich weiß noch nicht, ob das ernst gemeint ist. Vermutlich schon)

Was schön war: Mit J auf’m Arm zugucken, wie M und G Fangen um den Sessel im Kinderzimmer spielen.

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Journal Sonntag, 8.10.2017

und dann gibt es tage an denen sich die sekunden wie minuten wie stunden wie tage anfühlen und die einfach nicht zu ende gehen und die kinder jammern und weinen und kreischen und toben und schreien und ich schreie und tobe und lasse jott im stich und halte mich selbst nicht aus und alle sind müde sind unausgelastet sind erkältet haben an unterschiedlichen stellen wehwehchen und der wunsch nach dem abend und dem ende des tages ist bereits vormittags übermächtig stark und ich zähle die sekunden minuten stunden und sie werden nicht weniger und die erschöpfung und das ichwillnichtmehr werden immer größer

und dann schlafen endlich alle kinder friedlich und ich sitze wie ein schluck wasser auf der couch und trinke erkältungstee und schniefe mit nasenspray und reibe die höllisch schmerzende schulter mit salbe ein und versuche beim fernsehgucken nicht einzuschlafen und weiß dass die müdigkeit und die erschöpfung morgen früh nicht verschwunden sein werden aber weniger und das morgen wieder besser wird

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Journal Samstag, 7.10.2017

Heute war mitten am Tag Zeit, um Waffeln zu backen. Das sagt doch eigentlich alles darüber aus, wie entspannt dieser Tag war (sagt auch Jott).

Der Vormittag der Zwillinge ist inzwischen ganz gut durchstrukturiert: Von ~5:30 Uhr bis ~9:00 Uhr sind sie wach, dann gibts das Vormittagsschläfchen bis ~11 Uhr, danach wird für eine gute halbe Stunde bis zum Mittagessen gespielt. So war es auch heute, das ist mittlerweile Routine. Somit musste nur M hinreichend beschäftigt werden, und das war auch kein Problem- wir brauchten noch ein paar Dinge, also ging ich mit ihm einkaufen. Abgesehen davon, dass er beim Versuch des Kaufs einer Jacke einen klassischen Trotzanfall mit Weinen und auf den Boden fallen lassen hinlegte, war das auch ganz schön: Solange M nämlich tatkräftig mithelfen kann (den Einkaufswagen schieben, Sachen in den Wagen und aufs Kassenband legen, beim Floristen Blumen aussuchen- sowas halt), ist er das fröhlichste Kind der Welt.

(Es blieb allerdings nur beim Versuch des Jackenkaufs. Mit einem trotzenden Kind bringt das nichts.)

Durch das Rumgelaufe und Gehelfe war M nach dem Mittagessen so müde (er ist erkältet und daher sowieso nicht ganz auf der Höhe), dass er sich sogar zu einem Mittagsschlaf überreden ließ. Ich las ihm vor, wir kuschelten ein bisschen, und dann schlief er- zwar auf mir, aber immerhin- ein. Und ich dann auch.

Nach meinem Mittagsschlaf wurden die Zwillinge ins Bett gelegt. So konnte Jott mit M Lebkuchen zubereiten und ich in der Küche die oben angesprochenen Waffeln backen. Die aßen wir auf einer Picknickdecke auf dem Wohnzimmerboden- Jott war so schlau gewesen, aus der Not eine Tugend zu machen (andernfalls wäre nämlich das Sofa danach puderzuckerweiß gewesen, M verteilte den Puderzucker beim Essen und Füttern von G sehr, sehr großzügig…).

Danach wurde es ein wenig stressig, die Kinder balgten sich nämlich um einen Spielzeugkinderwagen. Genauer gesagt, Ms Spielzeugkinderwagen, den er anfangs freudestrahlend, später fluchtartig durch die Wohnung schob- die Zwillinge, beiden voran G, wollten nämlich wissen, was für ein cooles Spielzeug das ist und ließen sich durch Ms jammerndes „Meeeiiineees, Meeeiiiiineeeees“ nicht abschrecken… Bevor es zu schlimm wurde, ging ich mit den Zwillingen nochmal ein paar Erledigungen machen, während Jott und M bastelten.

Abends Couch und Vikings S02E10 und S03E01, fast ohne Störung.

Was schön war: Nach dem Mittagsschlaf mal nicht noch geräderter als sonst aufwachen, sondern tatsächlich erholt.

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Journal Freitag, 6.10.2017

Arbeitstechnisch ein guter Tag. Direkt nach Ankunft im Büro telefonierte ich mich mit meinem Kollegen zusammen. Gemeinsam behoben wir die letzten Probleme im Projekt und konnten im Anschluss die neuen Features auf ein agentur-eigenes Testsystem spiegeln. Das war auch notwendig, denn der technische Dienstleister des Kunden hatte es zwar über Nacht geschafft, die Systeme wieder zum Laufen zu bringen, aber die Performance war grottig. Seiten aufrufen dauerte ewig, Dateien hochladen dauerte ewig und schlug bei 2 von 3 Versuchen fehl… Wirklich nutzen konnten wir die Kunden-Systeme also nicht.

Das erste Feedback vom Kunden ließ auch nicht lange auf sich warten und war ausgesprochen positiv. So muss das.

Nachdem das erste Projekt erstmal durch war, folgte das zweite Projekt. Auch hier stand heute eine Auslieferung an, die wir ebenfalls glatt über die Bühne brachten. Gegen 14:30 Uhr war alles erledigt, mir fielen zwei Steine vom Herzen.

M lief heute beim Aussteigen aus der Straßenbahn gegen die Scheibe des Wartehäuschens. Das war sehr slapstickig: Nachdem er elegant aus der Straßenbahn hüpfte und graziös auf dem Gehweg langtänzelte (und dabei in alle Richtungen außer geradeaus guckte), tänzelte er tatsächlich volle Kanne in die Scheibe und setze sich erstmal auf den Hintern. Außer einem Schreck war zum Glück nichts passiert, so dass wir nach ein paar Trostküsschen und dem Wegpusten des Auas weiterlaufen konnten.

Ich bin allerdings ein furchtbar schlechter Mensch: Wenn ich mir den gegen die Scheibe tänzelnden M vor Augen rufe, muss ich unweigerlich lachen.

Sowohl die Straßenbahn zur KiTa als auch die S3 fuhren heute morgen planmäßig. Was für ein Glück :)

Ich bin ja bekanntermaßen ein Fanboy von Primitive Technology (Blog | YouTube). Umso erfreuter war ich, als ich vor kurzem las, dass der Betreiber inzwischen davon leben kann. Super Sache.

Ein sehr erschütternder, aber auch etwas aufbauender Artikel über die „Auswilderung“ von fünf Schweinen aus der Massentierhaltung: Zurück zur Natur. Nach Lesen ist der Wunsch, vegetarisch leben zu wollen, wieder etwas stärker.

Ich bin nicht allein mit meinem speziellen Problem!

Was schön war: Die Woche mit Jott auf der Couch ausklingen lassen.

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WMDEDGT?

Journal Donnerstag, 5.10.2017 – #WMDEDGT 10/17

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“. Frau Brüllen fragt, viele Blogger antworten und geben so einen Einblick in ihr Leben.]

Der Tag beginnt mit einer Babyfütterung irgendwann Nachts. Keine Ahnung wann, ich habs vergessen. Wie üblich braucht J seine Flasche- und, anders als sonst, eine neue Windel. Wir haben Windeln geschenkt bekommen, die nicht soviel aushalten wie unsere normalen Windeln, und damit das Kind nicht nass wird und friert, muss ’ne neue Windel ran. Allerdings nicht im Kinderzimmer, denn da schläft ja G… Wir schleichen ins Wohnzimmer, wo ich nur mit dem hereinscheinenden Licht der Straßenlaterne J wickle. Nicht zuviel trara machen, damit er nicht zu sehr wach wird und schnell wieder einschläft.

Sehr, sehr müde stehe ich dann morgens kurz nach 5 auf. Der Dummpaul von gestern Abend war nämlich erst ~23:15 Uhr im Bett, konnte dann wegen des sich hin und her wälzenden sowie hustenden Ms nicht schlafen und ist am heutigen Morgen ein müder Dummpaul. Leider lerne ich da nicht draus…
Nach dem Duschen krieg ich die Augen aber immerhin zumindest halb aus. Das ist auch ganz gut, denn J, der olle Frühaufsteher, ist wach und möchte gern andere Gesellschaft als die schlafende G haben. Weil es eh Zeit wird für die Morgenflasche, wird im Kinderzimmer gewickelt und angezogen. Dabei wacht dann auch G auf, reckt und streckt sich und schnnattert direkt los. G’schnatterinchen halt. Nach J ist G dran, dann ziehen wir in die Küche um. Während die Zwillinge ihre Morgenflasche bekommen, koche ich Kaffee, räume den Geschirrspüler aus und die Rucksäcke für M und mich ein (M: Frühstück, Vesper, Trinken, Hasi – Ich: Arbeitslaptop, Mittagessen) und lasse die mit Küchenutensilien spielenden Zwillinge dann für einen Moment allein, um Jott zu wecken.

Während ich im Schlafzimmer bin, bekotzt sich G ein bisschen, während Jott J aggro-wippt und sich fast aus der Wippe schmeißt. Egal, erstmal ist Kaffee, Frühstück und ein kurzer Blick zu Twitter rein angesagt. Kurze Zeit später setzen sich Jott und M zu mir an den Tisch. M ist jammerig und möchte Gummibärchen frühstücken. Weil die Zwillinge inzwischen rumkrakeelen, kriegt er die (einer von den dreien ist somit ruhig gestellt). Die Zwillinge verfrachte ich dann ins Wohnzimmer in den Babykäfig, damit sie ein bisschen krabbeln und spielen können. Leider wollen sie das aber nicht, sondern stehen an der Wand des Laufgitters und weinen. Naja, da müssen sie kurz durch, Jott wird ja, sobald M und ich weg sind, zu ihnen gehen. Die Geräuschkulisse ist dadurch allerdings ohrenbetäubend. Kurz versuche ich noch, die beiden durch Zähneputzen vor ihnen zu beruhigen (das finden sie faszinierend, vor allem wenn die rote Aufdruck-Kontrolleuchte leuchtet), aber das funktioniert auch nicht so recht.
Nachdem ich noch etwas durch die Wohnung wusel und Jott M fertig macht, brechen er und ich kurz vor 7 Uhr zur KiTa auf. An der Straßenbahnstation stellt sich M erstmal den anderen Wartenden vor („Ich heiße M Nachname!“) und kuschelt sich dann auf meinem Schoß an mich. Hätten wir das auch geklärt.

Die Abgabe in der KiTa läuft astrein. M muss inzwischen daran erinnert werden, sich von mir zu verabschieden, weil er direkt zu den anderen Frühbetreuungskindern lossprintet. Eines der Kinder aus seiner Gruppe, der P, ist auch immer so früh da, und so hat M direkt einen Spielkameraden und genießt das auch sehr („P ist mein Freund!“).
Nach der Verabschiedung laufe ich weiter zum nächsten S-Bahnhof. Wenn ich will/ muss, schaffe ich den Weg in genau 12 Minuten, aber nach dem Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass ich genau zwischen zwei S-Bahn-Abfahrtsterminen am Bahnhof ankommen werde, egal ob ich schnell oder langsam laufe. Also spaziere ich gemütlich zum S-Bahnhof Friedrichshagen, warte so nur drei Minuten und fahre mit der Bahn zum Alexanderplatz, laufe weiter zum Büro und komme dort gegen dreiviertel Neun an.

Es folgt ein recht stressiger Arbeitstag. Los gehts mit einem Kundentelefonat zu dem Projekt, auf dem ich als Projektleiter arbeite, dann folgen ein paar Mails, und dann folgt nach gut 20 Minuten im Büro die Entdeckung, die mir den Tag versauen wird. Der technische Dienstleister des Projektleiter-Projekt-Kundens hat nämlich seine seit gestern Mittag bestehenden Serverprobleme nicht in den Griff bekommen, ein Teil der Systeme unseres Kunden ist nicht erreichbar. Das ist potentiell gefährlich, da wir im worst case die von uns umgesetzten Features nicht auf eben jene Systeme aufspielen können, und das wiederum wäre sehr ungünstig für die Präsentation eben jener Features vor dem Vorstand des Kunden. Es ist zwar höhere Gewalt, aber ich WILL, dass dieses Projekt gut läuft- immerhin ist es das erste, auf dem ich offiziell und richtig als Projektleiter arbeite. Also ergaunere ich über drei Ecken die direkte Durchwahl eines Ansprechpartners beim technischen Dienstleister (das ist eine nicht so gern gesehene Abkürzung, normalerweise muss man mit dem Support telefonieren; und die wollen immer, dass man ein Ticket anlegt und eine Vorgangsnummer bekommt, und das dauert EWIG), bringe deren Einschätzung zum Serverproblem in Erfahrung (O-Ton: „Das ist knifflig, der [Fehler] ärgert uns. Wir hoffen ja, bis 17 Uhr durch zu sein.“ – Übersetzung: „Wir haben maximal eine Vermutung, was das für ein Fehler ist, wissen nicht, wie wir ihn beheben können, und können nicht sagen wie lange es dauert.“) und berate mich im Anschluss mit meiner Teamleiterin, wie wir mit dem Fehler umgehen. Wir entscheiden, die Features auf einer internen Testumgebung zur Verfügung zu stellen, wenn der technische Dienstleister bis zum frühen Nachmittag die Funktionalität der Kunden-Systeme nicht wiederherstellen kann. Dann informiere ich den Kunden, dass uns leider gerade die Hände gebunden sind, und skizziere ihm grob das weitere Vorgehen.

Danach switche ich auf ein anderes Projekt, auf dem ich als technischer Ansprechpartner und inoffizieller Projektleiter arbeite. Dort bespreche ich mit meinen Ansprechpartner auf Kundenseite einige alte Tickets und neue Ticketideen, und dann ists auch schon Zeit für das tägliche Standup-Meeting meines Teams.
Gegen 10:15 Uhr sind wir durch. Nun arbeite ich als Entwickler wieder auf dem ersten Projekt von heute morgen und vervollständige einige Funktionen bzw. behebe Fehler. Nach zwei Stunden bin ich damit durch, so lange konnte ich im Büro schon ewig nicht am Stück arbeiten.
Vor der Mittagspause prüfe ich bei meinem anderen Projekt noch Code-Anpassungen von Kollegen für die morgige Auslieferung eines Software-Pakets, und dann gehts zum Futtern ab in den Pausenraum.

Nach der Pause- das Zeiterfassungs-Tool meiner Wahl sagt, 13:44 Uhr- prüfe ich, ob der technische Dienstleister unseres Kunden den Fehler inzwischen vielleicht doch behoben hat. Nope, hat er nicht. Dann also Plan B. Die nächsten zwei Stunden arbeite ich daran, den Code-Stand zu portieren, werde dabei aber durch ein paar mir nicht ganz verständliche Fehler ausgebremst… Es kommt also alles zusammen. Kurz bevor ich los muss- M wartet in der KiTa auf mich!-, bitte ich einen Kollegen, der wesentlich tiefer in der Materie drinsteckt und auf dem Gebiet auch wesentlich mehr auf dem Kasten hat als ich, die Sache zu erledigen, und breche auf.

Auf dem Weg zum Alex frischt der Wind auf, die angekündigten Orkanböen treffen wohl bald ein. Am Alex selbst habe ich kurzzeitig Angst, von einem wild umherschwingenden Werbebanner erschlagen zu werden, schaffe es aber unbeschadet in die Bahn und freue mich (ja, immer noch!) auf eine unterbrechungsfreie Fahrt bis Friedrichshagen… Bis am Ostkreuz die Durchsage kommt, dass die S-Bahn nur noch bis Rummelsburg fährt, weil DER GESAMTE S-BAHN-VERKEHR in Berlin wegen des Sturms auf unbestimmte Zeit unterbrochen wird. Sch… Und das in Rummelsburg! Da kommt man ganz, ganz schlecht weg: Einmal nach Schöneweide (hilft mir nicht, weil die Straßenbahnen auch nicht mehr fahren sollen), einmal nach Marzahn (hilft mir nicht, weil ich da halt so gar nicht hin muss). Beim Verlassen des Bahnhofs weht es mich fast weg, aber das ist erstmal egal: Ich muss doch nach Friedrichshagen, M abholen! Zu Fuß würde es 2,5 bis 3h dauern, bei Ausfall des gesamten oberirdischen ÖPNV ein Taxi zu bekommen ist relativ unmöglich, meine Chancen vor KiTa-Schluss dorthin zu kommen liegen also bei ziemlich genau 0. Während ich in Richtung Köpenick loslaufe- irgendwas muss ich ja machen!-, beraten Jott und ich uns am Telefon: Jott ist selbst mit den Zwillingen unterwegs und könnte auch nur gerade so, mit viel Stress, Aufregung und nach Einschmeißen einer Anti-Ichfühlmichschlecht-Tablette, M abholen- das sollten wir nur im äußersten Notfall machen.
Wir kommen dann recht fix drauf, dass die einzige vernünftige Option ist, meine Mama zu fragen, die seit gestern Urlaub hat und morgen mit meinem Papa in den Urlaub fährt. Wir haben Glück: Sie kann M abholen, und das sogar noch innerhalb der KiTa-Öffnungszeiten. Nachdem das geklärt ist, laufe ich etwas entspannter durch den tosenden Sturm in Richtung Köpenick. Ich sehe mehrere Bäume umstürzen und Äste abbrechen und hoffe, dass das nicht gerade passiert, wenn ich drunter durchlaufe.

Nach ungefähr einem Viertel (optimistisch geschätzt) der Strecke versuche ich, mein Glück als Anhalter zu probieren. Habe ich noch nie gemacht, aber den Daumen rausstrecken und nett lächeln sollte nicht so schwer sein. Bevor ich das aber in die Tat umsetzen kann, sehe ich kurz hinter dem Heizkraftwerk Klingenberg einen älteren Mann sein Auto aus einer Einfahrt starten, spreche ihn an und kann- das nenne ich mal Glück!- eine Fahrt Richtung Köpenick rausschlagen. Hurra! Der erste Versuch als Anhalter, und dann gleich erfolgreich!
Die Fahrt verläuft recht gut. Die Straßen sind voll und das Gespräch nicht so erbaulich (AfD-Wähler, enttäuscht von der Politik, bevor die Ausländer was kriegen sollen erstmal die deutschen Obdachlosen was kriegen, früher war vieles besser, etc.- natürlich fallen mir all die Fakten, die ich so anlese, NICHT ein und ich kann nur doof herumstammeln…), aber hey, ich muss nicht durch den Sturm laufen.

Ziemlich genau auf die Minute 17:30 Uhr komme ich zu Hause an. Kurz darauf kommen auch meine Mama und M an, sodass wir komplett sind und zu Abend essen können. Während Jott noch bei M sitzt bzw. in der Küche herumräumt, bringe ich die Zwillinge ins Bett. Wir treffen uns kurz vor 19 Uhr für das Sandmännchen auf der Couch. Als das vorbei ist, gehe ich in die Küche, arbeite meine restliche Arbeitszeit (heute eine Stunde) auf und schreibe im Anschluss diesen Blogbeitrag.

Jetzt: Bett.

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Journal Mittwoch, 4.10.2017

Kaum regt man sich auf, schlafen alle Kinder mal ’ne Nacht lang friedlich. Versteh einer die Brut.

Das Essen lief heute leider wieder katastrophal. Bei dem Rumgemansche wird bei mir eine Grenze überschritten: Ich kann das einfach nicht sehen. Ich finde es furchtbar eklig, wenn sich die beiden mit breiverschmierten Händen im Gesicht herumpatschen, ihre Haare verkleben und sie irgendwann mit tränenden Augen und brüllend dasitzen, weil sie sich den Schmadder eben auch in die Augen gerieben haben. Dank der Erkältung kommt bei G zusätzlich noch Schnodder dazu, was die ganze Sache noch viel, viel schlimmer macht.
Weder Jott noch mir fällt eine Lösung für dieses Problem ein. Wir merken nur, wie verwöhnt wir von M waren- der hat ja direkt von Anfang an gegessen wie ein Profi.

Emsiges Arbeiten im Büro. Das Projekt, das ich als Projektleiter begleite, wird am Freitag vor dem Vorstand des Kunden präsentiert (nicht von mir). Bis morgen Abend muss also ein für die Präsentation fertiger Stand vorliegen. Bislang siehts ganz gut aus, wir haben heute die noch offenen Aufgaben priorisiert und verteilt. Ich kann sogar ein bisschen mehr mitentwickeln, nachdem sich ein Kollege heute leider kindkrank melden musste.

Bei den Überlegungen zu einem potentiellen neuen Handytarif bin ich einen Schritt weiter. Ich weiß nun, das ich gern LTE hätte. Nicht so sehr wegen der Geschwindigkeit (da reicht das normale 3G-Netz bei weitem aus), sondern einfach weil es nicht schaden kann, unterschiedliche Funknetze wählen zu können. Oft genug kamen wir im vergangenen Jahr in Situationen und Gegenden, wo LTE erforderlich war.
Im Endeffekt heißt es nun also, zwischen Vodafone und der Telekom zu wählen. Für Vodafone spricht der Preis, für die Telekom das minimal bessere Netz und der Umstand, dass wir mit einem Telekom-Vertrag eine Alternative zu Vodafone bei Netzausfällen etc. haben.
Ich weiß nur nicht, ob mir das den tatsächlichen Aufpreis wert ist. Ich überleg mal weiter.

Hui, das war ein saukalter Wind heute. Trotz dreischichtigen Zwiebellook fror ich auf dem Weg ins Büro und hätte gut und gern einen Glühwein oder zumindest einen Tee mit Schuss gebrauchen können, als ich im Büro ankam.
Morgen nehm ich mir meine Bärenmütze mit, dann sind zumindest die Ohren warm.

Jott bekam heute dankenswerter Weise Hilfe von einer Bekannten. Die und ihr Partner holten die Zwillinge nach dem Mittagessen ab und lieferten sie am frühen Abend wieder bei uns ab, sodass sich Jott ein bisschen erholen konnte.
Sowas tolles hat (Familie ausgenommen) noch nie jemand gemacht, wir sind unglaublich begeistert und dankbar.

Morgen muss Jott alleine überstehen, und am Freitag werd ich Überstunden abbummeln/ Arbeitszeit verlagern und früher nach Hause gehen.

Was schön war: M kann ganz allein die erste Strophe von „Alle meine Entchen“ singen, er gab sie heute morgen beim Frühstück zum Besten. Das war ja sowas von niedlich!

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Journal Dienstag, 3.10.2017

An manchen Tagen ist der Seufzer der Erleichterung, wenn die Kinder endlich im Bett sind, besonders groß. So heute. Die Zwillinge sind nämlich derzeit etwas arg fordernd furchtbar anstrengend. Sie essen schlecht, sie schlafen schlecht, sie quengeln andauernd rum und kleben an uns an Jott. Wenn hier noch zwei, drei Erwachsene mehr wären, um die Kinder und den Haushalt auf mehr Schultern zu verteilen, dann wäre das vermutlich noch halbwegs erträglich. So aber gehen Jott und ich auf dem Zahnfleisch und müssen viel Kraft darauf verwenden, die Kinder nicht zum Mond zu schießen.

Die Versuche mit normalen Mittag- und Abendessen stellen wir wieder ein, das wird nichts. Tatsächlich lief es nur am vergangenen Samstag gut. Seitdem war jede Mahlzeit ein ungeheurer Krampf. Beide stellen sich an, als ob sie noch nie etwas gegessen haben: Sie spucken alles wieder aus, matschen herum, fummeln sich im Mund herum, verschmieren den Essensmatsch im Gesicht, auf dem Kopf, auf ihrer Kleidung und auf den Lätzchen, und essen im Endeffekt kaum etwas. Der Großteil des Essens landet schlussendlich auf dem Boden, weswegen unser Wohnzimmer-Parkett an der Stelle, an der die Hochstühle stehen, so sauber und glänzend aussieht wie noch nie zuvor seitdem wir hier wohnen- weil wir nach jeder Mahlzeit Essensreste zusammenkehren und wischen müssen.
Außerdem endet jede Mahlzeit mit Gezeter und Geschrei, und das machen unsere Nerven einfach nicht mit. Ganz offensichtlich sind die Zwillinge noch nicht so weit, daher bekommen sie nun weiter Gläschen und Milchbrei.
Wir hoffen, dass sich das in den verbleibenden sieben Wochen bis zum Beginn der Eingewöhnung ändert- ansonsten haben sie in der KiTa ein Problem und wir dann auch.

M ist wieder bei uns.

Nachdem die bei mir anklopfende Erkältung an der Tür gescheitert ist (danke, Immunsystem), hat sie es bei Jott probiert. Und bei G. Beide sind erkältet, demzufolge bescheiden waren Nacht und Tag. Wenn Sie also bitte die Daumen drücken könnten, dass beide schnell wieder auf dem Damm sind?

Eine gute Nachricht gibt es aber doch von heute: Die Zwillinge sitzen inzwischen beide so sicher, dass wir sie gemeinsam in die Badewanne stecken können. Sie sitzen dann da (noch etwas wackelig, aber das wird schon), mopsen sich gegenseitig das Badespielzeug weg und planschen herum. Sobald sie noch etwas stabiler sitzen können, kann dann auch M mit dazu, was die ganze Kinder-Wasch-Geschichte vereinfachen sollte.

Ganz viele Bilder über gute Vorsätze, die man vor der Geburt des Kindes/ der Kinder macht.

Was schön war: Das vielleicht letzte Eis der Saison bei Da Dalt essen, während die Zwillinge im Wagen schliefen (wir mussten raus, im Wagen sind sie einigermaßen pflegeleicht).

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Journal Montag, 2.10.2017

Der Tag in zwei Bildern:

Brückentag, olé olé! Zur Feier des freien Montags gingen wir in Begleitung (hallo Begleitung!) frühstücken, im Kinderladen Allerhand in Karlshorst. Das war sehr, sehr schön: Die Zwillinge spielten im Nebenzimmer (und stachen sich, in Js Fall, fast ein Auge aus*), und wir Großen aßen gemütlich, erzählten und genossen die Runde.

*J hatte sich auf einen Hocker aufgestützt, den umgeschmissen und knallte mit dem Gesicht auf eines der Beine. Großes Geschrei, viele Tränen, ein bisschen Blut, doch zum Glück war bis auf einen Kratzer einen Millimeter neben dem linken Auge nichts passiert.

Am Nachmittag wollten wir eigentlich Autos angucken fahren, das verwarfen wir aber des Wetters wegen, aus akuter Unlust, und zweier vor sich hin eskalierender Kinder wegen. Letztere hatten auf Grund von Abweichungen vom normalen Tagesablauf Vormittags nur wenig geschlafen (nur auf dem Weg zum und vom Kinderladen) und waren demzufolge übermüdet und drüber. Um die Lage ein bisschen zu entspannen, schnappte ich mir also die Zwillinge und lief spazieren. Leider wurde das Wetter mittendrin immer schlechter, sodass ich beim beim Laufen wiederholt sowohl über die wasserdichten Schuhe als auch über die Regenjacke freute. Insgesamt blieb ich trotz strömenden Regens nämlich erstaunlich trocken (wenn man von der Hose absieht, für die noch eine Regenhose zum drüberziehen fehlt).
Seinen Zweck erfüllte der Spaziergang jedenfalls: Sowohl J als auch G schliefen im Wagen recht fix ein und waren bei der Ankunft zu Hause etwas weniger anstrengend.

Eventuell bin ich heute schwach geworden und habe die ersten Dominosteine gekauft und nahezu inhaliert. Aber nur eventuell.

Was schön war: Supertolles Eis (Dunkle Schokolade, Sesam-Krokant) auf dem Heimweg essen.

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Journal Sonntag, 1.10.2017

Es ist Oktober! In diesem Monat werde ich…

  • Freunde und Bekannte zu Kaffee und Kuchen einladen
  • Zwei lange Wochenenden genießen (die Brückentage vor den Feiertagen)
  • Nach einem Vierteljahr erstmals wieder einen Monat durcharbeiten
  • Vorbereitungen treffen für Herbst und Weihnachten- Jott ist mir da einen Schritt voraus, die ist schon fleißig am Basteln
  • Ein Feedbackgespräch im Büro haben
  • … tjo, das wars schon. Der Oktober wird, was die Vorausplanung anbelangt, wohl eher ruhig. Mal gucken, ob es tatsächlich so wird.

Heute viel viel viel Zeit mit den Zwillingen verbracht- morgens ja eh, weil ich Jott ausschlafen lassen (was tut man nicht alles, wenn man jemanden gern hat…), und nachmittags dann außerplanmäßig auch, Jott hatte sich nämlich recht spontan zum Shoppen verabredet. Die Kinder und ich spazierten durch die Gegend und staunten über den Einzug des Herbstes binnen einer Woche.

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Entdecken Sie das Easter Egg?

Kleiner Tipp: Einmal mit der Maus über das Bild fahren…

Was schön war: Die Zwillinge spielten vor dem Mittag fast eine ganze Stunde lang selbstständig im Wohnzimmer, ohne sich zu arg in die Haare zu kriegen.