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Journal Freitag, 21.10.2016

Die Hausverwaltung hat die gesetzte Frist eingehalten. Heute war ein Brief im Briefkasten: Sie ziehen die Mieterhöhung zurück.

Mal schauen, wie die Damen und Herren nun reagieren und was sie noch so in petto haben.

Herr Schnuffke schlief die letzten beiden Nächte teilweise bei uns. Wenn das mit den Zwillingen auch so läuft, dann bau ich im Kinderzimmer eine Matratzen-Landschaft am Boden auf, auf denen drei Kinder und ich nachts schlafen können.

Jott schmeißt morgen eine Babyparty und empfängt Freundinnen. Herr Schnuffke und ich haben uns daher für das Wochenende ausquartiert. Meine Mama holte Herrn Schnuffke heute von der KiTa ab und nahm ihn mit, ich werde morgen tagsüber mit der Bahn zu ihnen fahren. So kann Jott in Ruhe feiern und meine Eltern, Herr Schnuffke und ich machen uns ein schönes Wochenende.

Das Kind ist derzeit etwas quengelig. Das beginnt nach dem Aufstehen und endet kurz vor dem Einschlafen. Gegen das Rumningeln helfen nur Beschäftigung- und weil Herr Schnuffke keine große Lust hat, sich allein zu beschäftigen, müssen Jott und ich ran. Das ist auf unseren täglichen Bahnfahrten etwas anstrengend, denn kaum dass wir in die S-Bahn eingestiegen sind, muss ich auch schon seine Bücher herausholen und sie mit ihm durchgehen. Ich hocke also 30 Minuten neben dem Buggy und erkläre, was Zahnbürsten, Lätzchen, Puppen, Bauklötzen und-, Achtung, zweites Buch- Igel, Him- und Brombeeren, Schnecken und Eichhörnchen sind. Hocken daher, weil Sitzplätze ein rares Gut und in der Regel schon besetzt sind.
Vielleicht sollte ich mir einen Camping-Stuhl mitnehmen.

Ich entdecke die Vorzüge nur eines Monitors. Normalerweise arbeite ich im Büro mit zwei Monitoren, dem aufgeklappten MacBook und einem externen Monitor. Um meine momentane Unfokussiertheit anzugehen, teste ich das Arbeiten mit nur einem Monitor und der jeweiligen Anwendung darauf im Fullscreen-Modus. Und was soll ich sagen, es hilft tatsächlich (wenn ich dem Drang widerstehe, in unsere Team-Chats und das Mailprogramm reinzuschauen).

Was schön war: Zur Feier unserer temporären Freiheit mit Jott Burger essen und im Anschluss die neue Folge von Gotham zu gucken.

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Journal Donnerstag, 20.10.2016

Horror-KiTa-Übergabe. Alles begann in der S-Bahn auf Höhe Warschauer Straße, als Herr Schnuffke „Aa Aa“ sagte und die Augen leicht zusammenkniff. „Kein Problem“, dachte ich mir, das Kind trägt eine Windel, zur Not hab ich Wechselklamotten für ihn bei und wir sind ja bald in der KiTa.

In der KiTa angekommen bestätigte ein eilig durchgeführter Geruchstest das Kind- jopp, das war „Aa Aa“. Also Herrn Schnuffke unter den Arm geklemmt, ab in die Toilette seiner KiTa-Gruppe und ihn dort auf den Wickeltisch gelegt und gewickelt.

Beim Blick in die Windel hätte ich stutzig werden müssen- da war nämlich so gut wie nichts drin. Aber merkwürdig, dass der Po beim Abwischen einfach nicht- „HOLY SHIT, das Kind presst und presst und presst, schnell Paul, SCHNELL, setz es aufs Klo!“- so ähnlich meine Gedanken.
Hätte ich mal die zum Denken benötigte Energie besser in Bewegung gesteckt- beim Hinübertragen von der Wickelkommode zum Klo war ich nämlich nicht schnell genug, und mit einem Mal war der Fußboden der Toilette gesprenkelt.

Naiv, wie ich bin, dachte ich, dass das Kind nun fertig sei, setze es ab um das Häufchen auf dem Boden wegzuputzen und… sah erschrocken zu, wie Herr Schnuffke in einer sich ausbreitenden Pfütze stand und pullerte. Und dann darin herumstapfte.

Ab diesem Moment war ich überfordert: Ein Häufchen auf dem Boden, eine größer werdende Pfütze und ein untenrum nackiges Kleinkind, das darin herumlief.

Herrn Schnuffke war das aber erstmal egal, das Herumlaufen schien seine Verdauung nur noch weiter angeregt zu haben: Mit einem Mal blieb er stehen und presste weiter. Ich eilte also fast schon panisch hin zu ihm, hob ihn hoch und setzte ihn aufs Klo. Das lief gut, er kackte ins Klo und alles war gut.

Dachte ich. Und dachte falsch. Als ich nämlich wieder annahm, dass er fertig war- ernsthaft, irgendwann muss ja wohl mal Schluss sein- und ihm vom Klo hob um seinen Po abzuwischen, kackte Herr Schnuffke auf die Klobrille. Also stellte ich ihn in eine noch saubere Ecke der Toilette, reinigte die Klobrille, drehte mich um und sah, dass er nochmal pullerte. Das nahm ich dann nur noch hin, schicksalsergeben.
Um weitere, ich nenne es mal euphemistisch „Verunreinigungen“, des Bodens zu verhindern und dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich tatsächlich wirklich komplett zu entleeren, setze ich ihn nochmal auf das Klo und begann mit den Aufräumarbeiten. Eine halbe Minute später bemerkte ich, dass das Kind ohne meinen Halt in das etwas zu große Klo rutschte und zu weinen begann. Nagut, da musste es durch. Ich beeilte mich und warf die zur Reinigung benutzten Taschentücher sowie die Windel vom Anfang der Schilderung in den Windeleimer- genau, DEN Windeleimer, mit dem ich schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

Um es kurz zu machen: Auch diesmal funktionierte die Fallvorrichtung beim Umlegen des Hebels nicht richtig, einige der Taschentücher wurden eingeklemmt und verschmierten ihren Inhalt.

Ich halte fest: Ein heulendes Kleinkind mit schmutzigen Po, bepinkelten Füßen, ein kackverschmierter Windeleimer, mehrere Pfützen + Fußspuren daraus auf dem Boden und mehrere Häufchen-Reste.

Mir war dann vorerst egal, wie Windeleimer und Boden aussahen: Ich schnappte mir Herrn Schnuffke, beruhigte ihn mit meinem Handy (das er, weil er ja momentan alles runterschmeißt, in den schmalen Spalt zwischen Wickelkommode und Wand schmiss), säuberte ihn, zog ihn an, übergab ihn- wir beide waren etwas aufgelöst- an eine seiner Erzieherinnen und ließ mich aufklären, wo ich Reinigungsutensilien für die Toilette fände.

Im Anschluss putzte und desinfizierte ich das Klo, den Boden, den Windeleimer, die Wickelkommode und mich (wo gehobelt wird, fallen Späne- nicht alle Taschentücher sind, vor allem nass/ mit Inhalt tatsächlich reißfest), verschob die tonnenschwere Wickelkommode, fischte mein Handy heraus und musste mich dann erstmal trockenwischen, so nassgeschwitzt war ich vor lauter Stress und Hektik.

Der restliche Tag war im Vergleich dazu unglaublich entspannt.

Viel mehr spannendes ist heute nicht passiert- wie das eben so an ganz normalen Werktagen ist.

Was schön war: Mich nach dem Fäkalvorfall in der KiTa bei Jott ausheulen und zusammen mit ihr am Telefon darüber lachen.

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Journal Mittwoch, 19.10.2016

Wieder eine leicht unruhige Nacht. Ich wache inzwischen bei jedem leisen Geräusch aus dem Babyphone auf, weil ich mir einbilde zu hören, wie Herr Schnuffke aus seinem Bett krabbelt.
Heute Nacht war das nicht der Fall, er schlief nur etwas unruhig.

Einige Zeit nach unserem Umzug ins Wohnzimmer wachte Herr Schnuffke auf Grund seiner verstopften Nase auf und schlief nur schlecht wieder ein. Er versuchte andauernd, seine Hände- obwohl schön warm- unter mich zu schieben, und schlief erst ein als ihm das geglückt war.

Weil eine Taschenlampe mit Wackelkontakt zu seinem derzeitigen Lieblingsspielzeug gehört, lernt Herr Schnuffke schon frühzeitig eine grundlegende Art der Reparatur von technischen Geräten: Draufhauen. Funktioniert bei besagter Taschenlampe wunderbar, danach leuchtet sie wieder.

Seit dem letzten Magen-Darm-Effekt mache ich eine Koffein-Entwöhnung und trinke seitdem keine koffeinhaltigen Getränke mehr. Morgens macht mir das nichts aus, da werde ich durch die Dusche und das Frühstück wach. Schlimm ist es am Nachmittag und Abends, das Mittagstief schlägt erbarmungslos zu und am Abend fallen mir bereits ab 20:30 Uhr die Augen fast zu.
Den Oktober möchte ich die koffeinfreie Zeit noch durchziehen, ab November soll es wieder Kaffee geben. Ich freu mich schon drauf.

Die letzten Tagen über fiel es mir schwer, mich im Büro auf meine jeweilige Aufgabe zu konzentrieren. Heute hatte ich keine Lust auf ineffektives Herumarbeiten mehr und reaktivierte die Pomodoro-Technik. Das half, der heutige Tag war produktiv wie lange nicht mehr.

Die Hausverwaltung hat ihr Nicht-Reagieren auf unseren Einspruch gegen die Mieterhöhung mit personeller Unterbesetzung wegen Urlaub und überhaupt begründet. Seit Mitte August. Is‘ klar… Außerdem drohte der Mitarbeiter, mit dem Jott am Telefon sprach, recht unverblümt mit dem Gang vor Gericht.
Gut, dass wir eine Mietangelegenheiten abdeckende Rechtsschutzversicherung haben.

Seit zwei, drei Wochen erkennt Herr Schnuffke seine Eltern auf Fotos. Er zeigt dann darauf und sagt, je nach Person, „Mama“ oder „Papa“ oder „Mampa“ (er ist sehr effizient). Nach dem heutigen Abendessen guckten wir beim Einräumen in den Kühlschrank auf ein Foto von uns dreien (beim Treckerfahren auf dem Erdbeerhof). Auf unsere Frage, wo auf dem Foto denn Mama/ Papa seien, zeigte er auf uns- und auf die Frage, wo auf dem Bild denn Herr Schnuffke sei, auf sich. Das ist total cool, offenbar weiß er inzwischen wie er aussieht und kann das auf Fotos wiedererkennen.

Was schön war: Das Mittagessen! Es gab die Reste der Buletten mit Mischgemüse vom Sonntag, und das war an diesem grauen und verregneten Tag genau richtig.

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Journal Dienstag, 18.10.2016

Dieses Kind, ey. Beim Abendessen pfefferte er erstmals sein Essen auf den Boden, und da hört der Spaß für mich auf. Das er damit rumspielt, geschenkt. Aber es auf den Boden schmeißen, nur um zu gucken was passiert? Nee.
Das Problem ist: Ich habe weiterhin keine Ahnung, was man dagegen machen kann.

Da war ich gestern schon wesentlich früher im Bett und heute trotzdem sogar noch müder, als wenn ich gegen halb Zwölf schlafen gehe. Gibt es sowas wie eine Erstverschlechterung auch bei Müdigkeit?

Im Büro heute ein Tiefpunkt. In den letzten Wochen hatte ich mit meinem Ansprechpartner auf Kundenseite lange auf ein Feature hingearbeitet, dass uns bei unserer halbjährlichen Softwareausspielung viel Arbeit gespart und die verbleibende Arbeit wesentlich angenehmer gemacht hätte.
Am Donnerstag, als sich mein Ansprechpartner in den Urlaub verabschiedete, sah alles sehr gut aus, die nötigen Schritte auf Kundenseite waren angeleiert, die Arbeiten sollten dort am Freitag abgeschlossen sein.

Am Montag dann die Ernüchterung: Das für uns vorgesehene System wurde einer außerplanmäßigen Wartung unterzogen und war einen halben Tag nicht verfügbar. Am Nachmittag war die Wartung abgeschlossen, ich konnte das System genauer unter die Lupe nehmen und sah… nichts. Alle für uns relevanten Inhalte waren verschwunden, sogar die, die am Freitag bereits verfügbar waren.

Heute dann die Bestätigung, als ich unseren Notfall-Ansprechpartner auf Kundenseite kontaktierte: So wie angedacht, wird es das Feature nicht geben können, weil sich die Einrichtung am Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche als zu komplex erwiesen hatte.
Wenigstens Schadensbegrenzung konnte ich betreiben, wir bekommen eine abgespeckte Version des angedachten Systems zur Verfügung gestellt.
Glück im Unglück also.

Was schön war: Zusammen mit Jott den Abend auf der Couch ausklingen lassen.

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Journal Montag, 17.10.2016

Eine arg unschöne Nacht. Herr Schnuffke war zwischen 2 und 3:30 Uhr mehr oder weniger wach und hielt sich durch Rumgezappel und Tagesverarbeitung selbst vom Schlafen ab. Erst, als ich ihn etwas nachdrücklicher aufforderte, doch bitte endlich still zu liegen und zu schlafen, kam er zur Ruhe (keine Ahnung warum, das war vermutlich nur Glück).

Herr Schnuffke hat gerade eine Arsch-Phase Autonomie-Phase. Wenn etwas nicht nach seinem Willen läuft- ständig!-, schreit er in der einen Sekunde Zeter und Mordio, und in der nächsten Sekunde ist er fröhlich und hampelt herum. Leider dringe zumindest ich nicht so recht zu ihm durch, er lässt sich nicht viel erzählen und auch nicht ablenken.
Hoffentlich legt sich das bald wieder.

Wir sind auf eine Kinder-Halloween-Party eingeladen und brauchen Kostüme! Mein Vorschlag, Herrn Schnuffke als Schnuffzilla zu verkleiden, stößt bei Jott auf wenig Gegenliebe. Dabei sähe das so putzig aus, ein etwas unbeholfen stampfender Einjähriger im Godzilla-Kostüm…

Jott würde stattdessen gern als Kürbis (passt gut zum großen Bauch) oder als Teufelchen (passt gut zu Herrn Schnuffkes Arsch-Phase Autonomie-Phase) verkleidet gehen. Ich habe Katzen eingeworfen, das sind Herr Schnuffkes Lieblingstiere (oder zumindest die einzigen Tiere, deren Laute er nachmachen kann).

Wer sich, wie viele Passanten die Herr Schnuffke und ich beim Warten auf den Aufzug belauschen können, über die Nutzungspreise des WC-Centers am Bahnhof Friedrichstraße beschwert (1 Euro), muss vermutlich nicht dringend genug aufs Klo. Ich hätte heute morgen auch locker fünf Euro bezahlt… Erstaunlich, was eine Tasse Tee für einen Blasendruck entwickeln kann.

Unser schlaues Kind zeigt seit ein paar Tagen an, dass er aufs Klo muss/ gemusst hat. Wir flitzen also jedes Mal, wenn er „Aa“ sagt, mit ihm ins Bad und setzen ihn aufs Töpfchen.

Er sagt sehr oft Aa.

Sogar, wenn er nur pupsen muss.

Jott hat die Theorie, dass Herr Schnuffke generell Zeichen gibt, sobald er einen gewissen Druck verspürt. Das klingt sehr plausibel, neben einem schlauen Kind habe ich auch eine schlaue Frau.

In der KiTa beginnt langsam die Herbst- und somit Krankheitssaison. Vor anderthalb Wochen trat der erste Scharlach-Fall auf, heute waren es Madenwürmer. Herr Schnuffkes Gruppe blieb bislang verschont, ich hoffe das bleibt so.

Was schön war: Das Jott Herrn Schnuffke bettfertig gemacht und ins Bett gebracht hat. Meine Nerven waren etwas arg strapaziert, so konnte ich in der Zeit einige Überweisungen erledigen und diesen Beitrag schreiben. So kann ich nämlich gleich ins Bett gehen.

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Journal Sonntag, 16.10.2016

Vormittags: Mehrstündiger Spaziergang zum Müggelsee mit den Nachbarn von oben.

Mittags: Nach dem Essen erfolglose Mittagschlafversuche mit einem im Bett hopsenden Kind.

Nachmittags: Kaffee und Kuchen mit den Nachbarn von oben, danach viel Toben und Spielen.

Abends: Kind baden, in den Schlaf begleiten, Knuspermüsli zubereiten.

Wie kann ein 16 Monate altes Kind dazu gebracht werden, nicht im Bett zu hüpfen? Erklärungen (er kann stolpern und sich weh tun, das Bett leidet darunter) und anschließende mahnende Worte führten heute Mittag nicht zum gewünschten Ergebnis, sondern feuerten Herrn Schnuffke zu noch wilderem Gehopse an. Auch das Herausnehmen aus dem Bett fasste er eher als Spiel auf.
Mittlerweile glaube ich, dass er nach Aufmerksamkeit suchte (ich lag zwar neben ihm, aber vielleicht reichte das nicht aus). Ist es also ein gutes Mittel, ihm diese Aufmerksamkeit gerade nicht zu geben und ihn zu ignorieren oder sogar den Raum zu verlassen?

Beim Spaziergang sahen wir heute erstmals die Wasserbüffel auf den Erpetalwiesen. Die sollen dort schon eine Weile leben, aber gesehen hatten wir sie bislang noch nicht.

Außerdem kamen wir auf Höhe der Wasserbüffel an einer Naturführung vorbei- eine etwas sehr öko aussehende Frau erklärte gerade einer kleinen Menschengruppe Details zu am Wegesrand wachsenden Sträuchern.
Ich muss mal gucken ob es tatsächlich Führungen gibt, es ist schon sehr beschämend auf Herrn Schnuffkes „Da?“ nur „Strauch. Noch ein Strauch. Busch.“ sagen zu können und zum Großteil nicht zu wissen, wie die Pflanzen tatsächlich heißen.
Außerdem ists natürlich interessant, welche Pflanzen man eventuell essen kann und welche nicht.

Was schön war: Enten füttern.

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Journal Samstag, 15.10.2016

Dankenswerter Weise übernahm Jotts Mama Herrn Schnuffkes Nachtbetreuung. So konnten wenigstens Jott und ich ruhig schlafen, der Rest der Familie leider nicht so bzw. erst ab 4 Uhr morgens. Dafür schlief Herr Schnuffke aber auch bis halb Neun, das ist geradezu rekordverdächtig lange.

Jotts Mama reiste am Nachmittag ab. Nun ist Jott tagsüber auf sich allein gestellt. Zum Glück kommt die Haushaltshilfe wohl ab Montag regelmäßig. Ansonsten würde das echt stressig, Jotts Zustand wurde neulich von der Frauenärztin mit einer Einlings-Schwangeren verglichen die überträgt, deren Kind also am errechneten Geburtstermin noch nicht zur Welt gekommen ist. Ob das wirklich so vergleichbar ist, weiß ich natürlich nicht, aber als Umschreibung für die körperliche Fitness passt das ganz gut. Und es sind noch gute zehn Wochen bis zu “unserem” Geburtstermin…

Herr Schnuffke und ich spazierten am späten Nachmittag durch die Mittelheide. Wir fuhren mit der S-Bahn eine Station bis Hirschgarten, liefen fünf Minuten und standen im Wald. Um uns herum kein Straßenlärm und keine Menschen, sondern nur Bäume, der Wind und ein paar Regentropfen, die es durch das Blätterdach geschafft hatten. Das war interessant, ich war lange nicht mehr im Wald.

Wir liefen (beide) parallel zu den Schienen zurück nach Köpenick, durchquerten das Märchenviertel und kamen am S-Bahnhof Köpenick wieder heraus. Eigentlich eine recht kurze Strecke, aber mit Herrn Schnuffke kann auch ein 100 Meter langer Weg eine Stunde in Anspruch nehmen- der Wegesrand muss nur spannend genug sein…

Das Kind ist schon ganz schön clever: Das Herr Schnuffke seine Körperteile zuordnen kann, wenn wir ihn beispielsweise fragen wo seine Nase ist, ist nichts neues. Heute beim Abendessen fragten wir aber noch weiter: Wo denn die Uhr ist, die Lampe, das Fenster, die Tür… Und immer zeigte Herr Schnuffke auf das richtige Objekt. Ich war sehr beeindruckt.

Aber eigentlich ist das ja nur logisch: Wenn er auf unsere Ansagen in die richtigen Räume gehen und Sachen von A nach B tragen kann, dann ist wohl das Zeigen auf eine Uhr oder ein Fenster eine Kleinigkeit.

So ein schlaues kleines Mäuschen.

Beim Verabreichen von Herrn Schnuffkes Nasentropfen leistete ich mir einen echten Paul: Nach Einspritzen der Nasentropfen ließ ich noch in der Nase des schlafenden Kindes die Pipettierhilfe (ja, den Begriff habe ich gegooglet, ansonsten hätte ich „Gummi-Dingsi am Kopf der Pipette“ schreiben müssen) los… und saugte die gerade erst verabreichten Nasentropfen dadurch sofort wieder ein.
Zum Glück schlief Herr Schnuffke schon tief und fest und ließ sich dadurch nicht stören.

Was schön war: Mit den Zwillingen kuscheln. Also: Sanft auf die Stellen auf Jotts Bauch drücken, an denen gerade ein Babykörperteil zu spüren ist, und dann auf Rückmeldung (in Form von Tritten/ Faustschlägen) warten.

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Journal Freitag, 14.10.2016

Herr Schnuffkes ist Nase ist stark verstopft. Die helfenden Nasentropfen lehnt er ab, sobald er auch nur das Fläschchen in der Hand bemerkt windet und wehrt er sich. Ablenken funktioniert nicht. Bei jedem Versuch wird das Kind panischer, und irgendwann
Die bislang einzige Möglichkeit, die Nasentropfen in ihn rein zu kriegen, ist abzuwarten bis er schläft.
Blöd nur, wenn er auf Grund der verstopften Nase schlecht Luft kriegt und darum nicht schlafen kann…

Ich freu mich drauf, wenn er älter ist und den Zusammenhang zwischen Nasenspray und einer freien Nase versteht.

Gestern Nachmittag dachte ich vor Verlassen des Büros noch, dass ich einen ruhigen Freitag vor mir habe. Das war leider falsch, der heute Tag war Stress pur. Ein „Oh, da sollte ich mich lieber mal drum kümmern“ wurde gejagt von „Paul, Du musst mir mal helfen“. Und so schön es auch ist, Ansprechpartner für vieles sein zu können, leidet darunter eben doch die eigentliche Arbeit.
Um das mal zu verdeutlichen: Initial war angedacht, dass ich in dieser Woche zwischen 25 und 30 Stunden Code schreiben sollte. Daraus wurden letztendlich nur fünf Stunden, die auf fünf Tage verteilt waren und deren Ergebnis auch eher mau ist- teilweise waren es nämlich nichtmal ganze Stunden, die ich entwickeln konnte.
Als Konsequenz daraus habe ich heute mit der Projektleiterin abgestimmt, dass ich vorerst keine Entwicklungs-Aufgaben mehr auf den Tisch bekomme, sondern erst einmal weiter organisiere und manage.

Offenbar kommen zur verstopften Nase des Kindes und der miesen Laune wegen der Nasentropfen noch Blähungen- wir haben hier seit einer halben Stunde ein immer wieder hysterisch schreiendes Kind. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das mit drei Kleinkindern ist.

Was schön war (gerade wichtiger als sonst): Die ruhige S-Bahn-Fahrt, die ich zum Lesen nutzen konnte.

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Journal Donnerstag, 13.10.2016

Post von der Hausverwaltung: Die Damen und Herren bedauern, keine Rückmeldung von uns bezüglich der Mitte August verkündeten Mieterhöhung bekommen zu haben.

Tja.

Schlaufüchse, wie wir sind, haben wir aber unseren Einspruch gegen genau diese Mieterhöhung als Einschreiben verschickt und können belegen, dass das Einschreiben zugestellt wurde.
Jott schrieb also erstmal eine E-Mail, in der wir um Stellungnahme binnen sieben Werktagen bitten.

Mal gucken, was da noch passiert.

Unsere Nachbarn von oben, deren Miete ebenfalls erhöht werden soll und die ebenfalls Einspruch eingelegt hatten, bekamen von der Hausverwaltung einen Erpresserbrief: Entweder sie akzeptieren die moderate Mieterhöhung oder aber die Hausverwaltung sieht sich gezwungen, die Miete komplett neu zu berechnen. Das Dachgeschoss, in dem unsere Nachbarn wohnen, sei nämlich bei einer Renovierung des Hauses nachträglich bewohnbar gemacht worden und demzufolge kein Altbau, sondern ein Neubau- und da übersteige die Miete die 1000 Euro kalt.
Was für dreiste *****geigen.

Herr Schnuffke wurde heute geimpft. Der Husten ist halt, da Kindergartenkinder im dem Alter haben eben ständig Infekte und schniefen und husten und sind angeschlagen. Solange der Husten nicht trocken ist und Herr Schnuffke kein Fieber bekommt, sollen wir uns keine Sorgen machen, beschied die Ärztin. Außerdem könne das in der Erkältungssaison noch schlimmer werden und halte vermutlich bis zum März des nächsten Jahres an.

Ich bin da etwas skeptisch- teilweise hustet Herr Schnuffke so stark, dass ich befürchte das er gleich zerspringt.

Für die nächsten 72 Stunden ist er nun besonders anfällig für Infekte, zudem war er über den Tag wohl etwas quengeliger als sonst. Kann sein, dass das schon von der Impfung kommt, kann aber auch sein das er von der Abkehr vom normalen Tagesablauf irritiert ist.

Punkt 16 Uhr klappte ich im Büro den Rechner zu, lief hinunter zum Hausvogteiplatz und wartete auf meine Verabredung: Die Rabenfamilie, die auf ihrem Weg von Trondheim nach Bielefeld Zwischenstation in Berlin machten.
Ich war sehr gespannt, sollte ich doch heute Frau Rabe samt der beiden Kinder wiedersehen und zusätzlich noch Herrn Rabe persönlich kennen lernen.

Als die vier ankamen, tranken wir einen Kaffee im Coffee Shop am Hausvogteiplatz, besprachen kurz das weitere Vorgehen und machten uns auf den Weg ins Driss im Wunderland. Das hatte ich bei der Abstimmung zu unserem Treffen auf Twitter als geeigneten Ort vorgeschlagen, dabei aber leider nicht so ganz bedacht dass wir ja erst einmal dort hingelangen mussten- und das dauert vom Hausvogteiplatz aus schonmal 30 bis 40 Minuten.
Im Driss im Wunderland konnten die beiden Kinder spielen, während wir Großen eine Kleinigkeit aßen und uns unterhielten. Das war schön.

Herr Schnuffke und Jott, die eventuell hätten dazustoßen können, sagten leider ab. Beide waren angeschlagen, und den nun besonders anfälligen Herrn Schnuffke dem Bazillencocktail eines Familiencafés ausetzen schien Jott und mir keine gute Idee.

Beim nächsten Mal. Und dann auch mit Herrn Schnuffkes Geschwistern.

Nach einer guten Stunde brachen wir wieder auf und fuhren zum Hauptbahnhof. Dort warteten wir gemeinsam auf den ICE, ich verabschiedete die Rabenfamilie und fuhr nach Hause.

Nachdem Herr Schnuffke eingeschlafen war, probierte ich einen Nasensauger aus, er schnorchelte arg vor sich hin. Wenn er wach ist, habe ich keine Chance, die Nase auszusaugen, er zappelt und dreht den Kopf weg. Im Schlaf sollte das einfacher sein, dachte ich. Aber Pustekuchen- kaum berührte der Saugkopf seine Nase, drehte er sich im Schlaf weg.
Ich würde gern mal sehen, wie das bei Babys und Kleinkindern funktionieren soll.

Als ich so auf die Rabenfamilie wartete, bekam ich einen kleinen Vorgeschmack auf das Wetter für das nächste halbe Jahr: Kalt und windig, nur der Regen fehlte noch. Zum Glück war ich halbwegs warm eingepackt, nur die Mütze fehlte. Die wird morgen früh aufgesetzt.

Was schön war: Das Treffen mit der Rabenfamilie.

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Journal Mittwoch, 12.10.2016

Kein 12 von 12 heute, an Bürotagen ist es ziemlich schwierig wirklich 12 Bilder vom Tag zu schießen, die sich nicht wiederholen oder zu langweilig sind.

Herr Schnuffke ist mal wieder etwas stärker erkältet. Die laufende Nase und gelegentliches Husten sind ja inzwischen normal und keine Meldung mehr wert (so schnell stumpft man ab…). Leider hat sich der Husten in den letzten paar Tagen wieder verschlimmert, er bellt hundserbärmlich. Der Husten ist zwar „produktiv“, aber mal ehrlich, soviel Schleim kann niemand in den Atemwegen haben.

Morgen soll er eigentlich seine zweite MMR-Impfung erhalten, mal gucken ob das möglich ist. Ich habe Jott jedenfalls gebeten, bei der Kinderärztin nachzufragen ob das wirklich noch normaler Husten ist oder schon wieder in irgendwas unschöneres abdriftet.

Wir haben in drei Wochen im Büro eine sehr, sehr große Code-Auslieferung, an der wir seit längerer Zeit arbeiten. So kurz vor Ende der Deadline nimmt das Stresslevel zu, und damit verbunden auch der Geräuschpegel. Zudem wird der Umgangston etwas rauer.

Ich freue mich, wenn der Auslieferungs-Zeitpunkt vorüber ist und das normale Tagesgeschäft wieder Einzug hält.

Jedes Mal, wenn ich „The Soulforged“ von Blind Guardian höre (das ist oft, es ist eines meiner Lieblingslieder), möchte ich die Dragonlance-Saga lesen. Das Lied handelt vom Leben des Raistlin Majere, eines Zauberes aus der Welt der Dragonlance-Saga. Ich lese (oder vielmehr las, seit ungefähr zwei Jahren lese ich nur noch online) solche Werke ungemein gern und kann mich da sehr tief drin verlieren. Jedenfalls klingen die Wikipedia-Artikel zu Dragonlance und auch Raistlin Majere spannend und wecken jedes Mal aufs neue meine Neugierde.

Nachdem ich es gerade anhörte, machte ich Nägel mit Köpfen und bestellte mir endlich Band 1 und 2 der Raistlin Chronicles. Das ist auf jeden Fall ein Anfang.

In 7 bis 21 Werktagen (Lieferung aus den USA) sollen sie eintreffen, ich freu mich drauf.

Offenbar habe ich eine Bastelmama geheiratet.

In der KiTa ist Anfang November Lichterfest. Die Kinder laufen mit Laternen über den Gendarmenmarkt, begleitet von einer Musikkapelle und Polizei mit Blaulicht. Als Jott davon hörte, war sie Feuer und Flamme- endlich könnte sie eine Laterne basteln! Meine Einwände, dass wir die auch einfach kaufen können (ich bastle nicht), wurden beiseite gewischt.

Gestern und heute wurde gebastelt, das Ergebnis ist wunderschön geworden. Beinahe zu schön, ich will gar nicht dran denken was Herr Schnuffke mit der Laterne anstellt.

Eine Laterne in Form eines stilisierten Igels
Igellaterne und Zwillingsbabybauch.

Was schön war: Herr Schnuffkes Begeisterung beim Spielen mit einem elektrischen Teelicht auf dem Weg zur Arbeit.