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Wochenende in Bildern

Journal Samstag, 10.9.2016

Ich habe lange nicht mehr beim Wochenende in Bildern mitgemacht, die Kamera setzt schon Staub an. Zeit, das zu ändern.

Tassenkind

Hoch die Hände, Wochenende! Nach Ausschlafen und Brötchen holen essen wir erstmal Frühstück. Herr Schnuffke übt das Trinken aus seiner Tasse. Er ist ganz begeistert von unseren Gläsern und möchte auch gern aus ihnen trinken. Bevor wir ihm aber schwere Gläser in die Hand drücken, soll er sich erst einmal an einer Plastetasse ausprobieren. Immerhin ist das ja ein enormer Wechsel, von so einer Babynuckelflasche zu einer Große-Kinder-Tasse, da muss man erstmal ausprobieren wie das geht.

Prinzipiell klappt das Trinken daraus auch schon ganz gut, aber Herr Schnuffke wird nach einigen Schlucken immer etwas übermütig und setzt die Tasse dann zu steil an…

Einkaufszettel

Nach dem Frühstück vervollständige ich den Einkaufszettel und ordne ihn entsprechend der Gänge im Supermarkt an. Herr Schnuffke wird derweil von Jott bespaßt. Er hat Hummeln im Hintern und muss sich bewegen. Sein Aktivitätsdrang und Energielevel ist auf einen normalen KiTa-Tag ausgelegt, und zu Hause ist einfach viel zu wenig los um dem gerecht zu werden.

Muh macht die Kuh

Zurück vom Einkauf, bereitet Jott das Mittagessen zu. Herr Schnuffke und ich spielen miteinander und üben Tiergeräusche.

Falafelburger

Obligatorisches Hipser-Essens-Foto. Es gab Falafelburger mit Tomaten-Dip. Sehr empfehlenswert.

Nach dem Essen möchte Herr Schnuffke nicht schlafen, sondern lieber nervig sein. Nachdem Jott und ich unser Glück versucht haben, geben wir beide auf. Herr Schnuffke darf stattdessen zur zweiten Einkaufsrunde mitkommen.

Wir kämpfen uns durch Fußballfans und Einschulungsspaziergänger und kommen mit den restlichen Gütern und Kuchen für alle zurück.

Sandrutsche

Nach Kaffee und Kuchen verkrümeln Herr Schnuffke und ich uns in den Hof. Ich hänge Wäsche auf, das Kind „spielt“ mit den Wäscheklammern. Er schmeißt sie ins Gebüsch und freut sich. Die Bereitschaft, mir Klammern zu reichen, ist heute nicht vorhanden.

Zwischendurch werden wir immer mal wieder von Böllern erschreckt, die in der Nachbarschaft hochgehen. Herr Schnuffke nimmt sie deutlich gelassener hin als ich, er ist wohl einfach cooler als sein Papa.

Das neue Lieblingsspiel ist es übrigens, die Rutsche nach dem Rutschen hochzulaufen. Hoch- runter. Hoch- runter. Das kann Herr Schnuffke stundenlang machen, und ich gezwungenermaßen auch. Er kommt nämlich auf der Rutschfläche nicht allein hoch, zu steil und zu glatt ist sie. Also muss ich helfen.
Irgendwann hat er genug davon und schaufelt Sand auf die Rutsche. Ich darf mich währenddessen hinsetzen.

Zwillingsbodys

Nach Abendbrot und Kind ins Bett bringen muss die zweite Fuhre Wäsche aufgehängt werden. Es sind vor allem Bodys und Jäckchen für die Zwillinge. Ich bin einerseits fasziniert von der Winzigkeit, andererseits nostalgisch bei Stücken, die Herr Schnuffke anhatte.

Zum Sonntag vom Wochenende in Bildern.

Was man auf den Bildern alles nicht sieht: Die dreckige Wohnung. Die Quengelei vom Kind. Meine Laune. Die Müdigkeit, weil kein Mittagschlaf, aber immer auf Achse.
Aber das will man ja auch nicht zeigen.

Was schön war: Die 20 Minuten am Vormittag und am Nachmittag, in denen Herr Schnuffke sich selbst beschäftigt hat und ins Spiel vertieft war.

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Journal Freitag, 9.9.2016

Beim Kind ins Bett bringen eingeschlafen. Ich lass dann für heute alles liegen und schlafe durch bis Sonntag.

Herr Schnuffke ist über Nacht genesen. Heute morgen, ich saß bereits am Schreibtisch und arbeitete, hüpfte und sprang er durch die Wohnung, erzählte und war fröhlich. Wir änderten unsere Pläne: Ich klappte den Laptop zu, Jott machte Herrn Schnuffke fertig und dann fuhren er und ich in den Kindergarten respektive ins Büro. Und dann blieben wir beide da- den ganzen Tag, wie an normalen Tagen eben auch.

Eine wichtige Sache haben wir also gelernt: Immer bis zum nächsten Morgen warten, ehe wir davon ausgehen, dass das Kind krank ist.

Was schön war: Herr Schnuffke lief von selbst in die Arme der Erzieherin und weinte heute zum allerallerersten Mal überhaupt nicht. Schampus für alle!

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Journal Donnerstag, 8.9.2016

Der Tag startete nach der schlimmsten Nacht seit seeeehr langer Zeit. Effektiv schlief ich vielleicht vier Stunden, die Schätzung ist schon hoch gegriffen. Herr Schnuffke schlief äußerst unruhig, schnarchte und quietschte und hustete vor sich hin und war am Morgen genauso fertig wie ich.

Jott und ich hatten gestern beschlossen, dass sie mit Herrn Schnuffke heute zum Arzt geht. Nach dem Atemwegs-Infekt vor dem Dänemark-Urlaub sind wir, was das anbelangt, etwas vorsichtiger.
Bei Herrn Schnuffke wurde eine Sommergrippe diagnostiziert, die geht gerade um. Kein Wunder bei dem Wetter. Krank geschrieben ist er nicht, aber da er heute Abend 39,5° Fieber hatte, sehr matt ist, dauerkuschelt und zu nichts recht zu gebrauchen ist, lassen wir ihn auch morgen noch zu Hause. Bringt ja nichts.
Ich konnte kurzfristig Home Office vereinbaren und kann den beiden so tagsüber zur Hand gehen.

Mittags fuhr ich aus dem Büro nach Hause, um die Betreuung von Herrn Schnuffke zu übernehmen. Jott hatte einen ihrer Routine-Termine beim Frauenarzt, abgesehen davon schafft sie es schwangerschaftsbedingt nicht mehr, Herrn Schnuffke den ganzen Tag allein zu betreuen.

Den Zwillingen geht es gut. Sie sind genauso groß wie „Einlinge“ und nicht etwa kleiner, wie das bei Zwillingen oft der Fall ist. Sieht wieder nach Riesenbaby aus.

Abends holte ich die fehlenden Stunden nach, gegen Ende musste ich mir Streichhölzer zwischen die Augenlider klemmen. Ich hoffe, ich habe keine Fehler eingebaut.

Was schön war: In der Bahn in Ruhe lesen können, da ohne Kind unterwegs.

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Journal Mittwoch, 7.9.2016

Bisschen durcheinander heute, ich muss mich beeilen weil ich früh ins Bett will. Herr Schnuffke schläft furchtbar, da zählt jede zusätzliche Minuten Schlaf.

Ich hab im Büro und Abends im Home Office viel Gelegenheit zum Musik hören. Dank Spotify und den Künstlerradios entdecke ich auch immer mal wieder neues. Momentan fahr ich beispielsweise sehr auf Irie Révoltés ab. Die machen eine Mischung aus Ska, Punk und ein bisschen Rap-Krams, und da ist superviel Schwung drin. Außerdem gefallen mir die Texte ganz gut, zumindest der Teil den ich verstehe.

Wieder was gelernt: Im Englischen gibt es eine Adjektiv-Reihenfolge: opinion, size, age, shape, colour, origin, material, purpose. Wusste ich nicht, muss ich mal drauf achten.

Die Namensfindung für die Zwillinge gestaltet sich schwierig. Wir hatten recht schnell Favoriten, denen wir aber inzwischen etwas kritisch gegenüber stehen.
Bei Herrn Schnuffke waren wir uns zu diesem Zeitpunkt schon einig, da ging die Namensfindung schneller von statten.

Und zusätzlich zum Namen im echten Leben brauche ich auch noch Namen fürs Blog, Lösungen wie K1/ K2/ K3 etc. finde ich doof. Das wirkt so unpersönlich.

Immerhin können wir uns aus dem Namensfundus für beide Geschlechter bedienen, an mangelnder Auswahl sollte es nicht scheitern.

Sehr erfreuliche organisatorische Dinge im Büro geregelt, die demnächst in Sack und Tüten gebracht, sprich: Verschriftlicht, werden, und dann auch ins Blog dürfen.

Überhaupt, Büro: Der heutige Tag war eine sehr angenehme Mischung aus Phasen mit einerseits sehr viel Abwechslung und Rotieren und andererseits genug ruhigen Momenten, um auch etwas länger konzentriert arbeiten zu können. So darf das gern öfter sein.

Die Übergabe heute verlief wieder fast tränenfrei. Erst, als ich zur Tür hinaus ging, weinte Herr Schnuffke ein bisschen, das hörte aber auf sobald ich aus seinem Sichtfeld verschwunden war.

Der Grund fürs extrem schlechte Schlafen des Kindes ist wieder mal der elende Husten. In der KiTa-Gruppe geht ein Infekt um, den Herr Schnuffke mitgenommen hat. Er hustet und schnieft vor sich hin. Das ist in der Bahn sehr schön, wenn er sehr effektvoll niest und danach das halbe Gesicht mit Schnodder bedeckt ist. Er und ich haben ein Spiel daraus gemacht, wer schneller mit dem Abwischen ist: Er mit seinen Händen und Kuscheltieren oder ich mit dem Tempo. Momentan führt er, ich hole allerdings auf.

Unnötig zu erwähnen, dass meine Shirts an den Schultern glitzern wie nach einer Schneckeninvasion.

Jedenfalls quält ihn der Husten sehr und weckt ihn auch nachts, weswegen er tagsüber natürlich sehr k.o. ist. Wenn es morgen genauso schlimm ist, gehen wir mal mit ihm zum Arzt, nach dem Atemwegs-Infekt vor dem Urlaub sind wir da etwas vorsichtig.

Was schön war: In Ruhe zusammen Abendbrot essen, dabei herumalbern und Grimassen ziehen.

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Journal

Journal Dienstag, 6.9.2016

Kurze Nacht, langer Tag.

Herr Schnuffke bekommt anscheinend seinen sechsten Zahn. Zumindest deuten die Anzeichen (sabbern, knabbern, nachts hochschrecken und sich den Mund halten) darauf hin.
Zusätzlich wird sein Husten wieder schlimmer. Gerade nachts reißt ihn das aus dem Schlaf.

Morgen früh gibts wieder Zwiebelsaft für ihn.

Jott und ich waren heute Abend beim Infoabend für werdende Eltern im Krankenhaus Neukölln. Herr Schnuffke wurde von meinen Eltern aus dem Kindergarten abgeholt und den Abend über beschäftigt und versorgt.
Neukölln wirkt wie eine Geburtsfabrik. Das lässt sich bei ungefähr zehn Geburten pro Tag vermutlich nicht ganz verhindern, aber sowohl wir als auch andere werdende Eltern hatten den Eindruck von Fließband-Abfertigung. Von St. Joseph, das ungefähr gleich viele Geburten pro Tag hat, hatten wir einen besseren Eindruck. Dort war mit wesentlich mehr Wärme vom Krankenhaus berichtet worden, es wirkte menschlicher.
Das passt zu den Berichten, die wir von Freunden und Bekannten hören, die in Neukölln entbunden haben. Jotts Krankenhauswahl steht also so gut wie fest.

Was schön war: Allein mit Jott zum Krankenhaus und wieder zurück fahren.

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WMDEDGT?

Journal Dienstag, 5.9.2016 – WMDEDGT 9/16

[WMDEDGT heißt „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ und ist so ’ne Tagebuch-Blog-Aktion. Mehr Infos und Beteiligte gibts bei Frau Brüllen.]

5:34 Uhr klingelt der Wecker. Leise geht es raus aus den Federn, um weder Jott noch Herrn Schnuffke zu wecken. Bis 6 Uhr bin ich fertig geduscht, habe Kaffee aufgesetzt und das Frühstück für Herrn Schnuffke vorbereitet. Zeit, die Familie zu wecken. Herr Schnuffke lässt sich morgens ein bisschen bitten, bis er die Augen aufschlägt, ist dann aber äußerst fröhlich und startet mit einem breiten Grinsen in den neuen Tag (eines der vielen Dinge, die ich von ihm lernen kann).
Kurz nach 7 Uhr verlassen wir das Haus und fahren zur KiTa. Wir haben Glück, kurz bevor wir das Haus verlassen hört es auf zu regnen. Also kein Rumgefummel mit Regenüberzug und Regenschirm.

Die Bahnfahrt ist ereignislos, Herr Schnuffke lässt sich auskitzeln, winkt anderen Pendlern zu und ist fröhlich. Ich demzufolge auch.
Ziemlich genau eine Stunde später kommen wir in der KiTa an. Herr Schnuffke braucht eine neue Windel, zu Hause blieb der morgendliche Toilettenbesuch heute ergebnislos. Also fix das Kind wickeln, ihn abgeben (heute fast ohne Tränen, yay!) und auf zur Arbeit. Halb Neun schlage ich ihm Büro auf und freue mich, einen Kollegen, den ich seit fast drei Monaten nicht gesehen habe, wiederzusehen. Erst war ich in Elternzeit, dann er im Home Office und im Urlaub.

Die erste Amtshandlung im Büro ist das Aufschreiben meiner erfassten Zeiten vom Freitag. Darauf hatte ich Freitag Abend keine Lust mehr. Danach pussel ich vor mich hin, versorge meinen Kollegen mit einigen Aufgaben, prüfe die Status von mehreren Tickets eines unser Projekte und betreibe Code Review.
Dreiviertel Zehn beginnt das tägliche Morgenmeeting, erst mit den Projektmanagern und danach mit den Entwicklern. Jeder rekapituliert, mit welchen Aufgaben er am Vortag beschäftigt war und wie seine Tagesplanung aussieht.
Als wir fertig sind, ist es ungefähr halb Elf und ich habe Hunger. Das Frühstück liegt vier Stunden zurück, bis zum Mittag dauert es noch. Da muss das Notfall-Studentenfutter ran, das ich mir in weiser Voraussicht gekauft habe.

Mit einer Handvoll Nüsse im Magen arbeite ich weiter auf einem Projekt, auf das ich am Freitag spontan umschwenken sollte. Einen anderen Entwickler, der die letzten Tage nicht anwesend war, weise ich auf den aktuellen Projektstand ein und stimme mich mit ihm ab, wer welche Änderungen vornimmt. Nachdem alle Unklarheiten beseitigt sind, schreibe ich viele viele Zeilen Code.
Gegen 13 Uhr sind wir fertig, alle Tickets wurden bearbeitet. Zeit für die Mittagspause! Es gibt Spaghetti-Bolognese-Reste vom Wochenende.

Nach meiner Mittagspause kann ich an meinem Lieblingsprojekt, das ich seit inzwischen fast zwei Jahren begleite, weiter arbeiten. Ich nehme Code-Optimierungen vor, für die ich mich tief, tief durch viele alte Dateien wühlen muss. Das macht Spaß, und so merke ich kaum wie die Zeit vergeht. Daher schrecke ich gegen 16:15 Uhr hoch- ich muss ja in die KiTa und Herrn Schnuffke abholen! Also in aller Eile die letzte Zeile Code geschrieben, den Rechner zugeklappt und in die KiTa rübergeflitzt. Zum Glück ist der Weg nicht lang und dauert nur zehn Minuten.

Herr Schnuffke spielt beim Abholen wieder selbstständig vor sich hin und ist gut drauf. Das ist schön anzusehen und macht mich froh, denn offenbar gefällt es ihm inzwischen gut im Kindergarten.
Ich schnappe mir also behutsam das Kind, wir winken den Erzieherinnen und anderen Kindern zum Abschied und dann machen wir uns fertig. Beim Begutachten der Reste aus der Frühstücksbrotdose erzählt eine Erzieherin, die Feierabend hat, wie gut sich Herr Schnuffke inzwischen macht und das er in der KiTa angekommen ist. Wie schön.

Mit einem Käsestullen mampfenden Kind verlasse ich so ungefähr dreiviertel Fünf die KiTa. Heute laufen wir nicht nach Norden zum Bahnhof Friedrichstraße, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Jott und ich sind in Tempelhof verabredet, am St. Joseph Krankenhaus findet ein Informationsabend für werdende Eltern statt. St. Joseph ist eines der größeren Krankenhäuser mit angeschlossener Kinderstation, in das wir für die Zwillingsgeburt gehen können. Leider hat „unser“ Krankenhaus in Köpenick keine Kinderstation, sonst würden wir die Zwillinge dort entbinden lassen.
Wir kommen gut voran, und als wir in Höhe U-Bahnhof Paradestraße nach Westen ins Fliegerviertel abbiegen, kann ich es kaum fassen wie hübsch die Gegend ist. Maximal dreistöckige Mehrfamilienhäuser mit kleinen Gärten, ruhige kleine Straßen, viel Grün- ich will kaum glauben, dass ich noch in Berlin bin. Es wirkt wie eine beschauliche, ruhige Kleinstadt.
St. Joseph liegt inmitten dieses Idylls. Wir treffen Jott vor dem Haupteingang und gehen in den großen Konferenzraum, in dem die Informationsveranstaltung um 18 Uhr stattfindet. Es ist voll, aber das kennen wir ja bereits von den Informationsabenden aus der ersten Schwangerschaft.

Eine Minute nach Beginn des Vortrags wird Herr Schnuffke sehr unruhig. Er möchte herumlaufen und sich alles angucken. Ich schnappe ihn mir also und gehe mit ihm auf den Krankenhausfluren spazieren. Nach einer Weile gesellen sich mehrere andere Väter mit ihren Kindern zu uns. Herr Schnuffke macht die Bekanntschaft der dreijährigen Marie, die von Pferdinand und Murmel und ein bisschen auch von Herrn Schnuffke schwer begeistert ist. Die beiden spielen ein bisschen, was mir ganz gelegen kommt. So kann ich mich drei Minuten hinsetzen und zugucken.

Gegen 19:15 Uhr ist der Vortrag zu Ende. Auf dem Weg zum Auto und auf der Heimfahrt lasse ich mir von Jott alle wichtigen Details geben. Ihr Eindruck von St. Joseph ist positiv.
Auf den letzten Metern schläft Herr Schnuffke ein, es war ein langer Tag für ihn. Ich trage das Kind nach Ankunft in die Wohnung, Jott übernimmt das Wickeln und Zubettbringen.

Während die beiden miteinander kuscheln, esse ich die letzten Feigen vom Wochenende, schaue kurz in Twitter rein und räume etwas herum. Gegen 20:45 Uhr gehe ich wieder an den Arbeitsrechner und starte den Home-Office-Teil des Tages. Auch heute arbeite ich etwas mehr als ich müsste, aber das passt ganz gut, weil ich so genug Zeit rausarbeite um morgen nichts machen zu müssen. Morgen Abend findet nämlich ein Info-Abend im Krankenhaus Neukölln statt, an dem wir auch teilnehmen.

Die Abendarbeit läuft gut, mir liegt die Uhrzeit.

Halb Elf mache ich Schluss, baue den Arbeitsrechner ab und den Privatrechner auf. Der WmDedgT?-Eintrag will geschrieben werden, außerdem brauche ich noch ein bisschen Zerstreuung.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist es 23:30 Uhr, Zeit fürs Bett.

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Journal Sonntag, 4.9.2016

Ein durchwachsener Tag, nicht nur was das Wetter anbelangt.

Nach dem Frühstück beginnt Jott, das Kinderzimmer umzuräumen. Sie hat wohl einen Anfall von Nestbautrieb und mich spontan zum Umräumen eingeplant. Super, wenn es eine Sache gibt die ich nicht leiden kann, dann ist es das: Mal eben so Möbel von A nach B schieben. Es nervt mich unglaublich und spielt in einer Liga mit Möbel aufbauen. Find ich auch blöd. Selbst wenn das Ergebnis gut ist, regt mich der Weg dahin auf. Ich mache tausend Sachen lieber als sowas. Und sei es Wäsche zusammenlegen oder putzen.

Gemeinsam verschieben wir Bett, Regal, Wickelkommode und Kleiderschrank. Mehrmals. Irgendwann haben wir ein Ergebnis erreicht, das mir sowohl optisch gut gefällt als auch praktisch scheint. Im Scherz sage ich zu Jott, dass sie bitte nicht alles erneut verschieben soll, während ich duschen gehe.

Als ich wiederkomme, schiebt Jott gerade die Wickelkommode auf die andere Seite des Zimmers. Der Rest ist schon umgeräumt. Ich habe keine Lust mehr auf planloses Umherschieben und überlasse weitere Umräumereien ihr.

Da wir am Nachmittag mit den Nachbarn von oben verabredet sind, hänge ich mit Herrn Schnuffke ein bisschen in der Luft. Es ist noch jede Menge Zeit, aber das Kind hat schlechte Laune, ist nölig und müde. Nach dem Mittagessen versuche ich, ihn zum Einschlafen zu bringen, scheitere aber. Nach einer halben Stunde darf Jott ihr Glück versuchen und schafft es nach 20 Minuten. Leider schläft Herr Schnuffke nicht lange und ist weiterhin nölig.

Irgendwann ist endlich der Zeitraum unserer Verabredung gekommen. Wir fahren mit unseren Nachbarn von oben mit dem Bus zum Rübezahl am Müggelsee. Dort gibt es einen großen Abenteuerspielplatz. Herr Schnuffke ist sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam klettern wir und rutschen und rutschen und klettern. Nach einer guten Stunde habe ich keine große Lust mehr, aber das Kind ist nicht zu bremsen. Da der Spielplatz für ihn allein noch zu gefährlich ist, klettern und rutschen wir also weiter. Immerhin macht es Herrn Schnuffke unglaublich viel Spaß, er jauchzt und lacht und freut sich.

Irgendwann, es muss so gegen 17:30 Uhr sein, nehmen die dunklen Wolken über dem Müggelsee zu, mitunter donnert es aus Richtung Stadt. Wir beschließen, unsere Zelte abzubrechen und nach Hause zu fahren. Während der Fahrt beginnt es zu nieseln, kurz vor unserer Endstation geht der Niesel in Platzregen über. Wir flitzen die 100 Meter von der Bushaltestelle nach Hause und werden klatschnass- bis auf Herrn Schnuffke. Der sitzt, durch das Verdeck geschützt, im Buggy und freut sich, weil der Wagen beim Rennen so schön holpert.

Abends das übliche Programm: Kind baden, Abendbrot essen, Küche aufräumen.

Als Herr Schnuffke schläft, planen Jott und ich die Zeit um die Zwillingsgeburt. Da Zwillinge selten bis zur 40. Schwangerschaftswoche im Bauch bleiben und teils sogar sehr viel früher geboren werden, ist es mir wichtig bereits im Vorfeld möglichst gut auf die Situation vorbereitet zu sein. Wenn es soweit ist, wirds eh stressig genug sein, da kann es nicht schaden einen Schlachtplan zu haben.
Als wir mit der Geburt durch sind, besprechen wir noch die Zeit danach und überlegen uns, wann ich Urlaub nehme und wie wir die Elternzeit aufteilen. Ein ungefährer Plan steht, wir werden es vermutlich wie bei Herrn Schnuffke handhaben- mit dem Unterschied, dass ich eventuell das Elterngeld Plus in Anspruch nehme.

Jott wird morgen die Möbelverteilung des Kinderzimmers planen und skizzieren, damit wir gemeinsam die Möbel an ihren endgültigen Platz schieben können- ich nahm ihr das als Versprechen ab.

Vor kurzem erschien eine neue Erweiterung für World of Warcraft. Ich spiele ja schon seit anderthalb Jahren nicht mehr, aber momentan besteht der starke Wunsch, das zu ändern. Machen werd ichs nicht, dafür ist die Zeit nicht da- aber ich würde halt sehr gern.

Was schön war: Zusammen mit Jott und Herrn Schnuffke beim Abendessen Grimassen zu ziehen und Tischlieder singen.
Ich wusste gar nicht, dass nach dem „Klatsch Klatsch Klatsch“ noch zwei Strophen kommen. Mal gucken, wie Herr Schnuffke die findet.

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Journal Samstag, 3.9.2016

Dieses Kind… Gestern Abend war ich versucht zu schreiben, dass die Nächte seit ein paar Tagen wieder ganz ok verlaufen. Herr Schnuffke wird von Jott in unserem Bett in den Schlaf begleitet und schläft nachts zwischen uns. Das funktioniert eigentlich ganz gut, Herr Schnuffke schreckte die letzten Nächte über noch ein oder zwei Mal hoch und schlief ansonsten durch.

Heute Nacht jedoch nicht. Zwischen 23:30 Uhr und 1 Uhr war er ungefähr alle 20 Minuten wach, weinte und greinte und hielt sich und uns vom Schlafen ab. Besser wurde es erst, als wir gegen 1 Uhr entnervt aufgaben und ich mit ihm ins Wohnzimmer umzog. Danach schliefen wir mit zwei Aufwachern zwischendurch immerhin bis um Sieben (yay, ausschlafen!).

Ich verstehs nicht- weshalb läuft es drei, vier Tage jede Nacht etwas besser und dann, mit einem Mal, wieder nicht? Was ist der Auslöser dafür? Oder gibt es gar keinen und es ist einfach nur Zufall?

Gibt es Mittel und Wege, nach dem x-ten Aufwachen innerhalb von anderthalb Stunden nicht angenervt zu sein? Ich fühle mich sehr unzulänglich als Vater und Mensch, wenn ich das Kind irgendwann dahin wünsche, wo der Pfeffer wächst, nur um endlich in Ruhe schlafen zu können.

Nach dem Frühstück gingen Herr Schnuffke und ich einkaufen. Im Kindersitz des Einkaufswagens sitzend, hilft er mittlerweile tatkräftig mit. Nachdem ich etwas aus dem Regal genommen habe, gehe ich zurück zum Einkaufswagen und bitte Herrn Schnuffke, den Gegenstand zu nehmen und in den Wagen zu legen. Das macht er dann auch- er nimmt die Sachen, guckt sie sich genau an und lässt sie hinter sich in den Wagen fallen. Sowas funktioniert natürlich nur bei Einkaufsgütern, die nicht so leicht kaputt gehen oder vom Fall in den Wagen Schäden davon tragen können.

Der Einkauf dauert zwar dadurch etwas länger, und manchmal ist auch ein kleines Loch in einen Karton/ eine Verpackung genagt oder die Sachen sind zerknickt/ zerknittert, aber Herr Schnuffke freut sich, weil er mir helfen kann und Neues entdeckt.

Schwierig wird es nur an der Kasse, wenn er einen Lieblingsgegenstand (heute war es Kuvertüre) nicht hergeben möchte und seinen Unwillen lautstark kundtut. Zum Glück sorgen in diesem Fall Tauschgeschäfte für Abhilfe (Kuvertüre gegen Mandelstifte, und die hat er selbst aufs Kassenband gelegt).

Als wir am letzten Wochenende bei meinen Eltern waren, kämpften Jott und ich noch mit den Spätfolgen unserer Erkältungen. Eigentlich dachten wir, nicht mehr ansteckend zu sein, aber da haben wir uns scheinbar geirrt. Bei einem Telefonat mit meinem Papa kam heraus, dass die beiden seit ein paar Tagen ebenfalls erkältet sind und sich so durch den Tag quälen. Wir sind scheinbar gesundheitsgefährdend für unsere Mitmenschen…

Jott und ich haben überlegt, weshalb diese ganzen Kinder-Effekte (vor allem bei mir) so sehr reinhauen: Unsere Vermutung ist, dass unser Immunsystem von diesen Keimen, gegen die es seit Jahrzehnten nicht kämpfen musste, überfordert ist. Kann das sein?

Beim Wäsche aufhängen half Herr Schnuffke ebenfalls. Sobald ich ihn darum bat, reichte er mir Klammern vom Boden hoch. Die er zuvor runtergeschmissen und an verschiedenen Orten deponiert hatte.

Das der Sommer tatsächlich langsam vorrüber geht, macht sich nicht nur an den kühleren Nächten bemerkbar. Auch die Sonne steht nicht mehr so hoch am Himmel wie noch vor acht Wochen. Unser Wäschestammplatz im Hof wird nicht mehr durch die Sonne beschienen, zu hoch sind die umliegenden Häuser und Bäume. Die Wäsche musste im Schatten trocknen.

Nach dem Mittag legten Herr Schnuffke und ich uns hin. Das Kind war müde und schlief innerhalb von zehn Minuten ein. Zehn Sekunden später war ich auch weg. Als wir beide einen gefühlten Wimpernschlag später aufwachten, waren zweieinhalb Stunden vergangen.

Jotts Schwangerschaft macht sich von Woche zu Woche stärker bemerkbar. Inzwischen gehört es überwiegend zu meinen Aufgaben, Herrn Schnuffke von A nach B zu tragen und ihn hochzuheben.
Als ich ihn am Abend auf die Wickelkommode setzte, fiel mir auf das ich ihn in den letzten drei Wochen kaum gewickelt hatte. Morgens kümmert sich Jott darum, während ich mich fertig mache, tagsüber ist Herr Schnuffke im Kindergarten, und Abends macht auch wieder Jott ihn bettfertig.
Gut, dass bald zwei neue Kinder kommen- nicht, dass ich die Wickelei noch verlerne!

Der Kindergarten sowie der Umstand, dass Herr Schnuffke morgens und abends auf die Toilette gesetzt wird, führt zu einem drastischen Rückgang unseres Windelverbrauchs. Der Windeleimer steht inzwischen größtenteils leer. Darum waren wir etwas irritiert, als es im Kinderzimmer latent muffelte. Die Ursache war schnell gefunden: Der Eimer selbst müffelt vor sich hin. Nach mehreren Jahren harten Einsatzes (wir bekamen ihn von einer Zwillingsmutter geschenkt) hat er seine besten Zeiten hinter sich.

Die Beatsteaks und Dirk von Lowtzow. Gute Kombination.

Was schön war: Zwischen Kuchen essen und Abendbrot mit Herrn Schnuffke im Hof spielen, sich dabei mit einem Nachbarn unterhalten (wir sind jetzt per Du) und vor dem Hochgehen tonnenweise Sand aus allen Schuhen kippen.

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Journal Freitag, 2.9.2016

Ein guter Start in den Tag: Wickeln und Übergabe in der KiTa funktionierten super. Herr Schnuffke streckte sich direkt nach der Erzieherin und begann erst nach fünf Sekunden zu weinen. Das ist ein ungeheurer Fortschritt, wenn man bedenkt das vor anderthalb Wochen noch festklammern und weinen beim Öffnen des Gruppenraumes an der Tagesordnung waren.

Auf dem Gendarmenmarkt fielen mir die vielen Polizisten in voller Kampfmontur und mehrere Einsatzwagen auf. Ein kurzer Blick ins Internet brachte Erleuchtung: Heute morgen waren in dieser Ecke der Stadt mehrere Demos.

Die Menge der gerüsteten und bewaffneten Polizisten fand ich unbehaglich, uniforme Menschenmassen- ob es nun Polizisten, Demo-Teilnehmer oder Fußballfans sind- sorgen bei mir immer für ein „Schnell weg“-Gefühl.

Im Büro musste ich Vormittags spontan auf ein anderes Projekt umschwenken. Das Projekt ist, wie eine Kollegin so schön sagte, etwas „anders“ auf- und umgesetzt, daher hatte ich keinen großen Spaß bei der Arbeit und sehnte den Feierabend herbei.
Zum Glück verging die Zeit recht fix.

Herr Schnuffke spielte in der KiTa zum ersten Mal, als ich ihn abholte. Bislang saß er immer bei den Erziehern oder ließ sich sogar von ihnen tragen, nicht aber heute. Er hockte ganz vertieft im Sandkasten und sortierte Steinchen in einen Eimer, und als ich ihn auf mich aufmerksam machte, freute er sich zwar, ließ aber nur ungern den Eimer los.
Es wird, es wird.

Spielbedingt schoben wir zu Hause ein ungeplantes Bad ein- Hände und Gesicht waren sandverschmiert, in den Speckfältchen der Arme saß feiner Sandstaub fest. Das Badewasser färbe sich dann auch etwas dunkler. Der Tag hat sich also gelohnt für Herrn Schnuffke.

Abends wieder Home Office. Aus einem „Hm, ich mach das noch fix fertig“ wurden 50 Minuten mehr als notwendig. D’oh!

Was schön war: Herrn Schnuffke spielen zu sehen. Da fiel mir ein Stein vom Herzen.

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Journal Donnerstag, 1.9.2016

Im Büro einmal angestellt wie der erste Mensch.

Ich musste zur Bearbeitung eines Projekts eine bestimmte Software installieren. Die Installation sah vor, dass ich händisch in Konfigurationsdateien einen bestimmten Dateipfad eintrage. Voller Überzeugung trug ich also den Pfad ein, installierte die Software und wunderte mich, weshalb nichts funktionierte. Und wunderte mich. Und probierte. Und googlete. Und schickte schließlich die Fehlerausgabe an eine Kollegin und bekam als Antwort sinngemäß die Frage, ob ich ganz ganz ganz sicher sei, dass der besagte Pfad tatsächlich korrekt sei? Aber ja, war ich das. Da Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist, prüfte ich allerdings noch einmal den korrekten Pfadnamen- nur um sicher zu gehen und ihr zu zeigen, dass damit alles stimmte. Tat es aber nicht, der Pfad beinhaltete einen falschen, weil nicht existenten Ordnernamen.

Das war mir sehr unangenehm.

Probleme mit externen Tastaturen sind mir bei MacBook Pro und MacBook Air bereits bekannt. In den letzten Tagen kamen Fehler bei der Handhabung der Magic Mouse hinzu: Klicks werden stark verzögert durchgegeben, der Cursor verrutscht. Alles trotz voller Batterie und guter Bluetooth-Verbindung.
Ich bin ziemlich angenervt davon- Tastatur und Mouse sind meine Arbeitswerkzeuge, die gerade bei dem von Apple aufgerufenen Preis einwandfrei funktionieren müssen.
Als Ersatz für die Magic Mouse nutze ich nun eine billige Logitech-Mouse für 10 Euro, die zwar kabelgebunden ist, aber dafür einwandfrei funktioniert.

Herr Schnuffke war heute wieder erstaunlich gut drauf. Es scheint, dass er sich allmählich an unseren neuen Tagesrhythmus gewöhnt.
Morgens weint er zwar immer noch bei der Übergabe, inzwischen aber deutlich „sanfter“ und kürzer. Er klammert sich auch nicht mehr verbissen an mich, sondern streckt sich teilweise nach der Erzieherin aus.
Es wird, scheinbar.

Abends Friseur. Ich sagte noch „Aber bitte nicht so kurz, dass man die Kopfhaut durchschimmern sieht.“. Und was passiert? Die Friseurin- ich war öfter bei ihr, sie ist furchtbar nett, macht gute Arbeit, ist aber etwas verpeilt- setzt die Maschine an und ratsch, da waren noch 8mm vom vorigen Kunden eingestellt und meine Haare etwas kürzer als angedacht.
Sie hats noch retten können, das Ergebnis kann sich auch sehen lassen. Aber erschrocken waren wir beide erstmal.

Was schön war: Das frische, leichte Gefühl auf’m Kopf, als die Haare runter waren.