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Journal Sonntag, 21.8.2016

Die Nacht zu heute war sehr ruhig. Zumindest für mich, denn Herr Schnuffke „schlief“ heute Nacht bei Jott im Schlafzimmer, während ich im Wohnzimmer lag. „schlief“ schreibe ich deshalb in Anführungszeichen, weil er, wie in letzter Zeit üblich, wiederholt hochschreckte, rumzappelte und, wenn überhaupt, nur unruhig schlief. Die Augenringe von Jott heute morgen sprachen Bände.

Um Jott die Möglichkeit zu geben, sich noch einaml hinzulegen und auch, um das Kind zu beschäftigen, spazierten Herr Schnuffke und ich am Vormittag nach Friedrichshagen. Herr Schnuffke lief eine beträchtliche Wegstrecke selbst, kickte Eicheln durch die Gegend (ich bin noch nicht ganz sicher ob absichtlich oder nicht, er hatte auf jeden Fall Spaß als sie wegrollten), zertrampelte seine erste Nacktschnecke (DAS war ein dicker Brocken, ich sags Ihnen) und sammelte unterwegs Schätze (Eicheln, als er keine Lust mehr auf Eichelfußball hatte) ein.
Zum Abschluss gabs ein Sesam-Tartufo-Eis bei Da Dalt in Friedrichshagen, bevor wir nach Hause zurückfuhren.

Sesam und Tartufo

Dort hatte sich Jott in der Zwischenzeit nicht hingelegt, sondern zum einen Hosen für Herrn Schnuffke und die Zwillinge genäht (die Zwillingshosen sind ’ne 50/56, das ist so WINZIG!) und zum anderen ein vorzügliches Mittagessen zubereitet. Diese Frau, ey <3

Nach dem Mittagessen hätte Herr Schnuffke eigentlich Mittagschlaf machen sollen, nach der Nacht und dem schlaflosen Vormittag- im Buggy hatte er nicht schlafen wollen- war er nämlich hundemüde. Aber nein, der Herr zog es vor 45 Minuten lang gegen den Schlaf anzukämpfen, gegen Ende mit Weinen und Schluchzen. Als Jott ihn dann auf den Arm nahm, war er innerhalb von fünf Minuten weggetreten. Leider nur eine halbe Stunde, also auch nicht genug.

Am Nachmittag fuhren wir mit unseren Nachbarn von oben ins Driss im Wunderland. Dort verbrachten wir den Nachmittag, aßen Waffeln (Jott, Herr Schnuffke) und veganen Apfelkuchen (ich) und sahen den Kindern (Herrn Schnuffke) beim Spielen zu (Jott) oder spielten mit ihnen (ich).
Das Café ist schön. Jott kannte es bereits, ich noch nicht. Nach dem heutigen Nachmittag würde ich dort erneut hinfahren und auch mal die marokkanischen Gerichte ausprobieren.

Abends dann zum Glück kein langer Einschlaf-Kampf, nach dem Abendbrot schlief Herr Schnuffke recht fix ein. Zum Ausgleich für den ersparten Stress stieß ich mir, als ich ihn nach Hochschrecken und Weinen beruhigte, den Fuß und schälte mir den halben Nagel vom kleinen Zeh (NEU- jetzt mit Ekelcontent!). Aber: Ich war so leise und dezent im Leiden und Schimpfen und Herumhopsen, dass Herr Schnuffke nicht aufwachte, sondern auf meinem Arm weiterschlief.

Was schön war: Die ruhige Nacht.

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Journal Samstag, 20.8.2016

Wieder eine arg besch…eidene Nacht. Das wird langsam zur Regel hier, ich kann mich nicht erinnern wann wir zuletzt wirklich Ruhe hatten als das Kind im Bett war. Herr Schnuffke wacht seit einiger Zeit wiederholt Abends auf und weint, zusätzlich Nachts. Wir wissen nicht, was ihm fehlt und was ihn quält, es gibt auch nichts das zuverlässig Abhilfe schafft. Wenn er wach wird, gehen wir zu ihm, nehmen ihn aus dem Bett, beruhigen ihn, legen ihn zurück (selten, klappt bei mir derzeit gar nicht) oder legen ihn in unser Bett neben uns. Danach ist er mal kürzer, mal länger ruhig, dann beginnt das Spiel wieder von vorne. Zusätzlich zappelt er neben Jott weiterhin wesentlich stärker herum als neben mir, so dass wir über kurz oder lang ins Wohnzimmer ausweichen damit etwas Ruhe einkehrt.

Diese Situation ist unglaublich belastend. Es ist das Unwissen, was Herrn Schnuffke fehlt und wie wir ihm helfen können, das uns tatsächlich zermürbt. Gepaart mit Müdigkeit und einer latenten Angenervtheit, weil das Kind eben Abend für Abend und Nacht für Nacht jammert und weint und es scheinbar keine Besserung gibt. Er kann ja auch gar nichts dafür, aber nach den letzten Wochen fällt es schwer sich das immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Herr Schnuffke und ich gingen heute morgen zum Bäcker- alle beide zu Fuß. Das lief (no pun intended) gut, bis auf den Umstand das er an jeder Pfütze anhielt und mehrfach umkehrte, um zu einer Pfütze zurückzulaufen.
Es scheint, als ob wir zumindest für so kurze Strecken (~500m) den Buggy nicht mehr benötigen. Zumindest wenn wir genug Zeit haben. Und das Kind munter ist. Und es keine Pfützen gibt.

Das Wetter ist maximal unschön. Eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit (75% in der Wohnung, MEINE HAARE KRINGELN SICH!) und Temperaturen um die 25° sorgten für einen Waschkücheneffekt. Die Wohnung hat sich auch wieder aufgeheizt, was einem ruhigen Kindsschlaf auch nicht unbedingt zuträglich ist.

Hoffentlich wirds bald Herbst.

Um die Ecke war gestern Abend eine Wohnungsbesichtigung, zumindest nehme ich an das es sich um eine handelte. Mehrere offensichtlich nicht zusammengehörende Menschen/ Paare standen, teils mit A4-Mappen in der Hand, kurz vor 18 Uhr auf der Straße und warteten anscheinend auf Einlass.
Was auffiel: Die wartenden Menschen waren ein bunter Mix durch mehrere Ethnien (ich hoffe, das kann man so sagen ohne jemandem auf den Schlips zu treten)- und das fällt in Köpenick, im Vergleich zu Mitte und drumherum, immer noch auf. Wir beobachten schon seit ungefähr zwei, drei Jahren eine Zunahme von Menschen mit anderer Hautfarbe oder beispielsweise Kopftuch im Straßenbild. Vielleicht sorgt ja die Gentrifizierung innerhalb der Szenebezirke (oder der Flüchtlingsstrom) für deren Zuzug.

Jott und ich haben ein Wirtschaftskonto, von dem die Fixkosten (Miete, Strom, Internet usw.) und die variablen Kosten (vor allem Lebensmittel/ Drogerie) abgehen. Während die Fixkosten ein überschaubarer Posten sind, da Summe und Zeit eben feststehen, schwanken die variablen Posten teils stark und erlauben keine realistische Budget-Planung. Zusätzlich sorgt dies dafür, dass immer mal wieder einer von uns zusätzlich zu den fest eingeplanten Überweisungen auf das Wirtschaftskonto eine Sonderzahlung vornehmen muss, damit das Wirtschaftskonto gedeckt ist. Das passierte in letzter Zeit zu unserem Verdruss recht häufig.
Damit das nicht zur Gewohnheit wird, haben wir deshalb beschlossen, uns ein Wochenbudget von 100 Euro für Lebensmittel/ Drogerie zu setzen. Der Plan ist, über kurz oder lang so zu wirtschaften- eventuell auch mit Hilfe eines Haushaltsbuches-, dass wir mit diesem Geld auskommen und so diesen Teil der variablen Kosten fixieren können. Um einen besseren Überblick über das Geld zu bekommen, haben wir außerdem beschlossen, unser Wochenbudget einmal in der Woche abzuheben und damit bar zu bezahlen.

In der ersten Versuchswoche hat das nicht funktioniert, wir haben ungefähr 30 Euro mehr ausgegeben als uns eigentlich zur Verfügung stand. Wir haben heute viele Dinge gekauft, die normalerweise lange halten und nicht im Wochenturnus verbraucht werden (Windeln, Kartuschen für den SodaStream, langlebige Lebensmittel wie Nüsse und Haferflocken und sowas). Idealerweise geben wir dafür in der nächsten Woche weniger Geld aus.

Überhaupt, das liebe Geld. Ich wüsste sehr gern, wieviel andere Familien im Schnitt im Monat ausgeben, um besser einschätzen zu können ob wir einen extravaganten Luxuslebensstil führen oder aber doch eher normal leben. Nur: Über sowas redet kaum jemand. Die einzige Vergleichsmöglichkeit, die ich habe, ist einer meiner Kollegen. Bei dem sind die Gegebenheiten etwas anders als bei uns (mehr Kinder, ältere Kinder, lebt nicht in Berlin), wodurch ein Vergleich erschwert wird.

Was schön war: Mit Jott und Herrn Schnuffke spazieren gehen.

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Journal Freitag, 19.8.2016

Die nächste Woche wird in punkto Arbeits- und KiTa-Weg interessant. Auf Grund von Bauarbeiten am Ostkreuz wird der Zugverkehr zwischen den Bahnhöfen Karlshorst und Ostkreuz ausgesetzt, Herr Schnuffke und ich müssen dieses Teilstück umgehen. Es existieren zwar reichlich Alternativrouten, aber die haben alle das ein oder andere Makel. Vermutlich werden wir am Montag einfach die Busse des Schienenersatzverkehrs ausprobieren und das beibehalten oder aber am Montag Nachmittag/ Dienstag Alternativen suchen. Es führen zwar viele Wege nach Mitte, aber diese sind- gerade mit Buggy und darin befindlichen Kind- teils umständlich.

Als ich gestern den Dauerauftrag für unsere Miete anpassen wollte, fiel mir ein interessanter Satz auf dem Schreiben der Hausverwaltung ins Auge. Dort steht sinngemäß, dass die den Mietspiegel unterstützende Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung nicht herangezogen wird, da sie laut irgendeinem Gerichtsurteil kein Bestandteil des Mietspiegels ist. Da unsere Miete den für unsere Wohnung zutreffenden Miet-Mittelwert bereits erheblich übersteigt, kann sich die Hausverwaltung nicht auf eine nicht mehr ortsüblichen Miete berufen (das tut sie nämlich), ihr fehlt nämlich ohne die Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung die entsprechende Grundlage dafür.
Ich habe also ein Schreiben aufgesetzt und der Mieterhöhung widersprochen. Mal gucken was nun passiert und wie die Mieterhöhung begründet wird.

Der erste richtige Arbeitstag mitsamt KiTa-Begleitprogramm war knackig. Herr Schnuffke und ich waren von 7 bis 18 Uhr außer Haus und bei Ankunft zu Hause beide k.o.. Wir müssen uns beide schnell daran gewöhnen, damit dieser Ablauf einfacher wird.

Was schön war: Zusammen mit Herrn Schnuffke ein Freitags-Franzbrötchen auf dem Heimweg essen (außerdem habe ich das Brötchen als Bestechung benutzt, um das Kind in den Buggy zu setzen, da wollte er nicht rein).

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Elternzeit 2016

Journal Donnerstag, 18.8.2016

Und dann ist sie vorbei, die Elternzeit. So schnell gehen neun Wochen herum.

Heute morgen erwischten wir nicht nur eine Bahn früher, sondern sogar zwei, und waren dadurch sogar zehn vor Acht im Kindergarten. Das ist aber leider auch nicht so gut, denn der reguläre Betrieb beginnt erst um 8 Uhr und somit hätte Herr Schnuffke eigentlich in die Frühbetreuung gemusst (die endet um 8 Uhr). Das ist für zehn Minuten natürlich Blödsinn, und so hampelten wir beide noch etwas herum bis die normale Betreuungszeit begann.
Morgen müssen wir also eine Bahn später nehmen, dann sollte es perfekt sein.

Im Büro herumgearbeitet. Heute war ich fast einen ganzen Arbeitstag da und war danach doch etwas matschig.

Während eines Telefonats mit einem externen Mitarbeiter rutschte mir ein „Ick“ heraus. Das verunsicherte den Kollegen- gebürtiger Berliner aus dem Ostteil der Stadt, also ebenfalls mit dem Berliner Dialekt vertraut- so stark, dass er nachfragen musste. Merkwürdig. Aber vermutlich würde es mir ähnlich gehen, wenn mit einem Mal vom Hochdeutschen in den Dialekt gewechselt wird.

Der Heimweg von der KiTa war ein wenig abenteuerlich. Herr Schnuffke war müde und hungrig und hatte mich vermisst, und so ließ er sich von der KiTa bis zum Bahnhof Friedrichstraße tragen. Alle Versuche, ihn in den Buggy zu buggysieren bugsieren, scheiterten kläglich. Also tragen. So lang war der Weg noch nie, das Kind wird mit der Zeit doch etwas schwer.

Am Bahnhof fiel mir ein, dass in Herrn Schnuffkes Rucksack noch Knabberkram drin war, damit konnte ich ihn letztendlich bestechen und in den Buggy setzen. Wär mir das mal früher eingefallen.

Im Bahnhof ärgerten wir uns noch mit dem Aufzug vom Erdgeschoss zu unserem Gleis im dritten Stockwerk herum. Es gibt nur einen kleinen Aufzug, in den mit Müh und Not zwei Kinderwagen/ drei Buggys hineinpassen. Und dieser eine Aufzug wird sehr, sehr oft von Touristen blockiert, die nicht wissen wo sie hinfahren, auf jeder Etage anhalten, nicht aussteigen und teilweise mehrmals vom 3. Stock ins Erdgeschoss fahren und wieder zurück.
So auch heute. Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ich suchte eine Rolltreppe, um damit nach oben zu fahren. Leider war die nächstgelegene Rolltreppe aber defekt, so das ich letzten Endes den Buggy aus Wut und Trotz die normalen Treppen hinauf trug. Wenigstens war Herr Schnuffke währenddessen fröhlich, er hatte Knabberzeug und konnte sich im belebten Bahnhof umgucken.

Für morgen muss ich für den Heimweg eine Stulle für Herrn Schnuffke einpacken. In der KiTa gab es zwar Vesper, aber das muss relativ gering ausgefallen sein- das Kind hatte einen Bärenhunger und verdrückte nach der Ankunft zu Hause erstmal zwei Kekse und aß zum Abendbrot mehr als ich.

Die Aufzüge am Ostkreuz funktionierten heute. Morgens und Nachmittags. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Herr Schnuffke war durch den langen KiTa-Tag und die Bahnfahrten so k.o., dass wir nach der Rückkehr nach Hause nicht mehr viel mit ihm anstellen konnten. Er schlief dann auch bereits um 19:15 Uhr, das ist sehr früh.

Vermutlich werden wir unser Abendessen und seine Zubettgehzeit etwas vorziehen müssen, um seinem Schlafbedürfnis gerecht zu werden.

In der Edition F erschien vor kurzem ein sehr guter Artikel über steigende Mieten in Berlin und wer diese eigentlich bezahlen kann (und wer nicht). Darin werden auch die Fragen gestellt, die Jott und ich uns gelegentlich (eigentlich dauernd) stellen:

Wer seine Eltern in der Provinz im abbezahlten Einfamilienhaus besucht, fragt sich regelmäßig: „Wie haben die das eigentlich gemacht? Mit einem Einkommen und drei Kindern?“

Und

„Alle um mich herum kaufen Wohnungen oder Häuser“, staunte einer meiner besten Freunde. „Für 400.000 Euro. Für 600.000. Wie machen sie das?“

Beide Zitate stammen aus dem Artikel „Berlin bleibt bezahlbar? Dass ich nicht lache“ auf Edition F von Teresa Buecker.

Zumindest die Antwort auf die Frage „Wie machen sie das“ gibt der Artikel. Nämlich mit dem Geld der Elterngeneration.

Wir merken es ja selbst: Eine größere Wohnung, die einer fünfköpfigen Familie gerecht wird, und die etwas zentraler gelegen ist, ist für uns eigentlich nicht bezahlbar. Wir müssten zwischen 40 und 50% unseres Familieneinkommens auf den Tisch legen, und das ist auch meiner Meinung nach einfach zu viel.

Was man da machen kann, weiß ich auch nicht. Aber das gehört zu den Dingen, die Jott und ich gerade überdenken.

Was schön war: Jott kümmerte sich nach unserer Ankunft bis zum Abendessen um Herrn Schnuffke, ich konnte die Füße hochlegen.

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Elternzeit 2016

Journal Mittwoch, 17.8.2016

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.

Aus „Der August“ von Erich Kästner

Heute morgen war es herbstlich. Der Atem kondensierte, unter den Bäumen lagen erste braune Blätter, die Kastanie um die Ecke hat große, pralle Früchte, und der Geruch in der Luft sagte, dass der Sommer sich langsam dem Ende neigt.

Herr Schnuffke und ich verließen das Haus heute recht früh, um den „normalen“ Morgenablauf auszutesten. Wenn ich wieder regulär arbeiten gehe, möchte ich gern kurz nach Acht an der KiTa sein, dafür müssen wir gegen Sieben die Wohnung verlassen und eine bestimmte Bahn erwischen. Das haben wir heute morgen nur teilweise geschafft, die Bahn fuhr nämlich vor unserer Nase weg. Morgen werden wir also etwas früher losgehen.

In der Mitte-KiTa sind zwei Plätze für 2017 für die Zwillinge reserviert. Ich hoffe allerdings, dass wir bis dahin einen näher gelegenen KiTa-Platz für alle drei Kinder gefunden haben. Mit drei Klein(st)kindern durch halb Berlin juckeln stell ich mir nicht so prickelnd vor, vor allem wenn ständig irgendwelche Aufzüge defekt sind.

Der Büro-Alltag hat mich wieder. Heute war schon so viel zu tun und abzustimmen, dass meine Mittagspause ausfiel und mir der Magen in den Kniekehlen hing, als wir nach Hause zurückkehrten. Ich hatte gehofft, bis es soweit ist vergehen noch einige Tage.

Seit ein paar Tagen bekommt Herr Schnuffke Zwiebelsaft gegen seinen Husten. Und er LIEBT ihn. Kaum war heute die Zwiebelsaftdose auf den Tisch gestellt, schon hat er danach gejiepert und alles andere ignoriert.
Komisches Kind.

Der Husten wird zum Glück besser. Zwar nur sehr langsam, aber das ist besser als keine Veränderung.

Das frühe Aufstehen heute morgen (dreiviertel Sechs, meh…) funktionierte bereits. Das frühe Zubettgehen leider nicht. Zukunfts-Paul wird ziemlich müde sein.

Was schön war: Zusammen mit den Nachbarn von oben im Hof quatschen, während die Kinder im Sandkasten spielten.
Sandmaus

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Elternzeit 2016

Journal Dienstag, 16.8.2016

Nachdem ich heute beim Umsteigen am Ostkreuz einen Cocker Spaniel mit einer schöneren Frisur als ich sah, vereinbarte ich endlich den lange aufgeschobenen Friseurtermin. Ich muss mich zwar noch etwas gedulden, bis es soweit ist, aber das halte ich aus. Mein Umfeld hoffentlich auch.

Wieder Tränen bei der Übergabe im Kindergarten. Es klang wohl schlimmer, als es war: Beim Abholen erfuhr ich, dass, kaum das ich gegangen war, die Tränen versiegten und die Neugier auf Spielzeug/ andere Kinder die Oberhand gewann.
Puh.

Die Aufzüge am Ostkreuz funktionieren weiterhin nicht. Da das bereits zu Beginn der Elternzeit (gefühlter?) Dauerzustand war, schreib ich mir das jetzt auf. Mal gucken, ob sich mein Eindruck, dass die IMMER defekt sind, bestätigt. Der Mensch behält negative Erlebnisse wohl eher im Gedächtnis als positive, und ehe ich auf die Bahn fluche möchte ich natürlich sicher sein das ich tatsächlich Recht habe.
Eventuell bin ich bereits mit Ende 20 ein Meckerrentner ¯_(ツ)_/¯

Die stufenweise Erhöhung der Arbeitszeit über die Woche hinweg ist ganz gut für mich. Wenn ich von jetzt auf gleich einen vollen Arbeitstag arbeiten müsste und zusätzlich das Kind-Begleitprogramm hätte, würde mich das ziemlich schlauchen. So kann ich mich hingegen über fünf Tage an beides gewöhnen, das ist ’ne gute Sache.

Jott und ich haben seit heute geteilte Google-Kalender, damit sollten- so keiner von uns beiden vergisst, Termine einzutragen- eventuelle Terminüberschneidungen und damit verbundene Probleme ausgeschlossen werden.
Dieses moderne Internetzeugs ist schon sehr praktisch.

Angefixt durch Ahnma höre ich mir gerade die Beginner an. Die kannte ich bislang nur vom Namen und nicht von der Musik her und finds bislang ganz gut.

Mich hats heute beim Aufstehen von der Couch von den Füßen gehoben. Ich rutschte auf einer Stelle im Parkett aus, an der Herr Schnuffke sich vor einiger Zeit erbrochen hatte. Diese Stellen sind besonders glatt, zum einen durch die Kinderkotze und zum anderen durch das häufigere Wischen.
Jott sagt, es sah elegant aus. Ich bin beruhigt.

Gut, dass ich den halben August arbeiten gehe und daher noch etwas Geld zusätzlich zum Elterngeld bekomme. Der Blick aufs Konto lässt mir momentan spontan Tränen in die Augen schießen.
So schön das Elterngeld als solches auch ist, aber 65% sind eben nur 65%…

Herr Schnuffke schrie heute am Vorabend das Haus zusammen. Ich wollte mit ihm noch fix zur Bank gehen um einen Scheck einzulösen, versuchte das Kind daher in den Buggy zu setzen und scheiterte kläglich. Herr Schnuffke hatte nämlich keine Lust auf Buggy und wehrte sich mit den sprichwörtlichen Händen und Füßen und zusätzlich noch mit sehr lautstarken Geschrei. Erstaunlich, was ein 14-monatiges Kind für eine Kraft und Agilität an den Tag legen kann, wenn es etwas nicht möchte.
Das Ende vom Geschrei, beziehungsweise Lied, war, dass wir beide zur Bank gelaufen sind.

Was schön war: Herr Schnuffke beim Schäkern mit andern Menschen in der Bahn zusehen.

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Elternzeit 2016

Journal Montag, 15.8.2016

Heute war der erste KiTa-Tag seit gefühlten Ewigkeiten. Abgesehen davon, dass am Ostkreuz natürlich wieder alle Aufzüge defekt waren, verlief zumindest die Anfahrt ruhig. Die Übergabe leider nicht: Zur Garderobe lief Herr Schnuffke noch ganz entspannt neben mir, aber in der Garderobe ahnte er wohl was gleich auf ihn zukommen würde, klammerte stark und ließ sich tragen. Die Übergabe an die Betreuungserzieherin (nach der langen Abwesenheit war sie ihm vermutlich komplett fremd) verlief tränenreich (nur bei ihm, ich machte mich mit weichen Knien schnell aus dem Staub).

Als ich ihn nach dem Mittagessen abholte, wurde mir allerdings erzählt, dass er sich sehr schnell beruhigte und beim gemeinsamen Gartenbesuch bereitwillig von der Betreuungserzieherin löste und selbstständig den Garten erkundete. Puh.

Meine Elternzeit endet am Donnerstag. Wie schnell die Zeit vergeht… Die restlichen vier Tage nutze ich für eine Mini-Eingewöhnung für Herrn Schnuffke- seine KiTa-Zeit wird Tag für Tag erhöht- und für eine Arbeits-Eingewöhnung für mich- während das Kind in der KiTa ist, gehe ich ins Büro und komme langsam wieder in die Projekte hinein.

Spätestens ab Mittwoch sind Herr Schnuffke und ich mindestens einen halben Tag außer Haus, dann kann Jott die Puppen tanzen lassen.
Oder schlafen.

Als Reaktion auf die kürzlich eingegangene Ankündigung der Mieterhöhung rechnete ich heute die ortsübliche Vergleichsmiete aus, in der Hoffnung auf uns in die Karten spielende Zahlen. Dazu prüfte ich zuerst, in welcher Wohnlage wir leben (mit der Wohnlagenkarte Berlin), und stellte anschließend eine Mietspiegelabfrage (Berliner Mietspiegelabfrage), bei der ich ausfüllen musste über welche Merkmale unsere Wohnung verfügte. Dabei stellte sich heraus, dass eine Anpassung der Miete gemäß Mietspiegel gerechtfertigt ist- schlimmer noch, unser Vermieter könnte sogar noch weitaus mehr Geld verlangen als er es jetzt tut.

Stellt sich die Frage, was wir machen: Trotzdem auf gut Glück der Mieterhöhung widersprechen (und riskieren, dass auch unser Vermieter rein aus Neugierde so eine Mietspiegelabfrage stellt) oder sie hinnehmen?

Herr Schnuffke liebt Luftballons. Das stellte meine Nerven heute auf die Probe: Der Weg zum Einkaufen und die Läden selbst waren mit Ballons geschmückt, und das Kind hat natürlich auf jeden einzelnen Ballon gezeigt, „DA?!?“ gerufen und wollte eine Erklärung. Nach dem zehnten Ballon hatte ich keine Lust mehr.

Die bundesligafreie Zeit ist vorbei. Union Berlin empfing heute zum ersten Heimspiel der Saison, dementsprechend voll waren die Straßen vorhin mit Fußballfans und Polizei.
Wenn im Stadion richtig Stimmung ist, hören wir den Krach bis zu uns, je nachdem wie der Wind steht sogar recht deutlich.

Zum Glück sind die Heimspiele nur alle zwei Wochen- öfter muss ich den Trubel nicht haben.

Das Wetter nervt mich. Es ist nicht warm genug, um nur im T-Shirt unterwegs zu sein, und nicht kalt genug für Pullover/ Jacke. Noch dazu ist es genau so stark windig, dass es zumindest im Schatten doch recht frisch ist.

Ich habe noch kein überzeugendes Bekleidungskonzept für diese Situationen gefunden.

Was schön war: Jott und Herrn Schnuffke auf der Couch beim Mittagschlaf machen zugucken. Da lagen sie beide, als ich nach dem Mittagessen ins Wohnzimmer kam.

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Elternzeit 2016

Journal Sonntag, 14.8.2016

Herr Schnuffke schlief die Nacht wieder schlecht. Er weinte gelegentlich vor sich hin (teils im Schlaf, teils als er wach wurde) und ließ sich nur schwierig trösten. Als er wach wurde, klammerte er sich fest an mich und wollte unter keinen Umständen neben mir schlafen. Es half nur, ihn zur Beruhigung eine Weile auf meinem Bauch schlafen und ihn danach langsam heruntergleiten zu lassen. Aber auch neben mir brauchte er noch eine ganze Weile Körperkontakt, bevor er wieder richtig schlief.
Ich wüsste zu gern, was da los ist, und wie wir die Lage verbessern können. Es schlaucht ganz schön, in 2/3 Drittel aller Nächte mehrmals aus dem Tiefschlaf herausgerissen zu werden.

Den Nachmittag verbrachten wir mit unseren Nachbarn von oben im Tierpark. Ich bin immer wieder überrascht, wie weitläufig der ist- um tatsächlich alle Tiere abzulaufen, braucht man ordentlich Zeit und muss gut zu Fuß sein (waren wir nicht, mit einem Baby, zwei Klein(st)kindern, einer Schwangeren, Bollerwagen, Buggy und Gepäck).

Herr Schnuffke hatte seinen Spaß (wir großen auch): Er sah Elefanten, Tiger, flitzte über die Wege, ritt auf meinen Schultern und schlief auf dem Weg zum Parkplatz fast im Buggy ein.

Tiger

Elefant

Leider kam ich nicht wirklich zum Fotografieren, die kleinen und großen Menschen forderten zuviel Aufmerksamkeit.

Was schön war: Hand in Hand mit Jott zum Auto laufen und das sehr ruhige, weil sehr müde, Kind vor uns herschieben.

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Elternzeit 2016

Journal Samstag, 13.8.2016

Ein sehr entspannter Samstag: Nach dem Frühstück wurden unsere Einkäufe geliefert, danach spielten wir ein bisschen, machten alle ausgiebig Mittagschlaf und unternahmen am Nachmittag spontan einen Familienausflug zum Rübezahl.

Abends erstmals Granola nach diesem Rezept zusammengemischt. Am Montag beginnt, zusammen mit dem Kindergarten und dem geregelten Leben, die Oat-Zeit- und da mich Haferflocken gerade nicht so reizen, probiere ichs mal mit Knuspermüslikrams.

Was schön war: Zusammen mit Jott und Herrn Schnuffke unterwegs sein.

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Elternzeit 2016

Journal Freitag, 12.8.2016

Kein 12 von 12 heute, dafür war einfach viel zu wenig los.

Herr Schnuffke ist wieder zu Hause, meine Eltern brachten ihn heute Nachmittag zu uns. Wir sind froh, dass sein Kurzurlaub so gut funktionierte, und dass er wieder bei uns ist. So ein Kind gibt ja doch Strukturen vor, ich glaube wenn er für eine Woche oder noch länger nicht da wäre würde ich verlottern.

Zwillinge also. Unsere erste Reaktion dazu war „Oh je oh je oh je“, denn zwei auf einen Streich ist doch etwas heftig. Mittlerweile- wir konnten uns seit mehr als einem Vierteljahr an den Gedanken gewöhnen- sind wir bei „Naja, das wird schon irgendwie“ angelangt.

Die Zwillinge werden uns, wenn alles planmäßig verläuft, Ende Dezember 2016 verstärken. Und auch, wenn Zwillinge wohl des Öfteren früher in Erscheinung treten, hoffen wir doch, dass sie es sich zumindest bis Anfang Dezember im Bauch bequem machen.

Alle bisherigen Untersuchungen zeigen zwei gesunde Kinder. Das Geschlecht konnte uns Jotts Frauenärztin noch nicht 100%ig sicher sagen, wir sind daher doppelt gespannt auf die zweite Feindiagnostik Ende August- mal gucken, ob wir Herrn Schnuffkes Großvater dem Wunsch nach einem Mädchen erfüllen können.

Die Schwangerschaft verläuft diesmal „schneller“ als bei Herrn Schnuffke, Jott ist auch schon wesentlich k.o.’er als zum gleichen Zeitpunkt bei ihm. Sie scherzt gelegentlich, dass sie morgens aufstehen, frühstücken und sich direkt wieder hinlegen könnte, weil sie eben schon wieder müde ist. Von daher ists ganz gut, dass Herr Schnuffke und ich ab dem kommenden Montag tagsüber außer Haus sind und sie Ruhe hat.

Zwillinge und damit insgesamt drei Kinder erfordern einige etwas weiterreichende Überlegungen, die große Auswirkungen auf unser Leben haben könnten. Es geht um Wohnraum, es geht um Mobilität, es geht um die Frage wie und wo wir zu fünft leben wollen und können. Gewisse Tendenzen zeichnen sich bereits ab, aber in Sack und Tüten ist noch nichts.

Was schön war: Mit Herrn Schnuffke Fangen spielen, nachdem seine Großeltern wieder weg waren.