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Journal Donnerstag, 9.2.2017

Nachdem J. nach so ziemlich genau zwei Stunden endlich, ENDLICH eingeschlafen ist (yay- in zwei Stunden wacht er wieder auf und hat Hunger…), der Tag in Kurzform.

DIE HAUSHALTSHILFE WURDE GENEHMIGT.

Hipp Hipp Hurra! Nachdem Jotts Frauenärztin und die Sozialarbeiterin vom KJGD im Wechsel bei der Krankenkasse anriefen, ging dann mit einem Mal alles ganz schnell.
Morgen sollten wir die Info bekommen, wann es losgehen kann.

Bezüglich der Schrei-Ambulanz machte uns die Krankenkasse Hoffnung: Wenn unserer Kinderärztin die verschreiben würde, könnten wir versuchen die Kosten über die Krankenkasse abrechnen zu lassen. Das werden wir genau so tun, morgen gehe ich zur Kinderärztin und spreche mit ihr.

Ansonsten werden wir die Schrei-Ambulanz privat finanzieren. Jott und mir scheint das eine gute Sache zu sein, so dass wir uns jetzt überlegen wie wir die veranschlagten notwendigen 8 bis 10 Sitzungen bezahlen können (sei es durch geplünderte Spar-Konten oder als vorzeitiges anteiliges Geburtstagsgeschenk durch die Familien).

Weil ich in den letzten Tagen von vielen großartigen Menschen nach meiner Adresse/ Kontodaten gefragt wurde für Notfallpäckchen/ Geldspenden für die Schrei-Ambulanz:

Es ist unglaublich toll, dass Sie das tun möchten, und es rührt sowohl Jott als auch mich sehr. ABER: Bitte sehen Sie davon ab. Helfen Sie uns mit lieben Worten und guten Ratschlägen, das ist völlig ausreichend. Natürlich sind das alles heftige Ausgaben, aber wir können das stemmen und kriegen das hin.
Ich bin zutiefst dankbar für diese Angebote, kann sie aber nicht annehmen. Ansonsten müsste ich mir vorwerfen, die derzeitigen Probleme nur deshalb auszubreiten, um andere Leute auszunutzen (ich hoffe, das ist halbwegs verständlich geschrieben- es ist spät).

Wenn Sie Geld loswerden möchten, gibt es sicherlich diverse Einrichtungen für Familien in ähnlichen Notlagen, die sich über Zuwendungen jeder Art sehr freuen und diese auch nötiger haben als wir.

Während ich das schreibe, ist J. wieder aufgewacht. Ganz speziell dieses Kind macht mich krank. Er ist hypernervös und kommt fast ausschließlich in der Trage zur Ruhe. Ich kann aber mit der Trage nicht schlafen… Ganz zu schweigen davon, dass ich irgendwann auch einfach nicht mehr mit dem Kind vor der Brust durch die Wohnung tappern will.

Eine Kommentatorin beschrieb ihre Gedanken als Mutter eines Schreibabys mit „das ist nicht mein Kind und wenn doch, dann bin ich die falsche Mutter“. So geht es mir teils auch. Gerade, wenn, wie eben, alle Versuche scheitern, auch nur eines der Babys zum Einschlafen zu bringen, denke ich mir oft, dass ich das nicht kann, dass ich nicht stark genug bin um gleich für drei Kinder ein liebevoller Vater zu sein. Gerade bei den Zwillingen bleibt das liebevolle auf der Strecke, ich funktioniere nur und will eigentlich schreiend weglaufen.

Ich hoffe, dem kann in der Schrei-Ambulanz auch begegnet werden.

Die letzte Nacht war semi-katastrophal. Während sich M. links von mir herumwälzte und J. rechts von mir schniefte, traute ich mich kaum mich umzudrehen, aus Sorge eines der Kinder könnte unter meiner Decke landen und ersticken/ ich könnte mich auf J. raufdrehen (bei M. ist das nicht mehr möglich, er ist zu groß).
Irgendwie schafften wir es aber trotzdem, bis ~2 Uhr zu schlafen. Leider fiel J. dann ein, dass er Hunger hat, und da nahm das Unglück seinen Lauf. Weil ich am Vorabend gepennt hatte (tatsächlich und geistig), standen weder Flaschen noch Wasser im Wohnzimmer bereit, und als ich mit J. aufstand, um sie von Jott aus dem Schlafzimmer zu holen, wachte M. auf und lief zielgerichtet „Mama, Mama“ rufend ins Schlafzimmer. Wo dann auch G. aufwachte.
Während ich J. fütterte, blieb M. bei Jott und schlief natürlich nicht ein. Nachdem J. abgefüttert war, musste ich ihn heraustragen, damit er zur Ruhe kommen und einschlafen konnte. Das funktionierte bei mir im Wohnzimmer ganz gut („So, M., hier ist Dein Hasi, hier ist Dein Becher, hier ist Dein Nuckel, jetzt hinlegen! und schlafen!„, allerdings waren sowohl J. als auch G. wieder bei Jott, was ich ja eigentlich vermeiden wollte.

Um M. nicht völlig übermüdet in den Tag starten zu lassen, schliefen wir als Ausgleich aus.

Was schön war: Etwas zu zeitig am Bahnhof sein und fünf Minuten in der Sonne stehen. Die schien in den letzten Tagen und Wochen sehr selten, umso schöner war das Licht und die Helligkeit heute.

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Journal Mittwoch, 8.2.2017

Sehr bezeichnend: Als wir bei der Schreiambulanz empfangen wurden, schrie G. wie am Spieß, Jott war in Tränen aufgelöst.

Weil die Zwillinge im Kinderwagen selten zur Ruhe zu bringen sind, setzten wir heute die Maxi-Cosi-Schalen auf das Kinderwagengestell und fuhren mit der Straßenbahn zur Schreiambulanz. Leider hatten wir im Trubel nicht nachgeschaut, wie wir die Babyschalen wieder abbekamen… Als wir sie lösen wollten, war die Verwunderung groß und das Stresslevel (wegen des Babygeschreis) hoch. Letztendlich ließen wir die Sitze am Wagen und nahmen nur die Kinder heraus, weil wir in dem Moment partout nicht herausfanden, wie das geht.

Beim Blick in die Anleitung zu Hause folgte so ein Kopf-Tisch-Moment: Unter dem Schonbezug der Maxi-Cosi-Schalen sind zwei weitere Knöpfe, an die wir nicht gedacht hatten, und die zum Lösen der Schalen vom Wagen bzw. dem Adapter sind.

Überhaupt, die Schreiambulanz. Wir hatten uns im Vorfeld informiert, wie es mit der Kostenübernahme aussieht und waren recht schnell darauf gestoßen dass Treptow-Köpenick als einziger Bezirk die Kosten nicht übernimmt. Die Sozialarbeiterin vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst hatte uns aber Hoffnungen gemacht, dass es eventuell Mittel und Wege gäbe.
Nach unserem Besuch dort stellte sich aber heraus, dass dem nicht so ist- wir müssten die Termine privat bezahlen. Treptow-Köpenick ist wohl der einzige Bezirk, der diese Kosten nicht übernimmt. Bei 60 Euro pro Stunde ist das ’ne Hausnummer. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir heute kaum über die Anamnese hinaus kamen.

Nahezu jeder, dem wir von den ganzen Umständen erzählen, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Offenbar ist es also gerade wirklich nicht so einfach (das fragen Jott und ich uns nämlich: Sind wir einfach nur zu zartbesaitet und ist es vielleicht gar nicht so schlimm? Und andere Leute haben ja auch Zwillinge bekommen…)

Sowohl beim Bringen zur KiTa als auch bei der Abholung hatte ich einen zusätzlichen Zwilling dabei; am Morgen war es G. und am Abend J.. Beide Male schliefen die Kinder in der Trage.
Während die morgendlichen Fahrten dank halbwegs leerer Bahnen noch recht entspannt waren, war es am Nachmittag sehr anstrengend. Berufsverkehr, keine freien Sitzplätze, kaum genügend Platz um es sich auf dem Boden neben dem Kinderwagen bequem zu machen… Hui. Das strengte an.

Bevor ich M. aus der KiTa abholte, war ich kurz im Büro, ist ja nur einen Katzensprung entfernt. Ich habe vorerst morgen und Freitag Urlaub, so dass Jott nicht allein zu Hause ist. Am Montag sollte ihr Bruder da sein, da werde ich wohl ins Büro fahren können.

Wir telefonierten heute beide viel herum und müssen nun die Ergebnisse abwarten. Es ist alles eigentümlich unkonkret und irgendwie fehlt jemand, der eine Richtung vorgibt und uns ein wenig an die Hand nimmt. Mittlerweile haben wir, wenn ich das recht im Blick habe, eigentlich überall angerufen und uns erkundigt, wo es nur geht. Und trotzdem sind wir weiterhin allein zu Hause und müssen Minute für Minute, Stunde für Stunde klarkommen (ja, ich zähle Minuten und Stunden).

Nach einem Notfallanruf von mir bei Hebamme und Frauenärztin- beide super engagiert und eine große Hilfe- kann Jott morgen bei einem Krankenhaus in Grünau (15 Minuten mit dem Auto entfernt) anrufen und sich wegen psychologischer Beratung schlau machen. Wie eine eventuelle ambulante Behandlung aussehen kann, erfahren wir dann.

Schlafsituation heute Nacht: Links von mir M., rechts J.. Ich bin gespannt, wie das wird. Aber nachdem Jott letzte Nacht wenig bis gar nicht schlief, ist das notwendig.

Es fühlt sich an, als ob langsam alles bröckelt, ins wanken gerät, zerbricht und kaputt geht. Diese Zwillinge schaffen uns. Und trotz aller Telefonat usw. scheint keine Besserung in Sicht.

Was schön war: Während es mich beim Zubettbringen von M. wieder gnadenlos entschärfte (ich glaube, ich schlafe sogar vor ihm ein), schaffte es Jott, J. und G. zu Bett zu bringen. Als ich aufwachte, war die Wohnung dunkel.

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Journal Dienstag, 7.2.2017

Heute war eine Angestellte vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst bei uns. Das ist ja in Berlin so üblich, dass kurz nach der Geburt jemand vorbei kommt, mit den frisch gebackenen Eltern redet, abhorcht ob es Probleme gibt und tonnenweise Infomaterial da lässt.
Wir haben unsere Sorgen und Nöte geschildert, unseren Stolz runtergeschluckt und gesagt, dass wir ganz dringend Hilfe benötigen. Sie hat sich das alles angehört, viele Notizen gemacht, sich mit uns über die Krankenkasse aufgeregt und uns bescheinigt, dass wir alles richtig machen. Sie wird intern rumtelefonieren und uns über Hilfsangebote auf dem Laufenden halten.
Das ist super und auch bitter nötig- wir können nicht mehr.

Morgen haben wir kurzfristig einen Termin in der Köpenicker Schreiambulanz bekommen, den wir wahrnehmen werden. Die Zwillinge fallen zwar nicht ganz unter die Schreibaby-Definition („über drei Wochen an mehr als drei Tagen die Woche mehr als drei Stunden“), aber Jott und ich sind inzwischen so dünnhäutig, dass wir das doch sehr häufige und lang anhaltende Geschreie nicht mehr aushalten. Vor allem nicht, wenn beide gleichzeitig schreien, was häufig der Fall ist.
Es ist ein erster Schritt zu psychologischer Hilfe, die wir benötigen.

Sowohl Jott als auch ich saßen inzwischen mindestens einmal „Ich schaff das nicht“ schluchzend & weinend da. Es ist gut, dass wir uns zum Abfedern von solchen Momenten haben.

Die nächste Woche wird uns Jotts Bruder unter die Arme greifen. Der hat Semesterferien und ist daher verfügbar.

Am Montag war die Bezirkskoordinatorin von Wellcome bei uns. Sie konnte uns direkt jemanden vermitteln; am nächsten Montag wird eine Zwillingsmutter zum Austausch vorbei kommen und sich mit Jott unterhalten.

M. kam gestern Nacht gegen 23 Uhr zu mir ins Wohnzimmer. Die Zwillinge hielten sogar noch länger aus. Die Nacht war dadurch geringfügig entspannter als der folgende Tag.

G. schrie heute zwei Stunden am Stück. Das besonders schlimme: Jott hatte heute über Mittag Besuch von einem befreundeten Pärchen- und das Geschrei begann natürlich erst, als die beiden wieder weg waren und ich unterwegs war, um M. abzuholen.

Der Besuch begrüßte mich mit „Oha, Du bist aber dünn geworden“.

Ich habe seit Beginn des Jahres fünf Kilo abgenommen- Grippe & Zwillinge sei Dank.

Die Krankenkasse teilte Jott am Montag mit, dass unser Widerspruch durchgegangen sei und wir ja nun Anspruch auf eine Haushaltshilfe hätten. Anderthalb Wochen vor Bezugs-Anspruchs-Ende. Und dann fragte die Dame am Telefon noch allen Ernstes, ob wir denn für die vergangenen Wochen privat eine Haushaltshilfe beschäftigt hätten, denn deren Kosten würden ja nun übernommen werden. Klar, und die Kosten dafür haben wir mit den Hinterlassenschaften unseres Dukatenesels aus dem Keller bezahlt.

Auch beim neuen Antrag stellt sich die Krankenkasse quer, verlangt nun Akteneinsicht von der Ärztin und arbeitet trotz aller Brisanz schön langsam.

Sobald hier etwas Luft ist, wechseln wir die Krankenkasse.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Sonntag war der erste Tag, an dem ich mich nach dem Aufwachen nicht matschig fühlte. Außerdem begann meine Nase zu laufen, auf dem Spaziergang zum Müggelsee verbrauchte ich fast drei Packungen Taschentücher. Gestern ging das so weiter, vermutlich bin ich inzwischen ein Kilo leichter.

M. sagt inzwischen wieder sehr zuverlässig, wenn er aufs Klo gehen muss. Sogar wenn er „nur“ pullern muss. Und weil das so toll funktioniert, werden wir ihm demnächst mal Schlüpfer anziehen und schauen, wie er das findet.

Die Kindergeld-Nachzahlung für Dezember und Januar kam an. Wir feierten dies mit einer Bestellung beim Inder- inklusive Vorspeise!

Was schön war: Auch heute schliefen alle drei Kinder bereits 21 Uhr. Der Weg dorthin war schwer und steinig, aber seit gut einer Stunden ist Ruhe und Jott schläft auch bereits.

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Journal Montag, 6.2.2017

Alle drei Kinder sind gefüttert und schlafen! Gleichzeitig! UM VIERTEL ZEHN! Der Wahnsinn.

Aus diesem Grund verschieben sich alle für heute geplanten Blog-Ideen um einen Tag- Jott und ich gehen jetzt nämlich jeder in sein Bett/ seine Couch und schlafen.

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WMDEDGT? Wochenende in Bildern

Journal Sonntag, 5.2.2017 – WMDEDGT 2/17 – Wochenende in Bildern

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

[Weitere Informationen zur Initiative „Wochenende in Bildern“; die Wochenenden der anderen Teilnehmer sind in Wochenende in Bildern 04./05. Februar 2017 verlinkt.]

Zum Samstag vom Wochenende in Bildern.

Der Sonntag begann ruhig und beinahe ausgeschlafen. „Mein“ Zwilling, J., schlief nämlich (nach harten Kampf beim Einschlafen, aber immerhin) von 23:30 Uhr bis 4:30 Uhr (nicht komplett durch, er war immer mal wieder wach und verlangte nach Nuckel/ einer Streicheleinheit- aber ich musste eben nicht die Flasche geben und aufstehen) und dann nochmal von 6 Uhr bis 8 Uhr. Irre. Mittendrin sprengte er zwar eine 2er-Windel und musste neu eingekleidet werden, aber das war dann auch kein großes Problem (eher, dass sich Jott nachts beim Umziehen und Wickeln an mich heran schlich und zu Tode erschreckte- ich hüpfte gefühlt einen halben Meter durch den Raum).

Vormittags pusselten wir mit den Zwillingen in der Trage/ im Sling durch die Wohnung, fütterten Kinder und verräumten Wäsche. Nach der Mittagsfütterung lief ich mit den beiden zum Müggelsee spazieren, aß am Spreetunnel eine ausgezeichnete Bratwurst, fuhr mit der S-Bahn heim und testete den Bahnhof Köpenick auf Zwillingskinderwagen-Tauglichkeit.

Am späten Nachmittag brachten meine Eltern Herrn Schnuffke nach Hause. Als sie wieder weg fuhren, endete der ruhige Sonntag und Chaos brach aus. Binnen einer halben Stunde heulten drei Kinder gleichzeitig, J. und G. krümmten sich vor Bauchschmerzen, M. brauchte anderthalb Stunden zum Einschlafen und danach wollte J. trotz Trage ebenfalls nicht die Augen zumachen. Die letzten vier Stunden brauchten also alle aufgebauten Erholungspuffer auf und meine Nerven liegen bereits wieder blank.

Ungefähr fünf Minuten können sie so da liegen, bevor einer von beiden- oder auch beide gleichzeitig- Theater macht.
Mein guilty pleasure. In den letzten beiden Tagen vertilgte ich ungefähr eine Packung davon.
Wäscheberge. Jott legte zusammen (kein Kind vorm Bauch), ich verräumte (Kind vorm Bauch).
Friedliche G. nach dem Essen.
Die Zwillinge und der Müggelsee.
Nach der Heimkehr wachten beide zeitgleich auf und hatten Hunger. Die Wippen sind eine Zwischenstation zum Hinhalten, während die Flaschen zubereitet werden.
Käsespätzle zum Abendessen.
M., vertieft ins Spiel.

Was schön war: Meine Eltern brachten Mohnpielen mit, die ich beim Herumtragen von J. aß.

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Wochenende in Bildern

Journal Samstag, 4.2.2017

Dank der luxuriösen Situation, die Zwillinge 1:1 betreuen zu können, war der Samstag recht entspannt. Zumindest tagsüber. Nachts nicht so, was daran lag, dass G. nach der nächtlichen Fütterung Verdauungsprobleme hatte und über mehrere Stunden hinweg alle 20 bis 30 Minuten aufwachte und jammerte. Jott sei Dank konnte ich trotzdem noch etwas schlafen, sie übernahm das Kind halb Sechs und schaffte es besser als ich, es zu beruhigen (und konnte zum Glück auch noch etwas schlafen).
Am Nachmittag schafften wir es sogar auf die Geburtstagsfeier einer Freundin, was total großartig war. Rauskommen aus der Wohnung, mit anderen Erwachsenen/ Eltern reden, nach Kaffee und Kuchen nicht aufräumen müssen… Das war klasse.

Nächtliche Fütterung. Der Geist ist gerade so hell, dass ich den Füllstand der Flasche und die Temperatur auf dem Thermometer ablesen kann. Es ist übrigens gegen 2 Uhr morgens.
Im Grimassenschneiden sind die Babys sehr, sehr gut. Wenn auch nicht immer freiwillig- hier kämpft J. mit Verdauungsproblemen.
G. liegt währenddessen unter dem Spielbogen und guckt interessiert.
Gute Vorbereitung ist das A und O. Sobald es irgendwie geht, wuseln wir durch die Wohnung und machen Sachen (meist mit Kind in der Trage/ im Sling), damit wir im Schreifall mit wenigen Handgriffen auskommen.
Damit Jott auch mal eine halbe Stunde im Bad hat, trage ich beide Kinder durch die Wohnung. Ansonsten würde mindestens einer schreien.
Symbolbild Geburtstagsparty. Das Bild „Happy Birthday!“ stammt von Unsplash und wurde von Sergei Soloviev aufgenommen.
Nach der Heimkehr gibts gute Tiefkühlkost, während jeder von uns einen Zwilling trägt.

Zum Sonntag vom Wochenende in Bildern.

Was schön war: Die Geburtstagsfeier. Aus den oben genannten Gründen.

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Journal Freitag, 3.2.2017

Wir hatten heute alle eine recht ruhige Nacht: Jott und ihre Mama berichteten, dass die Zwillinge im Abstand von vier Stunden kamen (hurra!), und ich durfte allein im Kinderzimmer schlafen (hurra!).

Nach so einer Nacht ohne Störungen sieht die Welt doch wieder ein klein wenig rosiger aus.

In einigen Kommentaren wurde gefragt, weshalb wir M. nicht zu Hause lassen/ uns eine KiTa oder Tagesmutter hier in der Gegend suchen, um uns die Fahrerei zu ersparen und nicht jeden Infekt aus der KiTa mitzunehmen.
Nun.

Weil wir keinen KiTa-Platz hier in der Gegend bekommen haben. Wir haben lange und intensiv gesucht, aber nur Absagen kassiert. Die Notlösung war die KiTa in Mitte in der Nähe meines Arbeitsplatzes (an die wir auch nur über Vitamin B kamen…), zu der wir ungefähr eine Stunde Anfahrtsweg benötigen (auch das ist Berlin: Wenn man, wie wir, am südöstlichen Stadtrand wohnt und in Mitte arbeitet, muss man lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen).

M. zu Hause zu lassen ist keine Option, denn Jott kann nicht drei Kinder adäquat betreuen. Momentan brauchen wir, um halbwegs klar zu kommen, für die Zwillinge eine 1:1-Betreuung, sobald dieser Schlüssel sich Zuungunsten der Erwachsenen verschiebt bricht Chaos aus.

Und falls die Frage nach dem „M. zu Hause lassen“ nur temporär gemeint war, d.h. solange ich krank geschrieben bin: Das wäre ggf. eine Option gewesen, allerdings waren wir darauf bedacht, dass M. schnellstmöglich zu seinem festen Tagesrhythmus zurückkehren kann. Und der sieht nun einmal so aus, dass wir morgens zusammen zur KiTa fahren, er den Tag dort verbringt und Abends wiederkommt.

Und zu den Krankheiten: Gerade ist Erkältungssaison, und er ist im ersten KiTa-Jahr. Klar, dass er dauernd erkältet ist. Wenn wir ihn erst mit zwei oder drei in die KiTa schicken würden, würde sich das Problem einfach nach hinten verlagern.

Das eigentliche Problem ist die Entfernung zu meinem Arbeitsplatz. Die zwei Stunden Pendeln am Tag sind ein unglaublicher Zeitverlust. Als wir noch keine Kinder hatten, war das nicht so wild, ich hab die Zeit zum Lesen oder Podcast-Hören genutzt. Aber inzwischen sind sie ein Fluch.

Wenn wir M. bei uns in der Gegend in die KiTa/ zu einer Tagesmutter schicken würden, müsste er dort höchstwahrscheinlich noch länger betreut werden als in der Mitte-KiTa. Zusätzlich zur normalen KiTa-Zeit käme noch die weitere Betreuungszeit während meiner Anfahrt hinzu. D.h. während ich ihn in der Mitte-KiTa gegen 8:30 Uhr abgeben und gegen 16:30 Uhr abholen kann, wäre er in einer Einrichtung bei uns in der Gegend von 7:30 Uhr bis 17:30 Uhr (vorausgesetzt, ich bringe und hole ihn weiterhin allein, was ja momentan und in der nächsten Zeit der Fall wäre).

Ideal wäre ein Umzug in die Nähe meines Arbeitsplatzes, aber dafür müssten wir eine bezahlbare 4-Zimmer-Wohnung im Innenstadtbereich finden (haha).

Wir werden dazu übergehen, die Zwillinge nur noch mit der Flasche zu ernähren. Das Stillen ist ein Stressfaktor für Jott, denn sie weiß nie wieviel die Zwillinge trinken und wann sie das nächste Mal kommen (bislang alle ~1,5 – ~2,5 Stunden). Mit der Flasche ist das recht gut planbar und die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind größer (~3,5 – 4 Stunden).

Außerdem stellen wir die Ernährung von Pre-Milch auf die 1er-Milch um- die Pre-Milch scheint die Zwillinge nicht ausreichend zu sättigen, denn nach den empfohlenen Portionen schliefen sie nie wirklich ein, sondern nölten und meckerten rum. Offenbar aus Hunger, denn mit der 1er-Milch haben wir dieses Problem nicht.

Heute war zum ersten Mal jemand gegen Geld zum Putzen hier. Keine Krankenkassen-Haushaltshilfe, sondern ein Putzmann, den wir privat bezahlen. Der war sein Geld wert, innerhalb von drei Stunden blitzte und blinkte die Wohnung.
Wir haben mit ihm vereinbart, dass er wöchentlich kommt.

Das tolle ist: Er macht das auf Rechnung, d.h. wir können das sogar noch von der Steuer absetzen.

Wir sind uns inzwischen recht sicher, was für ein Auto wir gern haben möchten: Einen Ford Galaxy. Der sollte unseren Platzansprüchen mit drei Kindern und dem dazugehörigen Gepäck entsprechen. Erste Eindrücke sahen jedenfalls danach aus.

Beim Einkaufen im Forum (ich trug J. in der Fräulein Hübsch) sprach mich eine ältere Frau an und warnte mich, dass es grundfalsch sei was ich da mache. Die Knochen der Babys seien ja das erste Jahr über noch soooo weich und sie zu tragen, nein, das könne man nicht machen, das sei quasi eine Vergewaltigung und Misshandlung (sic!) der Babys. Leider halfen weder „Das Gespräch ist jetzt beendet, tschüss!“ noch ein sehr deutlich vorgebrachtes „Lassen Sie mich jetzt bitte in Ruhe“, sie wurde immer energischer. Da half nur weggehen und die alte Hexe stehen lassen.

Leute gibts.


Der Zwillings-Effekt. Hallo an die 100% mehr Menschen, die diese Seite seit Dezember 2016 aufrufen.

Was schön war: Knutschen mit Jott. Die Zwillinge schliefen am Abend 15!!! Minuten gleichzeitig, der Haushalt war erledigt, da konnten wir gucken ob wir das noch hinkriegen (ja).

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Journal Donnerstag, 2.2.2017

M. schlief die Nacht nur auf meinem Kissen. Alle Versuche, ihn umzulagern, schlugen fehl und sorgten für Unmut. Nach einigen Versuchen, mein Kissen zurückzuerobern, gab ich es auf und nahm mit einem Deko-Kissen vom Sofa vorlieb.

Am Vormittag fuhr ich mit M. zur Vertretungsärztin unserer Kinderärztin. Wider Erwarten ging das reibungslos über die Bühne, als ich kurz nach halb Neun anrief, wurde mir gesagt, ich solle doch am besten sofort hinfahren, es sei gerade total leer. Hätte ich so nie erwartet, immerhin kommen die Faktoren Erkältungssaison UND Vertretungsärztin zusammen. Wie dem auch sei, bei M. wurde eine etwas stärkere Erkältung diagnostiziert und gegen den Juckreiz auf den Überresten des Ausschlags vom 3-Tage-Fieber bekamen wir eine Fettcreme, weil er sich wohl nur kratzt weil die Haut so trocken ist. Am Montag darf er wieder in die KiTa gehen, bis dahin soll er sich schonen (letzteres ist völlig illusorisch, er wetzt auch mit Fieber durch die Wohnung und ist höchst aktiv- wir müssten ihn schon festschnallen, damit er ruhiger wird).

Direkt danach ging ich zu meiner Ärztin, wurde nochmal abgehört, nach Symptomen gefragt und bis einschließlich nächsten Mittwoch krank geschrieben- wieder mit dem Hinweis, mich zu schonen. Gut, das krieg ich jetzt eventuell besser hin, denn…

M. wurde heute Abend von meiner Mama abgeholt und wird das Wochenende bei meinen Eltern im Brandenburgischen verbringen. Wie auch bei den letzten Malen freute er sich, seine Großmutter zu sehen, und ging freudestrahlend und winkend mit ihr mit.

Nochmal zur Namensoptimierung der Kinder, genauer der Zwillinge: Intern nennen wir J. beispielsweise „Kleiner Rentner“ (fragen Sie nicht…), während G. „Prinzessin Speckbohne“ (vor allem von mir genutzt) ist.

Ich glaube, mit den neuen Buchstaben fahren wir langfristig besser.

Dank Internet bekam ich heute die Mobilnummer der Wellcome-Koordinatorin für Köpenick, so konnte Jott direkt anrufen und weitere Schritte eintakten. Hurra!

Der Wohnort Köpenick ist bei der Suche nach Hilfe teilweise ein Nachteil: Viele Anbieter schicken ihre Leute nicht so weit raus bzw. haben keine Niederlassung in unserer Gegend.

Ich bin sehr froh, in Deutschland zu leben. Im Januar war ich, wenn ich mich nicht verzählt habe, insgesamt drei Tage arbeiten. Der Rest war Zwillingsurlaub, Kind krank, Paul krank. Ich stelle mir lieber nicht vor, wie mein Gehaltszettel ohne Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Kinderkrankengeld oder Urlaubsentgeld aussehen würde…

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Die vielen lieben Worte und Hilfsangebote und Informationen, die auf Twitter und hier im Blog eintrudeln, sind großartig. Sie geben viel Kraft und sehr oft Denkanstöße bzw. denken wir uns häufig „Ach, das gibts? Gleich mal informieren.“. Danke Ihnen allen.

Was schön war: Von einer Bekannten & Blogleserin (Hallo!) einfach die Frage gestellt kriegen, wie sie helfen kann. Danke.

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In eigener Sache

In eigener Sache: Namens-Optimierung

Alter Name Neuer Name
Herr Schnuffke M.
ER J.
SIE G.

In Ermangelung geeigneter Spitznamen und weil „SIE“ und „ER“ unpraktisch ist, kürze ich die Zwillinge in Zukunft einfach mit dem ersten Buchstaben ihres Vornamens ab. SIE heißt daher ab sofort „G.“, „ER“ wird zu „J.“.
Im Zuge dessen wird auch Herr Schnuffke umbenannt- der wird fortan „M.“ sein.

Ich war mit dem Spitznamen „Herr Schnuffke“ in letzter Zeit nicht mehr wirklich zufrieden, er passt nicht mehr auf unseren großen, schlauen Anderthalbjährigen.

Um die Sache zu erleichtern, wird der Wechsel fließend sein. Bedeutet, dass beim Hovern/ Mouseover des entsprechenden Buchstaben immer nochmal ein kleiner Info-Schriftzug erscheint.

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Journal Mittwoch, 1.2.2017

Die nächtliche Zwillingstrennung lief gut, zumindest für mich: J. kam erst 3 Uhr morgens, dann aber mit Gewalt- d.h. Augen auf, Kopf hoch, SCHREIENSCHREIENSCHREIEN.
Danach hatte er mit seinen üblichen Verdauungsproblemen zu kämpfen. Kurz vor 5 Uhr konnte ich ihn aus der Trage nehmen und neben mich legen, er schlief weiter bis 7.
M. schlief die Nacht über in seinem Zimmer durch, was die Sache erleichterte.

Jott hatte nicht so viel Glück, G. kam alle zwei Stunden und schlief quasi nur auf ihr.

Wie ich um 7 Uhr geweckt wurde:
[Babyfon springt an]
M.: „Papa?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul?“
[Kurze Pause]
M.: „Paul!“
[Kurze Pause]
M.: „PAAAUUUL!“

Da hat sich jemand etwas zu viel von seiner Mama abgeguckt.

Ich werde diese vermaledeite Grippe nicht los. Montag Abend hatte ich erneut Fieber, das tagsüber am Dienstag verschwand, aber am Dienstag Abend erneut aufkam.

M. ging es heute morgen ganz wunderbarst. Er war fröhlich und sang vor sich hin. Deswegen beschlossen wir, ihn versuchsweise in die KiTa zu schicken. Der Weg dorthin und die Übergabe liefen auch super, selten habe ich so ein munteres, gut gelauntes Kind abgegeben.
Am Nachmittag erreichte uns wieder der Anruf: Er habe hohes Fieber, und zusätzlich hatte er sich den Schorf vom Ausschlag des 3-Tage-Fiebers blutig gekratzt. Yay. Also ging es frühzeitig nach Hause. Da unsere Kinderärztin im Urlaub ist, fahren wir morgen zur Vertretungsärztin. Mal gucken, wie das wird- ich hoffe, wir müssen nicht stundenlang warten.

Seit ein paar Tagen nehmen wir am Service-Programm unserer Apotheke teil: Wir sammeln für jedes gekaufte Medikament Punkte, die wir irgendwann in Bares umwandeln können. Das lohnt sich bereits jetzt, denn derzeit bin ich gefühlt jeden zweiten, dritten Tag in der Apotheke und kaufe entweder für die Zwillinge oder für M. Medikamente.

Auf dem heutigen KiTa-Weg nahm ich J. in der Fräulein Hübsch mit, um Jott zu entlasten- so hatte sie nur ein Nerv-Kind zu betreuen. Das lief erstaunlich gut, J. schlief die ganze Zeit und so konnte ich das normale Bahnprogramm (Vorlesen, Vorlesen, Vorlesen…) beibehalten.
Als Papa mit zwei kleinen Kindern erntet man dann doch einige Blicke mehr, als nur mit einem. Und die Leute waren alle supernett, als uns Bücher runterfielen wurden sie aufgehoben, uns wurde Platz gemacht… Das war schön.

Bin gespannt, wie das mit allen dreien wird.

Beim Kurz-Einkauf mit den Zwillingen (J. in der Trage, G. im Kinderwagen) war ich kurz davor, eine besonders penetrante Frau anzuschreien. Die schlich die ganze Zeit um den Kinderwagen mit der schreienden G. darin herum und rätselte, was das Kind denn habe und was ich machen könne. Furchtbar. Dagegen sind die alten Omis mit Redebedarf harmlos.

Das Kind, bzw. die Kinder, haben große Verdauungsprobleme (ggf. sind es sogar die 3-Monats-Koliken) und brauchen unglaublich viel Nähe. Praktisch sieht das so aus, dass Jott und ich uns tagsüber je ein Kind umschnallen (Jott hat inzwischen einen Sling) und uns damit durch die Gegend bewegen. Wenn wir die Kinder ablegen, stehen die Chancen verdammt hoch, dass die Kinder schreien.

Das ist allein nicht händelbar. Theoretisch kann man natürlich beide Kinder gleichzeitig tragen, aber das kriege ich in meinem Zustand derzeit nicht hin und Jott auch nicht- die ist ja sogar noch gehandicapter durch die Kaiserschnittnarbe (die, man ahnt es, durch den Stress und die Belastung natürlich schlecht verheilt).

Die Diagnose der Hebamme lautet übrigens (beginnende) Wochenbettdepression. Nach Lesen der Symptome bin ich geneigt, das zu unterschreiben- Jott ist derzeit etwas anders drauf als in den bisherigen zehn Jahren, die ich sie inzwischen kenne (aber wer kann das auch verdenken).
Morgen gehen wir zur Hausärztin und stellen einen neuen Antrag auf eine Haushaltshilfe. Eventuell hat der ja mehr Gewicht.

Der Nachmittag war super anstrengend, mit vielen Momenten in denen ale drei Kinder gleichzeitig schrien, so dass Jott irgendwann ihre Mama anrief und um Hilfe bat. Die kam auch spontan aus Magdeburg zu uns (sie hatte sich bei uns mit Grippe angesteckt und ist noch krank geschrieben, so dass sie tatsächlich zu uns kommen konnte- lediglich erholen kann sie sich so nicht) und unterstützt uns zumindest bis zum Wochenende. Da ist Herr Schnuffke erstmal außer Haus bei meinen Eltern.

Wie die nächste Woche ablaufen soll, weiß ich nicht. Sämtliche ehrenamtlichen Hilfsdienste kommen nicht in die Pötte. Unsere große Hoffnung ist eine superschnelle Bearbeitung des neuen Haushaltshilfe-Antrages.

Was schön war: Ein kleines Zeitfenster zum Rasieren und Duschen zu bekommen. Die letzten Tage gabs nur eine Katzenwäsche, und da ist der Wohlfühl-Faktor deutlich geringer als bei einer schönen heißen Dusche.